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Kanalnetzsanierung geht weiter - ohne Ausgrabungen = kaum Einschränkungen

Kanalnetz wird ohne Aufgrabungen saniert – kaum Einschränkungen durch geschlossene Bauweise

Aktuell werden in Oberursel rund 310 Kanalhaltungen mit einer Länge von über 12.000 m im Rahmen des

7. Bauabschnittes der Kanalsanierung gemäß der Eigenkontrollverordnung des Landes Hessen (EKVO) saniert.

Das Kanalnetz von Oberursel

Das öffentliche Oberurseler Kanalnetz hat eine Länge von rund 178 km. Die Kanäle haben einen Durchmesser zwischen 20 cm und 200 cm.

Im Zuge der Eigenkontrollverordnung (EKVO) des Landes Hessen wird das Kanalnetz in Oberursel regelmäßig untersucht. Aufgrund von Verkehrsbelastung, Alter der Kanäle und Zusammensetzung des Abwassers und unter Berücksichtigung des Stands der Technik in der Zeit, als die Kanäle verlegt wurden, zeigt sich ein hoher Instandsetzungsbedarf.

Bislang wurden die Kanäle in 6 Bauabschnitten saniert, die Kosten betrugen rd. 6,4 Mio. €. In den bisherigen Bauabschnitten wurde die Priorität in der Sanierung meist auf Kanalleitungen in Wasserschutzzonen, Leitungs-durchmesser 50 cm oder größer und auf einige besonders schadhaften Kanäle gesetzt. Saniert wurden hier Kanäle in Oberstedten, Oberursel Nord, der Oberurseler Altstadt, Bommersheim und Stierstadt.

Der erste Bauabschnitt begann mit der flächenhaften Kanalsanierung 2008 mit dem ältesten Kanalbestand in der Altstadt von Oberursel.

Aktuell laufen die Sanierungsarbeiten im Zuge des
7. Bauabschnitts. Dieser umfasst Kanäle in Oberstedten und Weißkirchen, die meist einen sofortigen oder kurzfristigen Handlungsbedarf aufweisen. Die Sanierungsarbeiten haben im Oktober begonnen und dauern rd. 5 Jahre. Die Kosten betragen voraussichtlich rd. 1,5 Mio €.

Sanierungsverfahren

Die Kanalhaltungen werden in geschlossener Bauweise (ohne Aufgrabung) punktuell oder komplett durch Roboter bzw. händisch saniert.

Bei der kompletten Sanierung wurde aus bautechnischen und wirtschaftlichen Erwägungen wiederholt das spezielle Sanierungsverfahren „Compact Pipe“ für die Kanalhaltungen mit einem Durchmesser von 25 cm bis 50 cm gewählt. Bei diesem Inliner-Verfahren wird ein C-förmig geformtes HDPE-Rohr in die vorbereitete Haltung eingezogen. Durch Zufuhr von Druck und Wärme legt sich der Liner an die Rohrwandung des Kanals an und härtet aus.

Die Kanäle mit einem größeren Durchmesser als 50 cm oder kleiner als 25 cm werden mit GFK-Liner saniert. Der Einbau des Liners erfolgt wie bei Compact Pipe. Der Unterschied hierbei ist das Material (Glasfaserverstärkter Kunststoff) und die Aushärtungsmethode durch UV-Lampen.

Vorteile des Verfahrens

Zu den Vorteilen zählt neben der kurzen Einbauzeit die Tatsache, dass im Gegensatz zum offenen Rohrleitungsbau Aufgrabungen in der Regel entfallen. Damit halten sich die Beeinträchtigungen für die Anwohner sowie den Fußgänger- und Straßenverkehr in akzeptablen Grenzen. Zur Baustelleneinrichtung zählen neben einem Kamerawagen mit Fräsroboter eine Seilwinde, ein Fahrzeug mit dem Dampfkessel bzw. UV- und Druckanlage sowie der Überwachungswagen für die Kanalroboter.

Neben den geringen Beeinträchtigungen für die Anwohner zählen zu den Vorteilen der grabenlosen Bauweise die „vergleichsweise“ niedrigeren Sanierungskosten. Die Sanierung in „offener Bauweise“ kostet rund das Dreifache.

Michael Maag

BSO-Betriebsleiter