Demokratie beginnt vor der eigenen Haustür


Im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 beteiligt sich die Stadt Oberursel an zahlreichen Projekten, die sich mit Gestaltung, Zusammenleben und demokratischer Teilhabe befassen. Eines dieser Projekte sind die „Demokratie-Orte im Taunus“, an denen Demokratiegeschichte und demokratisches Engagement im Hochtaunuskreis sichtbar gemacht werden.

Mit zwei neuen Stelen am Rathaus und am Alten Hospital wird Oberursel Teil eines Netzwerks von insgesamt 27 Demokratieorten im Hochtaunuskreis. Die künstlerisch gestalteten Orte machen sichtbar, wo Demokratie entstanden ist, gelebt wird und bis heute durch das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger aktiv gestaltet wird.

Die Stelen laden dazu ein, stehen zu bleiben, hinzuschauen und sich mit der demokratischen Geschichte und Gegenwart Oberursels auseinanderzusetzen. Über QR-Codes eröffnen sich weitere Perspektiven auf Orte, an denen Menschen Verantwortung übernommen, sich eingebracht und ihren Lebensraum gemeinsam gestaltet haben. Sie schlagen damit eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und machen Demokratie unmittelbar erfahrbar.

Demokratie lebt von Beteiligung

Für Bürgermeisterin Antje Runge steht das Projekt für das aktive Miteinander in der Stadt: „Die Stelen machen sichtbar, wie Demokratie in Oberursel gelebt wird – gestern wie heute. Wer sie in Augenschein nimmt, entdeckt spannende Kapitel unserer Stadtgeschichte und erlebt, wie viele Menschen sich über Generationen hinweg für unsere Stadt engagiert und Verantwortung übernommen haben. Demokratie ist kein Selbstverständnis. Sie lebt von Beteiligung, von Dialog und vom Mitmachen. Die Demokratie-Orte zeigen eindrucksvoll, wie stark dieses Engagement in Oberursel verwurzelt ist.“

Die Bürgermeisterin verweist dabei auf die besondere Rolle der Kommunen als Orte demokratischen Handelns. In der Stadtverordnetenversammlung, in Ausschüssen, Ortsbeiräten und zahlreichen Beteiligungsformaten werde Demokratie tagtäglich gelebt, diskutiert und gestaltet.

Das Rathaus als Ort gelebter Demokratie

Das heutige Rathaus entstand nach der Gebietsreform und der Eingliederung der Stadtteile Stierstadt, Oberstedten und Weißkirchen. Mit dem Neubau wurden zahlreiche zuvor über das Stadtgebiet verteilte Verwaltungsstellen unter einem Dach zusammengeführt. Bis heute ist das Rathaus zentraler Ort kommunaler Selbstverwaltung und demokratischer Entscheidungsfindung in Oberursel.

Das Rathaus ist heute das Zentrum demokratischer Verwaltung in Oberursel. Als öffentliche Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung und den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ist es ein Ort, an dem demokratische Entscheidungen vorbereitet, diskutiert und getroffen werden. Hier tagt die Stadtverordnetenversammlung, beraten Ausschüsse über wichtige Zukunftsfragen und werden Entscheidungen getroffen, die das Leben in Oberursel unmittelbar prägen. Gleichzeitig wenden sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen an die Verwaltung, nehmen an Beteiligungsverfahren teil oder verfolgen politische Diskussionen. Die Demokratie-Stele macht sichtbar, dass kommunale Demokratie nicht abstrakt ist, sondern unmittelbar vor Ort stattfindet.

Das Alte Hospital als Ort bürgerschaftlicher Selbstbestimmung

Das Alte Hospital geht auf eine Bürgerstiftung aus dem 16. Jahrhundert zurück und diente ursprünglich der Versorgung älterer und bedürftiger Menschen. Eine besondere demokratiegeschichtliche Bedeutung erhielt der Ort während der Revolutionszeit des Jahres 1848. Nachdem der Hospitalfonds entgegen der ursprünglichen Stiftungsgrundsätze nach Königstein verlagert worden war, setzten sich rund 220 Oberurseler Bürgerinnen und Bürger erfolgreich für die Rückkehr der Verwaltung nach Oberursel ein.

Der gemeinsame Protest gilt bis heute als eindrucksvolles Beispiel für bürgerschaftliches Engagement, Teilhabe, Ehrenamt und den erfolgreichen Einsatz für lokale Mitwirkungsrechte. Heute dient das Alte Hospital als Seniorentreff und Ort der Begegnung mit vielfältigen kulturellen und sozialen Angeboten.

Demokratie gestern, heute und morgen

„Die beiden Demokratieorte zeigen auf ganz unterschiedliche Weise, was Demokratie ausmacht. Das Rathaus steht für die demokratischen Entscheidungen, die jeden Tag für unsere Stadt getroffen werden. Das Alte Hospital erinnert daran, dass Bürgerinnen und Bürger schon vor fast 180 Jahren erfolgreich für Selbstbestimmung und Mitwirkungsrechte eingetreten sind. Beide Orte verbinden Vergangenheit und Gegenwart und machen deutlich, dass Demokratie nicht nur historisches Erbe ist, sondern jeden Tag in Oberursel neugestaltet und gelebt werden muss. In Oberursel geschieht dies seit Generationen in besonderem Maße durch Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich engagieren und ihren Lebensraum aktiv mitgestalten.“, so Bürgermeisterin Antje Runge.

Mit den beiden Standorten am Rathaus und am Alten Hospital wird Oberursel Teil eines kreisweiten Netzwerks von Demokratie-Orte. Das Projekt des Hochtaunuskreises lädt Bürgerinnen und Bürger dazu ein, die demokratische Geschichte und Gegenwart der Region aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.

Die nächsten Veranstaltungen im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 in Oberursel

Auch in den kommenden Wochen beteiligt sich Oberursel mit vielfältigen Projekten an der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. Am 11. Juni findet mit „Nachtkultur verbindet“ im Kulturcafé Windrose die nächste Veranstaltung statt. Gemeinsam mit dem Frankfurter Nachtrat und lokalen Akteurinnen und Akteuren wird über die Bedeutung von Nachtkultur, Teilhabe und lebendigen öffentlichen Räumen diskutiert.

Mit dem DemokratieKiosk im Rushmoor-Park ist Oberursel in diesem Sommer zudem Teil eines regionalen Projekts der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. Der künstlerisch gestaltete Begegnungsort schafft Raum für Austausch, Beteiligung und kreative Auseinandersetzungen mit Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens. In unterschiedlichen Veranstaltungsformaten sind Bürgerinnen und Bürger eingeladen, miteinander ins Gespräch zu kommen, Perspektiven auszutauschen und Demokratie im Alltag erlebbar zu machen. Der DemokratieKiosk steht damit beispielhaft für das Ziel der World Design Capital 2026, Gestaltung als Werkzeug für Zusammenhalt, Teilhabe und eine lebendige demokratische Kultur zu nutzen.

Weitere Informationen zum DemokratieKiosk und den Veranstaltungen im Rushmoor-Park sind unter www.demokratiekiosk.de erhältlich.

 

Antje Runge

Bürgermeisterin


Foto Bildnachweis: Stadt Oberursel

Zu sehen sind v.l.nr. Erster Stadtrat Jens Uhlig, Bürgermeisterin Antje Runge und Stadtrat Andreas Bernhardt an der neu installierten Demokratie-Orte im Taunus-Stele vor dem Oberurseler Rathaus.