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Starke Bäume, starkes Engagement
Stadtbäume sind weit mehr als prägende Elemente des Stadtbildes: Sie spenden Schatten, verbessern das Klima und leisten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität. Am vergangenen Wochenende stand der Tag des Baumes in Oberursel ganz im Zeichen der Bedeutung, Pflege und Zukunft von Stadtbäumen. Rund 35 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil.
Zum Auftakt überreichte Bürgermeisterin Antje Runge den neu hinzugekommenen Stadtbaumpatinnen und -paten Anna Lupke und Wolfgang Eholzer ihre Patenschaftsurkunden und dankte ihnen für ihr Engagement im Bereich Stadtgrün.
Beim anschließenden Stadtbaumspaziergang erhielten die Teilnehmenden interessante Einblicke in die Pflege sowie in die Entwicklung und die Herausforderungen von Stadtbäumen in Oberursel. An verschiedenen Stationen informierten Simon Raschke, Leiter der Baumkolonne beim BSO, und Sylvio Jäckel, Fachbereichsleiter Bäume beim Dienstleistungsbetrieb Dreieich und Neu-Isenburg AöR, über den Zustand ausgewählter Bäume, die Besonderheiten ihrer Standorte und ihre langfristige Zukunftsfähigkeit.
Besonders anschaulich wird dies etwa am Apfelweinbrunnen in der Oberen Hainstraße: Dort erfüllt eine etwa 50 bis 80 Jahre alte Platane trotz schwieriger Standortbedingungen wichtige Funktionen für das Stadtklima. Sie spendet Schatten, verbessert die Luftqualität und ist mit ihren zahlreichen Hohlräumen zugleich ein wertvoller sogenannter Habitatbaum für Kleintiere im Stadtgebiet.
Ein weiterer spannender Standort ist eine alte Robinie im Wendekreis der Groenhoffstraße. Der sommergrüne Laubbaum stirbt derzeit nach und nach ab, wird vom BSO jedoch so lange wie möglich erhalten, solange keine Verkehrsgefährdung besteht. Auch diese Robinie ist nicht nur ein wertvoller Habitatbaum – alte Bäume tragen mit ihrer mikroklimatischen Kühlwirkung deutlich stärker zur Verbesserung des Stadtklimas bei als neu gepflanzte Bäume.
In der Portstraße zeigt sich, wie Standorte gezielt an die Bedürfnisse von Bäumen angepasst werden können. Dort wurden auf Initiative von Bürgermeisterin Antje Runge neue Bäume nachgepflanzt. Das Besondere an diesem Standort: Nicht das Grün wurde den örtlichen Gegebenheiten angepasst, sondern umgekehrt der Standort gezielt für die Bäume hergerichtet. Die Baumscheiben verfügen nun über das erforderliche Mindestvolumen, wurden mit überfahrbarem Substrat aufgefüllt und anschließend wieder mit Asphalt geschlossen. Von außen ist diese besondere Bauweise auf den ersten Blick kaum erkennbar.
Zukunftsaufgabe Stadtgrün
Im Kulturcafé Windrose beleuchtete Sylvio Jäckel in einem Fachvortrag die zunehmenden Herausforderungen, denen Stadtbäume durch steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und veränderte Umweltbedingungen ausgesetzt sind. Zugleich zeigte er mögliche Lösungsansätze für eine nachhaltige und klimaangepasste Stadtbegrünung auf.
Im Anschluss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch bei Snacks und Live-Musik der Band „Jazzimoto“.
„In Oberursel wird der Einsatz für mehr Stadtgrün ganz konkret sichtbar: In den vergangenen anderthalb Jahren wurden im Stadtgebiet mehr als 50 Bäume gepflanzt – das entspricht in etwa einem kleinen Wald. Hinzu kommen rund 80.000 Nachpflanzungen im Forst in den vergangenen fünf Jahren. Das zeigt, welchen Stellenwert Stadtgrün für unsere Stadt hat. Besonders freue ich mich über alle Bürgerinnen und Bürger, die mit Stadtbaum- und Grünflächenpatenschaften Verantwortung übernehmen und Oberursel aktiv mitgestalten“, betont Bürgermeisterin Antje Runge.
Antje Runge
Bürgermeisterin
Fotos: Matthias Pieren
Foto 1 zeigt Bürgermeisterin Antje Runge (r.) bei der Urkundenübergabe an die neue Baumpatin Anna Lupke.
Foto 2 zeigt sie bei der Urkundenübergabe an den neuen Baumpaten Wolfgang Eholzer.


