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Gedenkstunde am Opferdenkmal der Hospitalkirche
Zum 81. Mal jährte sich am 27. Januar 2026 die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. In Oberursel (Taunus) fand aus diesem Anlass eine Gedenkstunde am Opferdenkmal im Hof der Hospitalkirche am Rande der Altstadt statt – einem Ort, der seit vielen Jahren Raum für stilles Gedenken und gemeinsames Innehalten bietet.
Die Stadt Oberursel gedachte Seite an Seite mit der Initiative Opferdenkmal e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus e.V. aller Opfer des Nationalsozialismus. Erster Stadtrat Jens Uhlig nahm an der Gedenkstunde teil, gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteher Lothar Köhler. Am Ende der Veranstaltung legten sie einen Kranz am Opferdenkmal nieder.
Erinnerungskultur als Verantwortung für die Gegenwart
Der offizielle Themenschwerpunkt des Holocaust-Gedenktages 2026 lautet „Brücken zwischen den Generationen“. Er verdeutlicht, dass die Verantwortung für die Erinnerung nicht mit den Überlebenden endet, sondern in ihren Kindern, Enkelkindern und in der gesamten Gesellschaft als bleibende Aufgabe weiterlebt.
Erster Stadtrat Jens Uhlig unterstrich vor Ort die besondere Aktualität des Themas: „Gerade in einer Zeit, in der antisemitische Tendenzen im Alltag wieder spürbar zunehmen, braucht es eine klare Haltung und ein entschiedenes Eintreten für Menschlichkeit, Demokratie und Respekt. Erinnerung ist keine rückwärtsgewandte Pflicht, sondern ein aktiver Auftrag für unsere Gesellschaft.“
Bürgermeisterin Antje Runge betonte in einem Statement die Bedeutung des generationenübergreifenden Gedenkens: „Das stete gemeinsame Erinnern hält das Bewusstsein für die dunkelsten Kapitel unserer Geschichte wach und bewahrt uns davor, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Gedenken bedeutet Verantwortung – heute und in Zukunft.“
Beide sind sich einig, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der Gegenwart keinen Platz in einer offenen Stadtgesellschaft haben. Jede Bürgerin und jeder Bürger stehe in der Verantwortung, die Werte von Demokratie und Toleranz aktiv zu verteidigen.
Solidarität mit jüdischem Leben
Die Angriffe auf Jüdinnen und Juden in aller Welt haben in letzter Zeit dramatisch zugenommen und sind nicht hinnehmbar. Diese Entwicklung verleiht dem Gedenken zusätzliche Aktualität und macht deutlich, wie notwendig eine klare Haltung auch in der Gegenwart bleibt.
Als Zeichen der Solidarität mit der jüdischen Gemeinde brachte Oberursel im vergangenen Dezember erstmals das jüdische Lichterfest „Chanukka“ in die Altstadt auf den historischen Marktplatz. Die Stadt plant, dies im Jahr 2026 zu wiederholen und damit kontinuierlich jüdisches Leben sichtbar in das öffentliche Stadtbild einzubinden.
Erster Stadtrat Uhlig dankte in diesem Zusammenhang der Initiative Opferdenkmal e.V. sowie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus e.V. für deren Einsatz und großes Engagement in zahlreichen Veranstaltungen und Projekten der Erinnerungskultur, die weit über den Gedenktag hinauswirken.
Beiträge der beteiligten Organisationen
Für die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus e.V. sprach Vorstandsmitglied Tibi Aldema: „„Erinnerung ist unverzichtbar. Sie hilft uns, aus der Geschichte zu lernen – damit sich ihr dunkelstes Kapitel nicht wiederholt. ‚Nie wieder ist jetzt‘ ist kein Satz von gestern, sondern ein Auftrag für heute.“
Die Vorsitzende der Initiative Opferdenkmal e.V., Annette Andernacht, ergänzte: „Erinnern heißt, die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht zu relativieren und ihre Einzigartigkeit klar zu benennen. Unser Maßstab bleibt das Grundgesetz – und die Verantwortung, nie wieder wegzusehen.“
Tibi Aldema sprach am Schluss der Gedenkstunde würdigend zudem ein kurzes Gebet für alle Toten in hebräischer Sprache.
Schweigeminute und interreligiöses Friedensgebet
Die Veranstaltung endete mit einer Schweigeminute für die Opfer. Erster Stadtrat Jens Uhlig lud abschließend zum „Interreligiösen Friedensgebet“ in die Hospitalkirche ein, das dort von den evangelischen Kirchengemeinden der Brunnenstadt, der katholischen Kirche St. Ursula, der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde aus Oberursel/Steinbach, dem Jüdischen Zentrum Bad Homburg und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus e.V. organisiert wurde.
Antje Runge Jens Uhlig
Bürgermeisterin Erster Stadtrat
Foto Bildnachweis: Stadt Oberursel.
Zu sehen sind Erster Stadtrat Jens Uhlig und Stadtverordnetenvorsteher Lothar Köhler nach der Niederlegung des Kranzes zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.
