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Wärme mit Weitblick – Oberursel stellt frühzeitig die Weichen für die Energiezukunft
Die Stadt Oberursel (Taunus) treibt die strategische Ausrichtung ihrer künftigen Wärmeversorgung weiter voran.
Der Ausschuss für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz (BUKA) hat in seiner Sitzung am Mittwoch, den 10. Juni 2026, per Beschluss der Stadtverordnetenversammlung empfohlen, die kommunale Wärmeplanung in deren Sitzung am Donnerstag, den 25. Juni 2026 wiederum offiziell zu beschließen. Sie bildet die Grundlage dafür, wie Oberursel langfristig den Weg zu einer klimaneutralen, sicheren und wirtschaftlich tragfähigen Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 gestaltet.
Mit der kommunalen Wärmeplanung erhält die Stadt einen Orientierungsrahmen, der aufzeigt, welche Formen der Wärmeversorgung in welchen Bereichen der Kommune im Taunus künftig realistisch und sinnvoll sind. Betrachtet werden unterschiedliche Versorgungsarten wie bestehende und mögliche Fernwärmegebiete, individuelle erneuerbare Wärmeversorgung sowie einzelne Bereiche, in denen perspektivisch klimaneutrale Gase eine Rolle spielen können.
„Die kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiger Schritt, um den Menschen in Oberursel Orientierung zu liefern. Gerade beim Thema Heizen gibt es viele Fragen, Unsicherheiten und auch Sorgen. Es ist wichtig festzuhalten, dass die Wärmeplanung derzeit niemanden unmittelbar zu konkreten Maßnahmen oder zu einem Heizungswechsel verpflichtet. Es wird vielmehr aufgezeigt, welche Entwicklungsperspektiven es für die Wärmeversorgung in Oberursel geben kann. Damit schaffen wir Transparenz – für Bürgerinnen und Bürger, für Eigentümerinnen und Eigentümer, für Unternehmen und für alle, die langfristig Entscheidungen über Gebäude und Energieversorgung in der Brunnenstadt treffen müssen“, erklärt Bürgermeisterin Antje Runge.
Orientierung statt Verunsicherung
Der Wärmesektor verursacht in Oberursel laut Vorlage mehr als 50 Prozent der Treibhausgasemissionen. Die kommunale Wärmeplanung ist daher ein zentraler Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Gleichzeitig versteht die Stadt die Planung ausdrücklich nicht als kurzfristigen Maßnahmenkatalog, sondern als langfristige Strategie.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Oberursel die Wärmeversorgung Schritt für Schritt zukunftsfähig aufstellen kann. Dazu gehören Versorgungssicherheit, Klimaschutz, wirtschaftliche Vernunft und eine verlässliche Perspektive für die Menschen vor Ort. Die Wärmeplanung unterstützt dabei, Entscheidungen besser einzuordnen, Fehlinterpretationen zu vermeiden und künftige Entwicklungen frühzeitig vorzubereiten.
Oberursel übernimmt früh Verantwortung
Oberursel nimmt mit der kommunalen Wärmeplanung im regionalen Vergleich eine Vorreiterrolle ein. Während Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ihre Wärmeplanung bis zum 30. Juni 2026 vorlegen müssen, gilt für Kommunen wie Oberursel mit rund 50.000 Bürgerinnen und Bürgern die gesetzliche Frist bis zum 30. Juni 2028. Oberursel hat den Prozess dennoch frühzeitig angestoßen und die Planung bereits fertiggestellt. Damit schafft die Stadt deutlich vor Ablauf der für sie maßgeblichen Frist eine strategische Grundlage für die künftige Wärmeversorgung. Diese frühe Befassung und Fertigstellung verdeutlicht, dass Oberursel die Wärmewende nicht erst dann angeht, wenn gesetzliche Fristen unmittelbar greifen, sondern vorausschauend handelt.
Beteiligung als Grundlage
Das Beteiligungsverfahren zur kommunalen Wärmeplanung fand vom 21. November 2025 bis 18. Januar 2026 statt. Insgesamt gingen 17 Stellungnahmen ein. Die Rückmeldungen aus der Beteiligung wurden geprüft und in den weiteren Prozess einbezogen.
Auch nach dem Beschluss bleibt die Wärmeplanung ein fortlaufender Prozess. Die Stadt Oberursel wird die Planung gemeinsam mit den Stadtwerken Oberursel weiterentwickeln und jährlich überwachen. Neue technische Entwicklungen, rechtliche Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten, Energiepreise und konkrete Umsetzungsschritte können damit kontinuierlich berücksichtigt werden.
Gemeinsam Schritt für Schritt weitergehen
Die Stadt Oberursel setzt bei der Kommunikation zur Wärmeplanung auf Verständlichkeit, Dialog und eine klare Erwartungssteuerung innerhalb der Bevölkerung. Komplexe Fragen rund um Fernwärme, Wärmepumpen, klimaneutrale Gase oder individuelle Lösungen werden seitens der Stadt sachlich, nachvollziehbar und kontinuierlich erläutert. Verständlichkeit, Bürgerdialog und Orientierung dienen in diesem Zusammenhang dazu, mögliche Verunsicherung aktiv aufzugreifen und die Bürgerinnen und Bürger auch künftig mit verständlichen Informationen und geeigneten Formaten mitzunehmen.
„Oberursel geht diesen Schritt bewusst frühzeitig. Obwohl wir als Stadt unserer Größenordnung noch Zeit bis 2028 hätten, haben wir die kommunale Wärmeplanung bereits jetzt erarbeitet. Damit schaffen wir frühzeitig Transparenz für die Menschen in unserer Stadt. Die Wärmewende wird nicht von heute auf morgen umgesetzt. Sie ist ein schrittweiser Prozess, den wir gemeinsam gestalten. Entscheidend ist, dass wir frühzeitig die richtigen Grundlagen schaffen und dabei die unterschiedlichen Ausgangslagen in unserer Stadt berücksichtigen. Die kommunale Wärmeplanung ist Teil einer modernen, resilienten Stadtentwicklung und unterstützt dabei, ökologische Verantwortung, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander zu verbinden“, so Bürgermeisterin Antje Runge.
Verlässlicher Rahmen – offen für neue Entwicklungen
Mit dem Beschluss der kommunalen Wärmeplanung schafft die Stadt Oberursel einen strategischen Rahmen für die kommenden Jahre. Dieser Rahmen bietet Orientierung, ohne vorschnelle Festlegungen zu treffen. Ziel ist es, die künftige Wärmeversorgung verlässlich, klimafreundlich und realistisch weiterzuentwickeln. Dabei ist die kommunale Wärmeplanung ausdrücklich anpassungsfähig angelegt. Sie bildet den aktuellen Wissens- und Planungsstand ab, kann aber bei neuen Erkenntnissen, technischen Entwicklungen, geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen oder konkreten Projekterfahrungen fortgeschrieben werden. Die Stadt wird die nächsten Schritte transparent begleiten, über weitere Entwicklungen informieren und die Wärmeplanung gemeinsam mit den beteiligten Akteuren fortlaufend überprüfen und weiterentwickeln.
Antje Runge
Bürgermeisterin
