- Rathaus
- Erleben & Entdecken
- Leben & Wohnen
- Wirtschaft & Stadtentwicklung
Inormation
Stadtarchiv nutzt Fördermittel zur Bestandserhaltung historischer Stadtprotokollbücher
Eine kürzlich eingegangene Fördermittelzusage der Koordinierungsstelle zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts, kurz KEK, sorgt in Oberursel (Taunus) für den Erhalt historischer Stadtprotokollbücher. „Die Maßnahme ist eine wichtige Voraussetzung, damit unsere Stadtgeschichte besser in Forschungsvorhaben einfließen kann, denn die Bücher sollen letztendlich digitalisiert werden, um sie besser zugänglich zu machen“, erklärt Bürgermeisterin Antje Runge.
Rats- und Magistratsprotolle bilden das Rückgrat der schriftlichen Überlieferung einer Stadt. Oberursels Ratsprotokolle gehen bis in das Jahr 1659 zurück – dem Jahr der Wiedererrichtung des neuen, heute alten, Rathauses am Marktplatz nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg. Damit hatte die Stadt wieder einen Ort, an dem sie ihre Unterlagen sichern konnte. Das war die Voraussetzung für den heute noch erhaltenen Bestand. Die Protokollbände enthalten alle wesentlichen Ereignisse und rechtsrelevanten Geschäfte der Stadtgeschichte und spiegeln sowohl das Verwaltungshandeln als auch das Alltagsleben der Bürgerinnen und Bürger wider. Die frühen Protokollbände enthalten die Niederschriften von bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten.
Oberursels Geschichte in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg bis zum Ende des Alten Reichs war geprägt vom mühsamen Wiederaufbau des zerstörten Städtchens und der Ansiedlung von Mühlen und Kupferhämmern am Urselbach. 1806 ging Oberursel an das Herzogtum Nassau über. Im Zuge der industriellen Revolution blühte die Stadt durch die gute Verkehrslage zu Frankfurt auf. Die Wasserkraft hatte frühindustrielle Betriebe angezogen und bald galt Oberursel als die industriereichste Stadt des Herzogtums.
Das Stadtarchiv hatte den Bestand für die Bundessicherungsverfilmung vorgesehen. Priorisiert werden vom Bund Bestände mit hohem kulturhistorischen Wert und hohem Auswertungspotential. Für die Oberurseler Bestände liegt die Zusage bereits vor.
Doch bei der vorbereitenden Durchsicht der Bände fielen bei zahlreichen Büchern sehr starke Verschmutzungen, Wasser- und Schimmelschäden auf. Die Bücher haben im Laufe der Zeit einiges mitgemacht. Einige Bände sind mechanisch stark beschädigt, bei anderen Bänden ist ein Teil der Schrift mit Papierstreifen überklebt. Die Protokollbände müssen zunächst digitalisierungsfähig gemacht werden.
Schimmel ist gesundheitsschädigend und muss beseitigt werden. Die Behandlung erfolgt durch eine sogenannte Trockenreinigung unter einer mikrobiologischen Abluftanlage durch einen Restaurierungsbetrieb. Für diese Maßnahme wurde bei der KEK ( https://www.kek-spk.de/presse ) der genannte Förderantrag gestellt. Gefördert werden Projekte dieser Art gemeinsam durch die KEK, den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Ländergemeinschaft über die Kulturstiftung der Länder.
In das Projekt wurden bei dieser Gelegenheit weitere Protokollbände städtischer Gremien wie der Stadtverordnetenversammlung und diverser Ausschüsse wie der Schul- und Baudeputation, dem Wohlfahrtsausschuss oder dem Ausschuss für Heimatschutz bis zum Jahr 1933 eingeschlossen. Rund 80 Protokollbände werden in Kürze von dem beauftragten Restaurierungsbetrieb abgeholt.
Nach der Verfilmung und Digitalisierung, die voraussichtlich im nächsten Jahr erfolgen können, werden die Digitalisate in das Archivinformationssystem Arcinsys eingebunden.
Antje Runge
Bürgermeisterin
