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Städtische Schmuckstücke und kühle Oasen – Frühlingserwachen der Orscheler Brunnen
Mit den ersten warmen Frühlingstagen kehrt das Leben in die Straßen und auf die Plätze in Oberursel (Taunus) zurück. Traditionell markiert das heutige „Wasser Marsch“ durch Bürgermeisterin Antje Runge am Apfelweinbrunnen in der Oberen Hainstraße den Beginn der Brunnensaison. Bis Ostern werden nach und nach alle 21 städtischen Brunnen in Oberursel angeschaltet und laufen dann bis zur Zeitumstellung im Oktober. Auf Einladung der Bürgermeisterin waren auch Dr. Paul Fochtman und Dr. Becky Jobes, Schulleiter und stellvertretende Schulleiterin der Frankfurt International School, sowie Brunnenkönigin Tanja I. mit Brunnenmeister René zum Auftakt gekommen.
„Unsere Brunnen prägen das Stadtbild und sind Teil der Identität Oberursels. Seit Beginn der Stadtgeschichte hat der Urselbach für Oberursel einen bedeutenden Stellenwert – zum einen zur Versorgung, aber auch in der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt, denn die zahlreichen Mühlen am Urselbach schufen Arbeitsplätze und sicherten das Einkommen. Seit dieser Zeit besteht eine enge Bindung der Bürgerinnen und Bürger zu „ihrem Wasser“, zu „der Bach“. Diese zeigt sich in den städtischen und auch vielen privaten Brunnen, jeder mit einer eigenen Geschichte. Zudem leisten die Wasserquellen an heißen Tagen einen wichtigen Beitrag zum Stadtklima und damit zur Lebensqualität in der Stadt. Der Apfelweinbrunnen, der nach einjähriger Pause wegen technischer Umbauten nun zum 45. Brunnenfest wieder sprudelt, zeigt die Liebe der Orscheler zu ihrem Traditionsgetränk, dem „Stöffche““, so Bürgermeisterin Antje Runge.
Apfelweinbrunnen

Viele Jahre stand der funktionsfähige aber leere Brunnensockel in der Oberen Hainstraße, schräg gegenüber des Geburtshauses des Künstlers Georg Hieronmyi (1914-1993). Er hatte noch zu Lebzeiten drei Ideen für stadtgeschichtliche Figuren als Brunnenzier eingereicht, man konnte sich jedoch auf keinen Vorschlag einigen. Ein neuer Entwurf des Künstlers Walter Meffert (1949-2021), der mit Georg Hieronymi schon an mehreren Brunnen gearbeitet hatte, wurde dann umgesetzt und erinnert an eine alte und auch heute noch lebendige Oberurseler Tradition, das Apfelweinkeltern. Auf dem Brunnensockel zeigt der aus Bronze gegossene Ring in Form eines Zweigs die Entwicklung von der Blüte über den reifen Apfel bis zum Bembel, dem traditionellen Gefäß, aus dem der Apfelwein ausgeschenkt wird. Einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung leistete die Frankfurt International School, in Oberursel ansässig seit 1961. Sie spendete anlässlich ihres 35. Jubiläums 8.000 DM zur Fertigstellung des Brunnens als Zeichen der Dankbarkeit für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Getauft wurde der Apfelweinbrunnen offiziell am Brunnenfestsamstag 1998 von Brunnenkönigin Sabine I. Dazu wäre es beinahe nicht gekommen, wurde der Kranz doch in der Nacht vor der Taufe mutwillig aus der Verankerung gerissen. Mutige Anwohnende verhinderten, dass das Kunstwerk gestohlen wurde. Walter Meffert entwarf einen zweiten Ring für mehr Stabilität, der Brunnen wurde dann in einer Stuttgarter Gießerei erneuert. Im März 1999 wurde er nochmals eingeweiht.
Brunnenfest
Der Apfelweinbrunnen liegt auf der bei Familien beliebten Kindermeile, einem Anziehungspunkt des Oberurseler Brunnenfestes, auf direktem Wege zum Festplatz Bleiche. Das Brunnenfest feiert die Stadt seit 1979, in diesem Jahr zum 45. Mal, vom 29. Mai bis 1. Juni. Organisiert vom Vereinsring Oberursel ist das Fest über die städtischen Grenzen hinaus bekannt und beliebt und lockt immer am Wochenende nach Pfingsten Gäste aus der gesamten Region in die Taunusstadt. Passend dazu sind Keltereien und Apfelweinwirtschaften in der direkten Nachbarschaft mit dabei.
21 städtische Brunnen & weitere Instandsetzungen 2026
Der Bau & Service Oberursel (BSO) betreut insgesamt 21 städtische Brunnen. Darüber hinaus sind auch die Stadtwerke Oberursel für Brunnen im Stadtgebiet zuständig – darunter der Brunnen am Epinayplatz und der Brunnen auf dem Rathausplatz sowie die Trinkwasserbrunnen der Stadt. Auch diese werden nach der Winterpause wieder aktiviert und stehen dann erneut als Anlaufpunkte in der Innenstadt zur Verfügung. Nach und vor der Winterpause werden die vom BSO betreuten Brunnen gereinigt, vor dem Einschalten im Frühjahr außerdem routinemäßig überprüft und repariert. Für die bauliche und technische Unterhaltung der Brunnen sind im Wirtschaftsplan des BSO 2026 rund 50.000 Euro eingestellt. Damit werden Reinigung, Wartung und auch Reparaturen, wie zum Beispiel defekte Pumpen und Leitungen, ausgeführt. Für die allgemeinen Betriebskosten wie Strom, Wasser und weiteres stehen dem BSO dieses Jahr circa 70.000 Euro zur Verfügung.
Ab April wird der Waschfrau-Brunnen („Wäschfraa“-Brunnen) an der Bleiche saniert. Im Sommer 2025 war der Brunnenrand gebrochen. Da das ursprüngliche Wasserbecken und die Einfassung aus einem Betonstein gefertigt waren, erhält der Brunnen nun ein neues, maßgefertigtes Edelstahlbecken. Das Becken wird mit einer Einfassung aus Naturstein umfasst und der bestehende Sockel fachgerecht mit passenden Mauersteinen ergänzt und aufgemauert. Die Arbeiten sollen bis zum Sommer abgeschlossen sein.
Wegen eines Bruchs am Abwasserrohr kann der alte Marienbrunnen an der Ecke Altkönigstraße/Königsteiner Straße nicht planmäßig in Betrieb gehen. Hier arbeitet der BSO an einer schnellen Instandsetzung.
Der BSO sorgt zudem für die Reinigung der städtischen Brunnen – aber auch alle Bürgerinnen und Bürger sind gerne aufgerufen, die schönen Brunnen in Oberursel sauber zu halten.
Brunnenbetrieb in heißen Sommermonaten
Die Zierbrunnen laufen auch bei der Trinkwasser-Ampelphase Rot weiter, da der Wasserverbrauch durch den Kreislauf gering ist, der Betrieb der Brunnen an heißen Tagen aber positive Effekte zur Kühlung mit sich bringt. Durch die sichtbare Wassersäule der Brunnen wird das Wasser versprüht und verdunstet teilweise, wobei Verdunstungskälte entsteht. Dieser physikalische Vorgang wird Evaporation genannt. Dies wirkt sich positiv auf das Mikroklima um die Brunnen aus, die für viele Menschen Anziehungs- und Treffpunkt sind.
Warum ist der Wasserverbrauch der Brunnen gering?
Jeder Zierbrunnen in der Stadt wird im Umlaufprinzip betrieben. Hierbei nutzt die Pumpe zur Erzeugung der Wassersäule das Wasser aus einem Vorlagebehälter. Das nicht verdunstete Wasser der Wassersäule wird in diesem Vorlagebehälter aufgefangen und der Kreislauf beginnt von neuem. Ausschließlich der Anteil des verdunsteten Wassers muss nachgespeist werden, damit die Pumpe nicht trockenläuft.
Weitere Infos zu den städtischen Brunnen gibt es unter www.oberursel.de/brunnen.
Antje Runge
Bürgermeisterin
Foto Bildnachweis: Stadt Oberursel
Auf dem Gruppenfoto sind zu sehen v.l.n.r. Dr. Constantin Loebus (FIS), Frank Grimmer (Hessischer Apfelweinkönig), Brunnenkönigin Tanja I., Jürgen Ochs (Apfelfreunde Oberursel e.V.), Bürgermeisterin Antje Runge, Michael Erfurt (Apfelfreunde Oberursel e.V.), Dr. Paul Fochtmann (Schulleiter FIS) und Jana Hahn (FIS).
Auf dem zweiten Foto sind vor dem bereits sprudelnden Apfelweinbrunnen in der Oberen Hainstraße v.l.n.r. Brunnenkönigin Tanja I. und Bürgermeisterin Antje Runge zu sehen.
