Fünf abwechslungsreiche Stadtführungen im September


Am Samstag, 6. September, lernen Sie auf einem geführten Rundgang ab 14 Uhr die Altstadt kennen. Egal, ob Sie neu in Oberursel sind oder schon lange hier leben: Die spannende Führung mit viel Wissenswertem vom Mittelalter bis zur Neuzeit lohnt sich! Treffpunkt ist am Vortaunusmuseum, Marktplatz 1, in Oberursel. Die Kosten betragen fünf Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zur Führung unter dem Motto „Das keltische Leben am Fuße des Feldbergs“ sind Interessierte auf den Keltenrundwanderweg am Samstag, 13. September, ab 14 Uhr, eingeladen. Los geht es am Haupteingang des Taunus-Informations-Zentrums an der Hohemark. Die Führung dauert bis circa 20 Uhr, für die Teilnahme wird gutes Schuhwerk empfohlen. Die Kosten betragen sieben Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Gemeinsam mit der GCJZ Hochtaunus wird im Rahmen des „Tag des Offenen Denkmals“ am Sonntag, 14. September, um 14.30 Uhr, zu einer Führung auf dem jüdischen Friedhof in der Altkönigstraße in Oberursel, unterhalb des Schwimmbads, eingeladen. Die Historikerin Angelika Rieber wird dort über die Geschichte des Friedhofs und der früheren jüdischen Gemeinde in Oberursel informieren. Der kleine Friedhof wurde der jüdischen Gemeinde 1857 von der Kommune zur Verfügung gestellt. Zuvor wurden die Oberurseler Juden auf anderen Friedhöfen wie dem Beerdigungsplatz in Seulberg bestattet. Der älteste noch erhaltene Grabstein ist aus dem Jahr 1866. Der letzte Grabstein erinnert an den im Konzentrationslager Buchenwald verstorbenen Alfred Feinberg und stellt einen direkten Bezug her zum gewaltsamen Ende jüdischen Lebens in Oberursel. Nur ein Teil der Grabsteine blieb erhalten. 1944 wurden Grabsteine im Wert von 150 Reichsmark an einen Steinmetz aus dem Hintertaunus verkauft. 2020 erschien eine Dokumentation dieses Friedhofs: „Hier ruht eine tüchtige Frau, Krone des Hauses, gottesfürchtig, lauter und aufrecht“ – Der jüdische Friedhof in Oberursel. Die 43 noch vorhandenen Grabsteine der Beerdigungsstätte wurden von Dr. Lothar Tetzner entziffert und übersetzt. Zusammen mit Angelika Rieber hat er weitere familiengeschichtliche Daten recherchiert und zusammengestellt. Außerdem hat sich die Historikerin auf Spurensuche zur Geschichte des Friedhofs begeben.

Dieser Friedhof ist der einzige Ort in Oberursel, der sichtbar an die frühere jüdische Gemeinde erinnert, an das einstige jüdische Leben ebenso wie an die Zerstörung während der NS-Zeit. Die Inschriften der Grabsteine sind heute zum Teil verwittert. Nur selten kommen Angehörige, die in aller Welt verstreut leben, um die Gräber ihrer Vorfahren zu besuchen, doch der Friedhof und die einzelnen Grabsteine führen anschaulich vor Augen, welch lebendiges jüdisches Leben es einst in Oberursel gegeben hat. Für die Nachfahren der früheren jüdischen Bewohner der Taunusstadt, für deren Kinder, Enkel und Urenkel, sind die noch vorhandenen Gräber des Friedhofs jedoch wichtige Belege für die Existenz ihrer Vorfahren in Deutschland und damit wichtige Orte der Erinnerung. Die Kosten betragen fünf Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

„Endlich und lebendig“ – so lautet das Motto des diesjährigen Tag des Friedhofes am 21. September. Bei einer Führung über den Alten Oberurseler Friedhof stellen die beiden Stadtführerinnen Maren Horn und Angelika Rieber besondere Grabstätten und deren Geschichten dar. Der Rundgang „Krieg und Frieden in Europa – Was Gräber erzählen“ gibt einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Epochen des parkähnlichen Friedhofes. Die Führung beginnt um 11 Uhr am Denkmal für den deutsch-französischen Krieg in der Adenauerallee. Von dort führt der Weg zum Alten Friedhof. Hier erinnern Gräberfelder an die Opfer der beiden Weltkriege, an Soldaten und an zivile Opfer, an Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter sowie an Christen jüdischer Herkunft, die Opfer des Holocaust wurden. Auch Menschen, die an den Verbrechen während der NS-Zeit beteiligt waren, fanden hier ihre letzte Ruhestätte ebenso wie Widerstandskämpfer und prägende Persönlichkeiten der Nachkriegszeit. Die Führung zeigt anschaulich, wie sich die Geschichte und die gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten beiden Jahrhunderten in der Gestaltung und Beschriftung der Grabsteine und der Denkmäler widerspiegeln. Veranstalter dieser Führung sind die Stadt Oberursel und der Verein zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften e.V. Die Kosten betragen fünf Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zur Führung „Camp King“ sind Sie am Samstag, 27. September, eingeladen. Jürgen Friedrich berichtet ab 14 Uhr über die Geschichte des Geländes im Oberurseler Norden. Treffpunkt ist am Kinderhaus im Jean-Sauer-Weg. Das ehemalige Camp King ist ein Erinnerungsort, der durch seine unterschiedliche Nutzung in den Jahren 1933 bis 1993 die Geschichte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Als Siedlungshof 1933 bis 1945 gegründet, wurde das ehemalige Camp King während des zweiten Weltkriegs als Kriegsgefangenenlager für alliierte Flieger Dulag, Durchgangslager (Luft) und Auswertestelle West 1939 bis 1945 genutzt. Nach Kriegsende wurde das Gelände von den US-amerikanischen Streitkräften unterschiedlichen Nutzungen zugeführt, unter anderem als US-Army Interrogation Center 1945 bis 1949, European Command Intelligence Center 1945 bis 1968 und Verkehrsmanagement der US-Forces in Western Europe 1968 bis 1993. Nach dem Abzug der Amerikaner im Jahr 1993 wurde das Gelände wieder Teil von Oberursel, so dass ab 1998 die heute existierende Wohnsiedlung entstanden ist, in der die Vergangenheit noch an vielen Punkten zu sehen und zu spüren ist. Weitere Informationen zum Camp King gibt es unter www.campkingoberursel.de. Die Kosten betragen fünf Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Informationen zu den Stadtführungen und den touristischen Angeboten der Stadt Oberursel gibt es in der Tourist-Information im Vortaunusmuseum unter Tel. 06171 502 232 oder per E-Mail unter tourismus@oberursel.de sowie unter www.oberursel.de.

 

Antje Runge

Bürgermeisterin