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Oberursel setzt Innenstadtentwicklung fort –Stadtverordnetenversammlung stellt Weichen für „Zukunft Innenstadt IV“
Die Stadt Oberursel setzt die erfolgreiche Weiterentwicklung ihrer Innenstadt konsequent fort. Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 24. September 2026 beschlossen, die für den Förderantrag „Zukunft Innenstadt IV“ erforderlichen kommunalen Eigenmittel im Haushalt bereitzustellen. Damit schafft die Stadt eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass bei einer Förderzusage des Landes drei weitere Projekte zur Stärkung der Oberurseler Innenstadt umgesetzt werden können.
Fördermittel in Höhe von 300.000 Euro aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ wurden seitens der Brunnenstadt im Taunus beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum beantragt. Den förderfähigen Gesamtkosten von 375.000 Euro steht bei maximaler Förderung ein städtischer Eigenanteil von 75.000 Euro beziehungsweise 20 Prozent gegenüber. Die Mittel werden mit einem Sperrvermerk versehen und können nur im Falle einer Förderzusage und in dem tatsächlich für die bewilligten Maßnahmen erforderlichen Umfang eingesetzt werden.
Innenstadtentwicklung als kontinuierlicher Prozess
Mit „Zukunft Innenstadt IV“ führt Oberursel die seit dem Jahr 2021 verfolgte Innenstadtstrategie weiter. Die Förderprojekte aus „Zukunft Innenstadt I“ und „Zukunft Innenstadt II“ sind bereits abgeschlossen. Die im Rahmen von „Zukunft Innenstadt III“ entwickelten Projekte gehen nun in die weitere Prüfung und Umsetzung.
Einzelne Förderphasen stehen dabei nicht für sich, sondern bauen gezielt aufeinander auf: Erkenntnisse, Konzepte und bereits geschaffene Grundlagen werden aufgegriffen und weiterentwickelt. Gleichzeitig soll „Zukunft Innenstadt IV“ einen neuen Impuls setzen und zusätzliche Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung, die Erreichbarkeit sowie die Gestaltung und Nutzung der Innenstadt eröffnen.
„Die Entwicklung unserer Innenstadt ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Mit den bisherigen Förderphasen konnten wir wichtige Grundlagen schaffen und konkrete Projekte auf den Weg bringen. Daran knüpfen wir an und setzen zugleich mit ‚Zukunft Innenstadt IV‘ neue Impulse. Unser Ziel ist eine lebendige Innenstadt, in der Handel und Wirtschaft gute Bedingungen vorfinden, Menschen gerne Zeit verbringen und neue Ideen im Sinne der Bevölkerung Raum erhalten“, sagt Bürgermeisterin Antje Runge.
Drei Projekte für eine lebendige und zukunftsfähige Innenstadt
Der Förderantrag unter dem diesjährigen Landesmotto „Innenstadt für alle“ umfasst drei aufeinander abgestimmte Projekte.
Mit dem „Zukunftslabor Innenstadt“ sollen neue Geschäfts- und Nutzungsideen erprobt werden können. Gründende, Start-ups und weitere Anbieter sollen die Möglichkeit erhalten, geeignete Erdgeschossflächen oder andere Standorte zeitweise für Pop-up-Angebote, Zwischennutzungen und neue Formate zu nutzen. Dadurch können Konzepte unter realen Bedingungen getestet werden, ohne dass von Beginn an die finanziellen Risiken einer langfristigen Anmietung getragen werden müssen. Erfolgreiche Ansätze können perspektivisch in dauerhafte privatwirtschaftliche Nutzungen überführt werden. Gleichzeitig sollen Leerstände aktiviert, der Branchen- und Nutzungsmix erweitert und die Zusammenarbeit zwischen Gewerbetreibenden, Immobilieneigentümerinnen und -eigentümern und weiteren Innenstadtakteuren gestärkt werden.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Erreichbarkeit der Innenstadt. Geplant ist insbesondere ein dynamisches Parkleitsystem. Dieses baut unmittelbar auf „Zukunft Innenstadt III“ auf: Die dort mittels Sensorik gewonnenen Daten zur Nutzung innerstädtischer Parkmöglichkeiten sollen künftig dazu dienen, die aktuelle Auslastung ausgewählter Parkhäuser und Parkplätze anzuzeigen und Besucherinnen und Besucher gezielter zu freien Stellplätzen zu führen. Damit sollen der Parksuchverkehr reduziert und vorhandene Parkhäuser besser genutzt werden.
Ergänzend werden Fußwege von den U-Bahn-Haltestellen „Oberursel Altstadt“ und „Oberursel Stadtmitte“ in Richtung Innenstadt besser ausgeschildert und bestehende Barrieren nach Möglichkeit reduziert. Flexible Fahrradabstellanlagen können insbesondere bei Veranstaltungen zusätzliche Angebote schaffen.
Das dritte Projekt entwickelt mit dem „Grünen Weg“ die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt weiter. Im Fokus stehen zentrale Plätze und Aufenthaltsbereiche, die durch zusätzliche Begrünung und Beschattung sowie beispielsweise Sitzmöglichkeiten, Spielangebote oder Fahrradabstellanlagen aufgewertet werden. Klimaanpassung und eine möglichst barrierearme Gestaltung spielen dabei eine zentrale Rolle. Die konkreten Maßnahmen und Standorte werden auf Grundlage der Erfahrungen aus den bisherigen Förderphasen sowie im Dialog mit Politik, Bürgerschaft und Innenstadtakteuren ausgewählt.
„Alle drei Projekte greifen ineinander. Neue Nutzungen bringen zusätzliche Angebote und Frequenz in die Innenstadt; eine gute Besucherlenkung verbessert die Erreichbarkeit des Zentrums und attraktive, klimaangepasste Plätze erhöhen die Aufenthaltsqualität. Genau dieses Zusammenspiel ist für eine zukunftsfähige Innenstadt entscheidend“, erläutert Runge.
Förderentscheidung noch 2026 erwartet
Nach Angaben des Landes Hessen erfolgt die Auswahl der geförderten Projekte im November beziehungsweise Dezember 2026. Bei einer Förderzusage könnte Oberursel Anfang 2027 mit der Umsetzung beginnen. Für die Realisierung und Abrechnung der Maßnahmen besteht ein Zeitraum bis spätestens 1. Dezember 2029.
Mit dem Beschluss schafft die Stadtverordnetenversammlung die Voraussetzung dafür, die beantragte Landesförderung im Falle einer Zusage in Anspruch nehmen zu können. Damit kann die Stadt den eingeschlagenen Weg fortsetzen: Bewährtes aus den bisherigen Förderphasen weiterentwickeln, laufende Projekte umsetzen und gleichzeitig neue Ideen für eine vielfältige, wirtschaftlich tragfähige, klimaangepasste und für alle zugängliche Oberurseler Innenstadt auf den Weg bringen.
Antje Runge
Bürgermeisterin
