friedhofskultur

Grünpflegearbeiten auf Oberursels Friedhöfen

Grünpflege, Schutz und Friedhofskultur – die Arbeit auf den Oberurseler Friedhöfen

Vermehrt erreichten den Bau & Service Oberursel in den vergangenen Wochen Rückfragen von Bürgerinnen und Bürgern zur Grünpflege auf den Friedhöfen. Mit einem Blick „hinter die Kulissen“ der Friedhofsleitung möchten wir die Maßnahmen näher erläutern und die Gestaltungsideen der Oberurseler Friedhöfe skizzieren. Denn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeichnet neben dem grünen Daumen auch ein großes Fachwissen rund um die Friedhofskultur aus.

Gestaltungsidee der Friedhöfe

Alle anfallenden Arbeiten auf den Friedhöfen werden von einem Gärtnermeister mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Friedhofs­pflege überwacht und gesteuert. Dabei wird auch immer die Tradition der Oberurseler Friedhofskultur im Auge behalten. In unserer schnelllebigen Zeit wird das Gedenken an die Vorfahren mit der notwendigen Grünpflege auf den Friedhöfen in Einklang gebracht. Friedhöfe sind dabei nicht nur Ort der Besinnung, sondern auch Orte der Erholung in einer parkähnlichen Umge­bung, die der ökologischen Nachhaltigkeit dienen.

Den Besonderheiten der einzelnen Friedhöfe wird dabei stets Rechnung getragen. Daher liegt auf dem Alten Friedhof z. B. ein großes Augenmerk auf dem Erhalt der zahlreichen Bäume. Insgesamt sollen auf den Friedhöfen Pflanzen angesetzt werden, die der Biodiversität förderlich sind. Parallel wird natürlich auf Kosteneinsparung geachtet. Und natürlich ist der Schutz der Besucherinnen und Besucher der Friedhöfe, z. B. durch das Überprüfen der Bäume auf Standsicherheit, ein Ziel der Arbeiten. Sollten dann eventuell Bäume oder Büsche entfernt werden müssen, sind immer Ausgleichsmaßnahmen geplant.

Arbeiten auf dem Alten Friedhof

Die Bäume im Bereich der Kriegsgräber rund um die Trauerhalle des „Alten Friedhofs“ in Bommersheim wurden Ende des ver­gangenen Jahres außerhalb der Vogelbrutzeit von Totholz befreit. Zusätzlich werden vor solchen Maßnahmen die Bäume oder Büsche immer auf vorhandene Vogelnester untersucht. 

Das Totholz und aneinander reibende Äste im unteren Bereich der Bäume kann durch die Beschädigung des Hauptholzes zu langfristigen Schäden führen und die vorzeitige Erkrankung des Baums begünstigen. Ferner war der Baumbestand im unteren Bereich der Stämme mit Efeu und Brombeeren verwachsen. Was auf den ersten Blick idyllisch wirkt, hat aber negative Folgen: Der Efeu-Bewuchs über mehrere Jahre kann direkte Schäden am Baum verursachen. Wächst der Efeu bis in die Krone oder werden die Triebe zu dick oder wachsen in das Stammholz ein, gefährdet dies die Standsicherheit der Bäume. Der Bewuchs verhindert auch eine ordnungsgemäße Baum­kontrolle, so dass Schädigungen des Baums zu spät oder gar nicht erkannt werden. Und er verhindert die Überprüfung auf Rissbildungen im Bodenbereich, was vor allem bei den Fichten rund um die Trauerhalle notwendig ist, da diese ein erhöhtes Standsicherheitsrisiko bei Sturm darstellen.

Auch die Kriegsdenkmale aus Sandstein waren stellenweise mit Efeu umwachsen, welches zusätzlich zwischen Grabmal und Fundamentierung einrankte. Dadurch entstehen langfristig Schä­den am Sandstein, da die Haftwurzeln die Sandstein-Oberfläche angreifen und porös werden lassen. Auch dieser Bewuchs wurde fachgerecht entfernt.

Vollständig abgeschlossen werden die Arbeiten dann in nächster Zeit durch die Auffüllung von Erde im Baumstreifen und das Einsäen von Rasen.

Arbeiten auf dem Friedhof Weißkirchen

Auf dem Friedhof in Weißkirchen war die Mischhecke zwischen den Urnengrabstätten und der Friedhofsmauer stark mit Wild­wuchs (wie z.B. Brombeeren) verwachsen. Bei regelmäßigen Pflegegängen und beim Öffnen von Urnenlöchern in den letzten Jahren wurde festgestellt, dass im Bereich der Grabstätten ein hoher Wurzeldruck die Gräber belastet.

Um Schäden an den Fundamentierungen der Grabmale und an der Friedhofsmauer zu vermeiden, wurden die Gehölze entfernt. Dies geschieht auch im Interesse der grabnutzungsberechtigten Bürgerinnen und Bürger, denn hohe Instandhaltungskosten der Grabmale können auf diese Weise vermieden werden. Schad­hafte Stellen in der Friedhofsmauer werden noch ersetzt. Auch in Weißkirchen wurde die Hecke vor Entfernen erst auf Vogel­nester durchgesehen. Auf der jetzt entstandenen freien Fläche wird eine Blühwiese mit neuem Lebensraum für Insekten und kleinste Lebewesen entstehen.  

Im Bereich der Friedhain-Anlage wurden als Ausgleichsmaß­nahme weitere Gehölze neu gepflanzt. In diesem Bereich stehen somit drei neue Gehölze an Stellen, wo es bis vor kurzem nur Rasenfläche gab.

Für weitere Fragen und Anregungen steht die Friedhofsleitung des Bau & Service Oberursel gerne zur Verfügung.

Michael Maag

Betriebsleiter BSO