Oberursel investiert in die Zukunft seines Stadtzentrums


Mit der Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ von Bund und Land Hessen hat die Stadt Oberursel Ende 2025 einen wichtigen Meilenstein für die Zukunft des Oberurseler Stadtzentrums erreicht. Nun folgen die nächsten konkreten Schritte: Für die Erarbeitung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) sowie das Fördergebietsmanagement soll die Nassauische Heimstätte beauftragt werden. Gleichzeitig wird mit einer Machbarkeitsstudie für das Rathausareal eines der zentralen Projekte im Fördergebiet vorbereitet.

Die Bewerbung um die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm wurde 2025 mit breiter Unterstützung von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und anschließend beim zuständigen Ministerium eingereicht. Mit der erfolgreichen Aufnahme in das Programm können die damals angestoßenen Planungen nun in die nächste Phase gehen.

„Mit der Aufnahme in das Förderprogramm haben wir die Chance erhalten, die Zukunft unseres Stadtzentrums aktiv, ganzheitlich und nachhaltig zu gestalten. Jetzt beginnt die konkrete Arbeit daran, wie wir unsere Innenstadt weiter stärken und noch lebenswerter machen können. Dabei geht es nicht nur um Gebäude und öffentliche Plätze, sondern vor allem um die Menschen, die hier leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Gleichzeitig investieren wir bereits heute in notwendige Maßnahmen und behalten dabei die langfristige Entwicklung unserer Innenstadt im Blick. Mit den nächsten Schritten stellen wir die Weichen für die Entwicklung unseres Stadtzentrums in den kommenden Jahren“, sagt Bürgermeisterin Antje Runge.

Das rund 74 Hektar große Fördergebiet „Oberursel Zentrum“ wurde im November 2025 in das Städtebauförderprogramm aufgenommen. Als Grundlage für die weitere Entwicklung des Gebiets wird nun ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet. Es beschreibt die Ziele und Maßnahmen für die Entwicklung des Fördergebiets, bildet den strategischen Rahmen für die Umsetzung des Städtebauförderprogramms in den kommenden zehn Jahren und schafft die Grundlage für zukünftige Projekte.

Mit der Nassauischen Heimstätte steht ein erfahrener Partner für die Erarbeitung des ISEK und das Fördergebietsmanagement bereit. Das Unternehmen begleitet zahlreiche Städte und Kommunen im Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ und überzeugte im Auswahlverfahren insbesondere durch seinen konkreten Bezug zu Oberursel. Ziel ist es, die Entwicklung des Fördergebiets „Oberursel Zentrum“ in den kommenden Jahren fachlich zu begleiten und konkrete Projekte auf den Weg zu bringen.

Die langfristige Entwicklung des Fördergebiets ergänzt dabei die bereits laufenden Investitionen in das Rathaus und weitere städtische Infrastruktur. Ziel ist es, notwendige Maßnahmen in der Gegenwart mit einer vorausschauenden Entwicklungsperspektive für die kommenden Jahre zu verbinden.

Die aktuellen Untersuchungen zum Rathausareal bauen dabei auf zahlreichen Vorarbeiten, Gutachten und politischen Entscheidungen der vergangenen Jahre auf. Die schrittweise Sanierung des Rathauses und die langfristige Entwicklung des Areals folgen einem breiten politischen Konsens, der über viele Jahre hinweg immer wieder bestätigt wurde.

Rathausareal als wichtiger Entwicklungsschwerpunkt

Ein besonderer Schwerpunkt innerhalb des Fördergebiets liegt auf dem Rathausareal. Mit einer Machbarkeitsstudie soll nun untersucht werden, wie sich das Areal künftig weiterentwickeln kann.

Dabei geht es sowohl um die Gestaltung der Freiflächen als auch um die zukünftige Nutzung des Rathauses. Ziel ist es, das Rathausareal als attraktiven und identitätsstiftenden Ort weiterzuentwickeln, der Innenstadt, Rathaus und öffentliche Freiräume besser miteinander verbindet. Gleichzeitig sollen die Anforderungen und Bedarfe der verschiedenen künftigen Nutzerinnen und Nutzer in die Betrachtungen einfließen.

Untersucht werden unter anderem die Verbesserung der Wegebeziehungen für Fuß- und Radverkehr, die Aufwertung der Platz- und Aufenthaltsbereiche sowie neue Nutzungsmöglichkeiten innerhalb des Rathauses.

„Das Rathausareal besitzt bereits heute großes Potenzial für die weitere Entwicklung unserer Innenstadt und kann künftig noch stärker als Ort der Begegnung, des Austauschs und des gesellschaftlichen Miteinanders wirken. Die Machbarkeitsstudie hilft uns dabei, konkrete Perspektiven für einen Ort zu entwickeln, der für viele Menschen im Alltag eine wichtige Rolle spielen kann – als Treffpunkt, Lernort und Raum für gemeinschaftliches Leben. Konkret fördert das Programm eine Revitalisierung von Gebäuden, wenn weitere öffentliche Nutzungen hinzukommen. Nur so können wir die Sanierung des Rathauses auf den Weg bringen“, so Runge.

Ein wichtiger Baustein der Untersuchung ist die Idee eines sogenannten „Dritten Ortes“ – eines offenen Treffpunkts für Bildung, Begegnung und kulturelle Teilhabe. Die Machbarkeitsstudie soll dabei auch aufzeigen, wie sich durch die Weiterentwicklung des Rathausareals unterschiedliche Anforderungen zusammenführen lassen und welche neuen Perspektiven sich daraus unter anderem für einen gemeinsamen Ort der Stadtbücherei und der Volkshochschule ergeben können, die beide dringend neue Räume benötigen und gerade für die Stadtbücherei auch Einsparungen durch eine wegfallende Miete möglich werden.

Die Studie soll verschiedene Nutzungsszenarien, deren Wirtschaftlichkeit sowie mögliche Umsetzungswege untersuchen und damit eine fundierte Grundlage für weitere politische Entscheidungen schaffen.

Langfristiger Entwicklungsprozess bis 2036

Der Entwurf des ISEK wird voraussichtlich Anfang 2027 beim zuständigen Ministerium eingereicht. Nach der vorgesehenen Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung im Frühjahr 2027 bildet das Konzept die Grundlage für die schrittweise Umsetzung der Maßnahmen im Fördergebiet bis zum Jahr 2036.

Die Stadt kann dabei auf zahlreiche Vorarbeiten aufbauen. Viele Ideen, Anregungen und Entwicklungsperspektiven für die Innenstadt wurden bereits im Rahmen des Stadtentwicklungsplans (STEP) sowie des Projekts „Zukunft Innenstadt“ zusammengetragen. Diese Erkenntnisse können nun in die weiteren Planungen für das Fördergebiet „Oberursel Zentrum“ einfließen.

 

Antje Runge
Bürgermeisterin