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Oberursel stärkt Schutz von und Aufenthaltsqualität an Gewässern
Die Population von Nilgänsen, Kanadagänsen und Nutrias hat in den vergangenen Jahren an verschiedenen Gewässern im Stadtgebiet Oberursel deutlich zugenommen. Besonders betroffen ist der Maasgrundweiher. Die Entwicklung führt zunehmend zu Belastungen für Natur, Naherholung und öffentliche Anlagen.
Belastungen für heimische Tierwelt und Naherholung
Durch die Verkotung verursachen die Tiere erhebliche Verschmutzungen auf Wegeflächen, Sitzbänken und in Spielbereichen. Dies wirkt sich deutlich auf die Aufenthaltsqualität in den Naherholungsgebieten aus. Hinzu kommt, dass insbesondere Nil- und Kanadagänse während der Aufzucht ihrer Jungtiere teilweise aggressives Verhalten gegenüber Passantinnen und Passanten zeigen. Bei der Stadtverwaltung gehen hierzu regelmäßig Beschwerden aus der Bevölkerung ein.
Auch die heimische Tierwelt ist betroffen. Kleinere Vogelarten sowie andere Entenvögel werden aus ihren Revieren verdrängt, wodurch die Biodiversität an den Gewässern leidet. Zusätzlich entstehen Schäden in landwirtschaftlich genutzten Bereichen.
Bisherige Maßnahmen reichten nicht aus
In der Vergangenheit wurden bereits verschiedene Maßnahmen zur Bestandsregulierung geprüft und umgesetzt. Diese führten jedoch nicht zu einer ausreichenden und nachhaltigen Reduzierung der Bestände. Der Magistrat der Stadt Oberursel hatte daher bereits am 4. Dezember 2023 eine jagdliche Regulierung der Gänsebestände und Nutrias beschlossen.
Mit der Novellierung der Hessischen Jagdverordnung zum 1. April 2026 wurden die Jagdzeiten unter Berücksichtigung des Elterntierschutzes angepasst. Nilgänse und Nutrias können seitdem ganzjährig bejagt werden. Für Kanadagänse wurde die Jagdzeit auf den Zeitraum vom 1. August bis 15. Januar ausgeweitet.
Ganzjährige Beobachtung und gezieltes Eingreifen
Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Oberursel erneut eine Fachfirma beauftragt, die Situation am Maasgrundweiher und am Rushmoorweiher ganzjährig zu beobachten und bei Bedarf jagdlich einzugreifen. Falls erforderlich, kann die Maßnahme auch auf weitere Gewässer im Stadtgebiet ausgeweitet werden.
Prävention und Vergrämung bleiben wichtige Bausteine
Unabhängig von der jagdlichen Regulierung setzt die Stadt Oberursel weiterhin auf ergänzende Präventions- und Vergrämungsmaßnahmen. Dazu zählen unter anderem die gestaffelte Mahd der Uferbereiche sowie die gezielte Entwicklung und Pflege dichter Ufervegetation.
Zugleich bittet die Stadt erneut darum, freilebende Wasservögel und andere wildlebende Tiere nicht zu füttern. Die Tiere finden ausreichend geeignete Nahrung in der Natur. Massives Füttern kann hingegen zu erheblichen Gewässerverschmutzungen führen und im Extremfall sogar das Umkippen von Teichen begünstigen.
Antje Runge
Bürgermeisterin
