Wie soll sich Oberursels Mitte in Zukunft weiter entwickeln? Ausstellung lädt zum Mitreden über die Innenstadt von morgen ein


Welche Ideen sollen die Entwicklung der Oberurseler Innenstadt in den kommenden Jahren leiten? Eine Ausstellung in der Stadtbücherei stellt erstmals öffentlich die Sammlung von Vorschlägen vor, die für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) „Oberursel Zentrum“ zusammengetragen wurden. Das ISEK ist das zentrale, strategische Planungsinstrument und die verbindliche Fördervoraussetzung für das Bund-Länder-Programm „Wachstum und Erneuerung“, an dem die Stadt Oberursel teilnimmt. Die umfangreichen Ideen für Maßnahmen stammen aus zahlreichen Bürgerbeteiligungen und kommunalpolitisch beschlossenen Konzepten der vergangenen Jahre. Eröffnet wird sie am Freitag, 30. Oktober, um 18.30 Uhr und ist bis zum 14. November zu sehen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

„Eine lebendige Innenstadt ist das Herz unserer Stadt. Das ISEK ist unser strategischer Kompass für die kommenden Jahre. Der unschätzbare Vorteil für Oberursel liegt darin, dass wir dank der langfristigen Bund-Länder-Förderung über zehn Jahre in die Zukunft investieren können. Für unsere Bürgerinnen und Bürger bedeutet das ganz konkret: ein lebenswerteres Wohnumfeld, moderne Plätze zum Begegnen und eine Stadt, die durch gezielten Klimaschutz und grüne Oasen spürbar auch für zukünftige Generationen an Lebensqualität gewinnt. Wir schaffen sichere barrierefreie Wege, reaktivieren ungenutzte Flächen und passen die Stadtmitte an den Klimawandel an. Gerade bei der angespannten Haushaltslage sind die Mittel aus der Städtebauförderung für uns essenziell“, betont Bürgermeisterin Antje Runge.

Woher die Vorschläge für die Maßnahmen stammen

Die Vorschläge bündeln, was Bürgerinnen und Bürger, Fachleute und Politik in den vergangenen Jahren bereits auf unterschiedlichen Wegen zur Entwicklung des Zentrums von Oberursel eingebracht haben. Ein großer Teil stammt aus Konzepten, die unter breiter Beteiligung entstanden sind und von der Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich beschlossen wurden – darunter der Stadtentwicklungsplan (STEP) im Jahr 2025 oder das Fußverkehrskonzept. Hinzu kommen die Ergebnisse der Beteiligung „Zukunft Innenstadt“ sowie Anregungen aus Formaten, die eigens für das ISEK stattgefunden haben: die mobile Aktion am 25. Juli 2026 mit Beteiligungsstationen für Bürgerinnen und Bürger der Brunnenstadt vor Ort in der Adenauerallee, in der Vorstadt und auf dem historischen Marktplatz. Zudem fand im Sommer 2026 ein Workshop mit Fachleuten des Wohnungsmarkts und ein informativer Rundgang mit Jugendlichen statt. Die ProjektStadt führte diese Beteiligungen durch und sammelte hierbei Anregungen, um sie im Anschluss den vorgegebenen Schwerpunkten des Förderprogramms zuzuordnen.

Insgesamt erarbeitet wird das ISEK seit Juni 2026 von der ProjektStadt, der Stadtentwicklungsmarke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW). Mehrheitsgesellschafter ist das Land Hessen.

Was ein ISEK ist – und was nicht

Das ISEK ist ein Rahmenkonzept und verknüpft verschiedene Themenbereiche wie Städtebau, Verkehr, Wohnen, Klima und Wirtschaft. Es untersucht Stärken und Schwächen im Bestand sowie demografische Veränderungen und wirtschaftliche Strukturen. Durch Leitziele werden Wachstum und Klimawandel berücksichtigt. Das ISEK ist ebenfalls hilfreich, für einzelne Vorhaben weitere Förderprogramme zu nutzen.

Ein Bauprogramm ist das ISEK dagegen nicht. Die gesammelten Vorschläge sind derzeit weder im Detail ausgearbeitet noch beschlossen. Nicht alle vorgeschlagenen Maßnahmen werden sich im Rahmen der Städtebauförderung umsetzen lassen. Das ISEK schafft die Grundlage, aus der in den Folgejahren einzelne Projekte ausgewählt und weiterentwickelt werden. Die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft und die Empfehlungen der Lokalen Partnerschaft (LoPa) fließen in die Priorisierung ein; die abschließende Entscheidung trifft jeweils die Stadtverordnetenversammlung.

Was ist die LoPa?

Die Lokale Partnerschaft ist ein beratendes Gremium, das die Städtebauförderung über die gesamte Laufzeit Jahr für Jahr begleitet. Das Förderprogramm sieht sie ausdrücklich vor. Sie begleitet den gesamten Prozess als beratendes Forum für Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft. Ihre Zusammensetzung hat die Stadtverordnetenversammlung am 24. September 2026 beschlossen: Vertreten sind unter anderem die Bürgermeisterin und die hauptamtlichen Dezernenten, die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, der Ortsbeirat Mitte, der Jugendrat, Ausländerbeirat und Klimabeirat, der Fokus O, der Vereinsring Oberursel, die LOK e.V., der Blinden – und Sehbehindertenverbund, der Werkstattrat der Oberurseler Werkstätten, Kirchengemeinden, die Volkshochschule Oberursel, Sozialverbände und weitere Einrichtungen aus der Stadtgesellschaft. Die LoPa bringt lokales Wissen ein, trägt Informationen in ihre Kreise weiter und gibt Empfehlungen an die politischen Gremien. Am 19. Oktober ist die LoPa zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen.

Vor Ort und online beteiligen

Die Ausstellung in der Stadtbücherei ist bis zum 14. November während der Öffnungszeiten in deren Räumlichkeiten zu sehen gleichzeitig 24 Stunden am Tag an den Fenstern der Stadtbücherei von außen zu betrachten – so auch außerhalb der Öffnungszeiten. Die Vorschläge mit kurzen Beschreibungen stehen zudem auf der digitalen Beteiligungsplattform der Stadt Oberursel www.oberursel-mitmachen.de bereit. Dort wie vor Ort können Oberurselerinnen und Oberurseler ab dem 30. Oktober 2026 die Vorschläge kommentieren, ergänzen und angeben, welche ihnen besonders wichtig sind. Für Fragen stehen Mitarbeitende der Stadtverwaltung und der ProjektStadt sowohl bei der Eröffnung sowie am Samstag, 14. November, zwischen 10 bis 14 Uhr in der Stadtbücherei zur Verfügung.

Vier Schwerpunkte

Die Maßnahmen sind den vier Schwerpunkten des Förderprogramms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ zugeordnet: Transformation der Quartiere; Erhalt kulturellen Erbes, Wohnen; Klimaanpassung, Klimaschutz, Freiraumgestaltung; Barrierefreie Mobilität und nachhaltige Verkehrslösungen. Die Ausstellung macht den aktuellen Planungsstand transparent und soll Anregungen aus der Stadtgesellschaft aufnehmen.

Wie es weitergeht

Die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft fließen gemeinsam mit den Empfehlungen der Lokalen Partnerschaft (LoPa) in den ISEK-Entwurf ein. Die LoPa befasst sich im November mit den Vorschlägen. Am 4. Dezember 2026 wird der Entwurf im Bau-, Umwelt- und Klimaausschuss vorgestellt, Anfang Januar 2027 geht er dem zuständigen Landesministerium zur Prüfung zu. Anschließend entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über das ISEK.

„Niemand kennt Oberursel so gut wie die Menschen, die hier leben und arbeiten. Sie wissen oft am besten, was ihre Innenstadt braucht“, sagt Bürgermeisterin Antje Runge. „Je mehr Bürgerinnen und Bürger sich beteiligen, desto vielfältiger sind die Perspektiven und desto stärker wird das gemeinsame Ergebnis. Nutzen Sie die Gelegenheit und besuchen Sie die Ausstellung in der Stadtbücherei oder bringen Sie ihre Ideen digital auf oberursel-mitmachen.de ein.“

Weitere Informationen sind auf der städtischen Internetseite unter www.oberursel.de/staedtebaufoerderung zu finden.

 

Antje Runge

Bürgermeisterin


Foto Bildnachweis: Stadt Oberursel

Es zeigt Bürgermeisterin Antje Runge vor der Kulisse der Oberurseler Altstadt und eines Teils des Rathausareals, das Teil des Planungsgebiets des ISEK ist.