Oberursel stellt die Weichen für die Zukunft von Rathaus und Innenstadt


Das Stadtzentrum Oberursel soll in den nächsten Jahren aktiv, ganzheitlich und nachhaltig weitergestaltet und damit fit für die Zukunft gemacht werden. Geplant ist ein Bündel an vernetzten Maßnahmen zwischen Bahnhof und dem Festplatz Bleiche im ca. 73 Hektar großen geplanten Fördergebiet „Oberursel Zentrum“.

Mit der erfolgreichen Bewerbung zur Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ hat die Stadt eine wichtige Grundlage für die Finanzierung dieses Aufwertungsprozesses geschaffen. Die Ziele und Maßnahmen für das Fördergebiet werden derzeit in einem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) gebündelt. Parallel dazu laufen bereits intensive Arbeiten zur Umgestaltung des Rathausareals – eines der zentralen Projekte im Fördergebiet. Weitere Schwerpunkte sind Beispielsweise der Urselbach oder die Barrierefreiheit der Innenstadt wie der Fußgängerzone Vorstadt.

Über den aktuellen Stand des ISEK berichtete Dr. Jürgen Schmitt, Projektleiter der ProjektStadt, am 9. September im Bau- Umwelt- und Klimaausschuss (BUKA).

Stadtzentrum gemeinsam zukunftsfähig gestalten

Die Stadt Oberursel hat die ProjektStadt, Stadtentwicklungsmarke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW), mit der Erarbeitung des ISEK beauftragt. Darin wird dargestellt, welche Ziele die Stadt für zentrale Bereiche des Zentrums verfolgt, welche Maßnahmen sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge Projekte in den kommenden Jahren vorbereitet und umgesetzt werden können.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem öffentliche Räume und Freiflächen, Gebäude, Infrastruktur sowie eine klimaangepasste und ökologisch nachhaltige Entwicklung. Die konzeptionelle Arbeit erfolgt dabei nicht am sprichwörtlichen „grünen Tisch“. Die Zukunft des Oberurseler Zentrums soll vielmehr gemeinsam mit allen Menschen entwickelt werden, die es betrifft: Weil sie dort wohnen, arbeiten, lernen, ein Gewerbe betreiben oder auch einkaufen, feiern oder Kultur genießen.

Bereits im August nutzten mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, ihre Hinweise, Erfahrungen und Ideen zur Weiterentwicklung der Stadtmitte an drei Ständen im Stadtzentrum im Gespräch mit Bürgermeisterin Antje Runge, der Verwaltung und der NHW einzubringen. Die Anregungen fließen in die weitere Ausarbeitung des ISEK ein.

Im nächsten Schritt werden konkrete Vorschläge für Maßnahmen erarbeitet, die in den kommenden Jahren zur Förderung angemeldet werden sollen. „Auch diese Vorschläge möchten wir mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren, im Herbst wird es dazu eine öffentliche Vorstellung geben. Wir freuen uns darauf, erneut engagierte Gespräche zu führen und konstruktive Anregungen zu erhalten. Mitmachen um mitzuentscheiden, ist das Motto der Einladung hierzu.“, sagt Bürgermeisterin Antje Runge.

Anschließend wird der Entwurf des ISEK dem hessischen Wirtschaftsministerium als Fördermittelgeber zur Prüfung vorgelegt. Die politische Beratung und Beschlussfassung sollen im Jahr 2027 erfolgen.

„Lokale Partnerschaft“ soll Entwicklungsprozess begleiten

Neben öffentlichen Beteiligungsveranstaltungen sieht das Städtebauförderprogramm die kontinuierliche Einbindung eines lokalen Beteiligungsgremiums vor. Im Sinne einer „Lokalen Partnerschaft“ (LoPa) sollen Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerschaft, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft die Stadt dauerhaft im Entwicklungsprozess beraten, eigene Ideen und Initiativen einbringen sowie den Prozess im Gebiet bekannt machen und für eine Mitwirkung werben.

Um eine Vernetzung mit der städtischen Politik zu gewährleisten, sollen auch die politischen Fraktionen mit Fraktionsstatus in der Stadtverordnetenversammlung in der LoPa vertreten sein. Über ihre konkrete Zusammensetzung beriet der BUKA ebenfalls in der Sitzung am 9. September, der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung ist für den 24. September vorgesehen. Die erste Sitzung der LoPa ist für Oktober geplant.

Entscheidungen zur Umgestaltung des Rathausareals sollen Anfang 2027 erfolgen

Ein zentrales Projekt des Entwicklungsprozesses ist bereits in Arbeit: die Umgestaltung des Rathausareals. Das Rathaus soll modernisiert und so weitentwickelt werden, dass es den Bürgerinnen und Bürgern einen echten Mehrwert bietet und zugleich den Anforderungen an eine moderne Stadtverwaltung gerecht wird.

Derzeit wird in engem Austausch mit den beteiligten Akteuren geprüft, ob auf dem Rathausareal ein gemeinsamer Standort für die Stadtbücherei/Mediathek und die Volkshochschule (VHS) entstehen könnte. Beide Einrichtungen benötigen neue Räumlichkeiten. Auch das Umfeld des Rathauses soll gestalterisch und ökologisch aufgewertet werden. „Das Rathausareal kann zu einem Ort werden, der sinnbildlich für die gesamte Entwicklung der Innenstadt steht: ein Ort, an dem sich die Menschen gerne aufhalten, Begegnungen stattfinden und den Anforderungen des Klimawandels aktiv begegnet wird – der Bedarf hierzu hat sich insbesondere in den letzten Hitzewochen gezeigt.“, erläutert Bürgermeisterin Antje Runge.

Das Büro REM ASSETS GmbH erarbeitet derzeit im Rahmen einer umfassenden Machbarkeitsstudie die konzeptionellen Grundlagen. Die Ergebnisse sollen Anfang 2027 vorliegen. Auf dieser Basis soll ein politischer Beschlu ss darüber gefasst werden, welche Variante für das Rathaus weiterverfolgt wird. Im Anschluss können die Architekten- und Ingenieurplanungen für die konkreten Umbaumaßnahmen des Gebäudes und die Freianlagenplanung beginnen. Nach den entsprechenden Richtlinien könnten im März 2027 Förderanträge beim Land gestellt werden und in 2028 die Rathausmodernisierung am jetzigen Standort inmitten der Stadt beginnen.


Antje Runge

Bürgermeisterin