Auflösung der Verkehrskommission – Effizienz und veränderte Arbeitsstrukturen machen Schritt notwendig


Nach fast zwei Jahrzehnten endet die Arbeit der Verkehrskommission der Stadt Oberursel (Taunus). Der Magistrat hat in seiner Sitzung vom 22. September beschlossen, das Gremium mit Ablauf der laufenden Wahlperiode aufzulösen. Der Bau-, Umwelt- und Klimaschutzausschuss wird über die Entscheidung informiert.

Hintergrund der Entscheidung

Die Verkehrskommission wurde im Jahr 1997 erstmalig und im Jahr 2006 dauerhaft durch Beschluss des Magistrats eingerichtet, um den Magistrat in Fragen von verkehrstechnischer Bedeutung zu beraten. Neben Vertreterinnen und Vertretern aus Magistrat und Stadtverordnetenversammlung waren auch sachkundige Bürgerinnen und Bürger der Brunnenstadt aus Institutionen wie beispielsweise der Polizei, dem ADFC, der Freiwilligen Feuerwehr oder Fokus O beteiligt.

Ziel war es, den Austausch zu Verkehrsfragen in Oberursel zu fördern und praxisnahe Empfehlungen für die politischen Gremien zu erarbeiten. In den vergangenen Jahren zeigte sich jedoch, dass die ursprünglich verfolgte Funktion zunehmend von anderen Formaten übernommen wurde – etwa durch den direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern, themenbezogene Workshops oder das Bürgertelefon, das bereits seit vielen Jahren eine etablierte Anlaufstelle ist.

Gründe für die Auflösung

Die Stadtverwaltung sieht in der Auflösung der Kommission einen Schritt zu mehr Effizienz und schlankeren Strukturen. Der personelle und zeitliche Aufwand für Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Sitzungen stand zuletzt in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag.

So wurden in den vergangenen Jahren nur noch wenige Sitzungen abgehalten, bei denen sich inhaltlich kaum neue Impulse ergaben. Themen, die in der Verkehrskommission diskutiert wurden, werden inzwischen direkt über die politischen Ausschüsse, die Ortsbeiräte, die Verwaltung oder Bürgerdialogformate bearbeitet. Zahlreiche dieser Gremien und Institutionen tagen im Gegensatz zur Verkehrskommission öffentlich, wodurch stellt mehr Transparenz und Partizipation für die interessierte Bürgerschaft geschaffen wird.

„Die Entscheidung fiel uns zunächst nicht leicht, denn die Verkehrskommission war über viele Jahre ein wichtiges Forum für Austausch und Beteiligung“, betont Stadtrat Andreas Bernhardt und ergänzt: „Nach sorgfältiger Abwägung sind wir jedoch zu dem Schluss gekommen, dass dieser Schritt richtig und notwendig ist. Die Arbeitsweise der Verwaltung hat sich verändert, Prozesse sind direkter und effizienter geworden. Die Auflösung der Kommission ist deshalb kein Zeichen mangelnder Wertschätzung, sondern Ausdruck einer modernen Verwaltungsstruktur.“

Effizienzgewinn und Ressourcenschonung

Mit dem Wegfall der Kommission entfallen auch Aufwandsentschädigungen für Mitglieder sowie der organisatorische Aufwand für Protokollführung und Verwaltung. Dadurch werden Ressourcen frei, die künftig gezielter für konkrete Verkehrsprojekte und Bürgeranliegen eingesetzt werden können.

Die Verwaltung betont, dass Bürgerinnen und Bürger weiterhin vielfältige Möglichkeiten haben, verkehrsbezogene Themen einzubringen – etwa über das Bürgertelefon, das Online-Meldesystem oder im direkten Kontakt mit den zuständigen Fachstellen.

 

Andreas Bernhardt

Stadtrat