Oberursel vom Unwetter am 16. August stark betroffen


Das Unwetter in der letzten Woche hat Oberursel stark betroffen und zahlreiche Schäden verursacht. In der Nacht auf Donnerstag war die Feuerwehr Oberursel mit Unterstützung der Wehren aus den Hochtaunusgemeinden Königstein, Schmitten, Usingen, Wehrheim und Weilrod im Dauereinsatz. Mehr als 225 Einsätze haben die ehrenamtlichen Feuerwehrleute in der Nacht und am darauffolgen­den Tag abgearbeitet. Zeitweise fielen in Oberursel am späten Abend des 16.8.2023 mehr als 35 Liter Niederschlag in der Stunde. Dies wird als intensiver Starkniederschlag klassifiziert.

Die Folgen des Klimawandels sind auch in Oberursel spürbar und werden zukünftig vermehrt auftreten, vor allem in Form von Starkregen oder trockenen und heißen Phasen im Sommer. Besonders die südlichen Stadtteile Oberursels waren von dem Unwetter betroffen, hier wurden zahlreiche Kellerräume geflutet. Für die Bürgerinnen und Bürger ist damit ein großer Aufwand an Schadensbesei­tigung entstan­den – oft verbunden mit hohen Kosten. Auch öffent­liche Gebäude nahmen Schaden (Rathaus, BSO-Betriebsgebäude, Kita Wirbelkiste, Kita Zauberwald, Vortaunus­museum, Feuerwehr Mitte).

Durch die Wasserschäden in den Gebäuden sind an vielen Stellen größere Müllmengen entstanden, die jetzt entsorgt werden müssen.

Sonderlösung des BSO für Müllentsorgung

In Abstimmung mit dem für die Sperrmüllsammlung beauftragten Entsorgungsunternehmen hat der BSO für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger eine Sonderlösung gefunden und die Kapazitäten der nächsten Touren aufgestockt.

Wenn Sie betroffen sind, melden Sie bitte den Sperrmüll zur Abfuhr wie gewohnt über das Onlineportal auf der Homepage www.bso-oberursel.de oder telefonisch unter 06171 502-333 an. Die Anmeldung ist kostenlos, aber dennoch erfor­derlich, damit der Entsorger die Touren disponieren kann. In Oberursel wird die Sperrmüllsammlung von einem externen Entsorgungsunternehmen durch­geführt. Für die Sammlung werden Spezialfahrzeuge benötigt, die der BSO nicht hat, daher kann der BSO selbst keine Sonderabfuhr durchführen.

Alternativ können Sperrmüll, Elektroaltgeräte, Altholz und andere Abfälle, die bei dem Unwetter entstanden sind, auch auf dem Wertstoffhof abgegeben werden. Weitere Informationen zu den Annahmebedingungen auf dem Wertstoffhof finden Sie auf der Homepage www.bso-oberursel.de. Wenn Sie weitere Fragen zur Entsorgung der Abfälle haben, können Sie gerne die Abfallberatung der Stadt Oberursel unter Tel. 06171 502-300 anrufen oder sich per E-Mail an die Abfall­beratung (umwelt@oberusel.de) oder die Einsatz­leitung Abfall BSO (abfall@bso-oberursel.de) wen­den.

Klimawandel – Wie reagiert die Stadt Oberursel?

Die Schäden des Unwetters in Oberursel, wie zum Beispiel in Teilen der Weißkirchener Straße, der Lange Straße und im Bereich der Kläranlage, sind auf den Urselbach und das Oberflächenwasser bei Starkregen zurückzuführen.

Zahlreiche Keller wurden in der Weißkirchener Straße bereits 2021 bei einem Unwetter geflutet. Eine Bachbettaufweitung am Urselbach (parallel zur Weißkirchener Straße) wurde daraufhin im Sommer 2022 im Rahmen der Gewässerunterhaltung und in Absprache mit der Unteren Wasserbehörde sowie der Unteren Naturschutzbehörden durchgeführt.

Um den Folgen des Klimawandels vorzubeugen hat der Magistrat der Stadt Oberursel ein Klimaan­passungskonzept erarbeiten lassen. Bezüglich des Starkregens sind hierbei zunächst in einer Simulation die gefährdeten Flächen ermittelt worden. Ein umfangreicher Maßnahmenplan wurde formuliert und vom Magistrat dem Fachausschuss der Stadtverordnetenversammlung zur Beschluss-fassung vorgelegt. Dieser umfasst den Umbau der gesamten sogenannten blau-grünen Infrastruktur durch Entsiegelung von Flächen, Regenwasser­rückhalt durch Versickerung, Regenwassernutzung, Bepflanzung von Grundstücken und Gebäuden, aber ebensodie gezielte Wasserrückhaltung durch Retentionsflächen.

So ist auch die Erweiterung der Retentionsfläche des östlichen Bachufers („In der Au“) Bestandteil des Maßnahmenplanes. Die Stadt hat bereits beim Land Hessen ein Vorkaufsrecht für die Flächen reklamiert. Eine detaillierte ingenieurtechnische Pla­nung ist dafür allerdings unerlässlich, um in ande­ren Bereichen (u.a. In der Au) durch die getroffenen Maßnahmen die Überflutungsgefahren nicht zu erhöhen. Diese Planung soll nach Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung schnellstmög­lich auf den Weg gebracht werden, um die Maßnah­me mit höchster Priorität umzusetzen.

Die Stadt und der BSO haben zudem von 2018 bis 2023 zahlreiche Entlastungsbauwerke errichtet, die auch der Regulation der Wassermenge dienen. Auch auf der Achse Stierstadt-Weißkirchen wurden mit dem Dämpfungsbecken an der Pfingstbornstraße (560 Kubikmeter) und dem Kanalstauraum in der Gartenstraße (55 Kubikmeter) ca. eine Million Euro investiert. Ferner wurde 2022 mit der Planung eines neuen Kanals Richtung Mühlenweg begonnen und die entsprechenden Mittel im April 2023 genehmigt. Bis 2024 werden weitere Bauwerke (1850 Kubik­meter) dazu kommen. Insgesamt investiert die Stadt dafür rund acht Millionen Euro.

Zusätzlich wurden und werden seit 2021 auch Rillen und Mulden im Wald am oberen Urselbach geschaffen, um das Wasser im Wald zu halten. Eine geeignete Fläche für einen volumenmäßig größeren Rückhalt von Wassermassen oberhalb der Bebauung (Hohemark) wird derzeit gesucht. Ferner plant der BSO im Zuge des Klimawandels die Anlage von drei Löschteichen im Wald, die auch der Rückhaltung von Regenwasser dienen.

Dank an Helferinnen und Helfer

„Unser Dank gilt allen Helferinnen und Helfern der Feuerwehren, die während und nach dem Unwetter unter größtem persönlichen Einsatz professionell gearbeitet haben und dabei sehr koordiniert vorgegangen sind. Auch dem DRK gebührt unser Dank für die Verpflegung der Einsatzkräfte. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben ebenso geholfen und Nachbarschaftshilfe geleistet. Danke auch dem Rettungsdienst, der Polizei und sonstigen Hilfsorganisationen, wie auch den Mitarbeitenden des BSO, die fast rund um die Uhr im Einsatz waren, um Wasserabläufe freizuhalten und damit erheblich zur Schadensbegrenzung beigetragen haben!“, so Bürgermeisterin Antje Runge.


Antje Runge                                Jens Uhlig

Bürgermeisterin                          Stadtkämmerer