Starke Stimmen, starke Perspektiven: Oberursel feiert den Internationalen Frauentag


Rund um den Internationalen Frauentag am 8. März lädt die Stadt Oberursel zu mehreren Veranstaltungen ein, bei denen Frauen, ihre Perspektiven und ihr Engagement im Mittelpunkt stehen. Bürgermeisterin Antje Runge und die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Bettina Schilling und Sabine Weil, möchten damit nicht nur zum Austausch einladen, sondern auch die Bedeutung von Gleichberechtigung in Gegenwart und Zukunft hervorheben.

„Der Internationale Frauentag erinnert uns daran, wie viel Frauen in den vergangenen Jahrzehnten erkämpft haben — und zugleich daran, dass Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen noch immer keine Selbstverständlichkeit ist.“, betont Bürgermeisterin Antje Runge. „Die Einführung des Frauenwahlrechts seit gut hundert Jahren in Deutschland geht auf den Einsatz zahlreicher Frauen zurück, die sich als Bewegung, in Vereinen, Verbänden und ab 1908 auch in Parteien zusammenschlossen und für Gleichberechtigung in Politik, Bildung und Arbeit, Familie und körperlicher Selbstbestimmung stritten. Diese gesellschaftlichen Themen von Frauen beschäftigen uns noch heute. So setzt sich der Kampf um gleichen Lohn (Gender Pay Gap), Vereinbarkeit von Familie und Beruf und sexuelle Selbstbestimmung (#metoo) sowie Parität in der Politik von den Anfängen der Frauenbewegung bis heute fort. Der Internationale Frauentag setzt ein Zeichen für eine gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe — als Voraussetzung für eine offene, gerechte und moderne Stadtgesellschaft.“


Vernissage: „Grenzenlose Frauenwelt“

Anfang März lädt die Stadt zur Vernissage der Kunstausstellung „Grenzenlose Frauenwelt“ ein. In der Ausstellung präsentieren Oberurseler Künstlerinnen ihre Arbeiten zum diesjährigen Motto: „Was mich glücklich macht“. Die Vernissage findet am Freitag, 6. März, zwischen 19 und 21.30 Uhr, im Foyer des Oberurseler Rathauses statt. Für die musikalische Begleitung sorgt Miss Tula Trash.


Internationales Frauenfrühstück im Rathaus

Das Internationale Frauenfrühstück findet dann am Sonntag, 8. März, von 10.30 bis 13 Uhr im Rathaus Oberursel (Großer Sitzungssaal) statt. Die Veranstaltung bietet Gelegenheit zum Kennenlernen, Austausch und Vernetzen. Nach dem Auftritt der Oberurseler Unterhaltungskünstlerin Jutta Steinmetz diskutieren bei der Talkrunde „Erfolgreiche Frauen und ihre Strategie“ unter anderem Cristina Mussenbrock, Vorstandsmitglied der Taunus Sparkasse und Susanne Schneider, Inhaberin der Brinkmann Pflegevermittlung und Sprecherin beim Selbstständigenforum fokus O. Eine orientalische Tanzgruppe lädt danach zum Mitmachen ein. 


Ein Tag mit Geschichte — und mit Auftrag für die Gegenwart

Der „Internationale Tag der Frauen“ wurde erstmals im Jahr 1911 begangen und gilt als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum 1918 eingeführten Wahlrecht für Frauen sowie zur schrittweise erkämpften Gleichberechtigung in vielen Lebensbereichen.

Heute kaum vorstellbar: Bis zum Jahr 1958 konnte der Ehemann über die Berufstätigkeit seiner Frau entscheiden und über ihr Einkommen verfügen. Erst im Jahr 1962 durften Frauen ohne Einwilligung ihres Mannes ein eigenes Bankkonto eröffnen — obwohl die Gleichberechtigung von Männern und Frauen bereits seit 1949 in Artikel 3 des Grundgesetzes verankert ist.

Mit der Ergänzung des Artikels 3 im Jahr 1994 wurde der Staat ausdrücklich verpflichtet, die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern durchzusetzen und bestehende Nachteile zu beseitigen. Seitdem wurden viele Fortschritte erreicht — dennoch bleibt weiterhin viel zu tun, bis echte Chancengleichheit verwirklicht ist und das Geschlecht kein Hemmfaktor für beruflichen Erfolg mehr darstellt.

 

Antje Runge

Bürgermeisterin

Foto: Stadt Oberursel