STADTARCHIV

Jubiläumsdaten 2021 - die Vorschau auf das kommende Jahr: Teil I

Aus dem Stadtarchiv: Runde Jubiläen im Jahr 2021 – Teil 1

Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben ver­ändert – doch eine Konstante gibt es: die Serie des Stadtarchivs mit den Jubiläumsdaten für das kom­mende Jahr! Hier ist sie wieder, die alljährliche Vorschau auf die besonderen Jubiläen. Wegen der Fülle an Daten hat Stadtarchivarin Andrea Bott nur die herausragenden „runden Jubiläen“ ausgewählt für ihre dreiteilige Vorschau auf 2021. Wir beginnen heute mit Teil 1, Teil 2 und 3 folgen in den nächsten Tagen.

Vor beinahe fünfzig Jahren, und zwar 1971, wurde z.B. der Hospitalfonds aufgelöst, der Hauptfried­hof eingeweiht, die Kirche St. Sebastian in Stier­stadt geweiht und die Integrierte Gesamtschule Stierstadt eingerichtet.

Vor 25 Jahren bewegte die erste Direktwahl eines Landrats die Gemüter und das einigen Bürgerinnen und Bürgern noch heute bekannte Kaufhaus Mann schloss seine Pforten.

Nicht vergessen werden sollte die Einweihung des neuen Gebäudes der Erich-Kästner-Schule vor 25 Jahren.

Für 2011 sei an das historische Großereignis Hessentag in Oberursel erinnert. Und die Feld­bergschule ist seit 10 Jahren selbständige Schule.

Vor 50 Jahren

Der Hospitalfonds entstand aus Geldmitteln der Bürgerschaft. Im März 1848 holten etwa 50 Bürger den 1830 nach Königstein verbrachten Fonds aus dem Amtshaus in Königstein. So hatte auch Oberursel seine Revolution! 1958 wurde das aus Mitteln des Fonds betriebene Altersheim „Hospital“ geschlossen. Am 25. Januar 1971 verfügte der Landrat die Auflösung des Hospitalfonds. Im Hospi­tal befindet sich heute die Elternberatung. Sie zählt seit 1991 zu einer der ersten Beratungseinrich­tungen für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern in Deutschland, die den Fokus der Beratung und Behandlung auf die Eltern-Kind-Beziehung legen. Auch die Kontakt- und Begegnungsstätte „Senio­rentreff Altes Hospital“ für Menschen der Generation 60+ befindet sich dort. Nicht zu vergessen ist auch der Verein für Geschichte und Heimatkunde, der im Hospital sein Archiv und seine Geschäftsstelle hat.

Der Hauptfriedhof An der Waldlust wurde am 16. März 1971 eingeweiht. Zu­nächst hatten drei mög­liche Standorte zur Auswahl gestanden: im Gebiet der Oberstedter Straße, die Erweiterung des heuti­gen Südfriedhofs durch eine Fläche unterhalb der Bommersheimer Straße und das dann letztlich genutzte An der Waldlust. Der Friedhof erhielt eine große, dreiflügelige Trauerhalle. Der Oberurseler Georg Hieronymi sorgte für die künstlerische Aus­gestaltung der Inneneinrichtung der Halle. 1981 erhielt der Friedhof eine vom Oberurseler Bürger Anton Ritschny gestiftete Bronzeplastik zur Erinne­rung an Flucht und Vertreibung zum Kriegsende 1945.

Die Weihe der neuen Kirche St. Sebastian in Stierstadt fand ebenfalls vor 50 Jahren statt, und zwar am 4. Juli 1971. Sie wurde nicht nur durch das Anwachsen der Kirchengemeinde durch Flüchtlinge und Vertriebene nötig, sondern auch durch die ver­änderte Vorstellung von Gemeindegottesdiensten. Der seit 1. April 1969 durch den Frankfurter Archi­tekten Bernhard Weber errichtete Neubau wurde am 1. November 1970 bezogen. Anschließend er­folgte der Abriss der alten Kirche, deren unter Denk­malschutz stehender Turm erhalten blieb. Dieser Turm mit der schiefen Turmspitze ist der Westturm der Sankt Sebastian-Kapelle von 1348. Schließlich fand am 4. Juli 1971 die Konsekration der Kirche statt.

Auch die Integrierte Gesamtschule Stierstadt (IGS) wird 50 Jahre alt. Die IGS vom 1. August 1971 geht auf die Verbandsschule Vordertaunus zu­rück, deren erster Bauabschnitt 1963 begonnen und im April 1965 eingeweiht wurde. Ein Blick in die aktuelle Tagespresse verrät, dass Teile der Schule niedergelegt und neu errichtet werden. Integrierte Gesamtschulen sind Schulen, in denen alle Schüler, ob mit Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasialem­pfehlung, gemeinsam unterrichtet werden. Ziel die­ser Schulen ist es, dass die Schüler das gemein­same Lernen und den sozialen Umgang miteinan­der erleben und zugleich ihrem individuellen Leis­tungsvermögen gemäß unterrichtet und gefördert werden. Die IGS Stierstadt ist seit 2008 Teamschule und wurde 2009 zur offenen Ganztagsschule ausgebaut. Seit dem Schuljahr 2018/ 2019 bietet sie auch die Gymnasiale Oberstufe an – der erste Gymnasialjahrgang wird im Jubiläumsjahr das Abi­tur ablegen.

Im Neubau der „Beschützenden Werkstatt“ An den Drei Hasen, errichtet vom Oberurseler Schrei­nermeister August Kunz, nahmen am 2. August 1971 insgesamt 27 behinderte Menschen ihre Arbeit auf. Die Bezeichnung aus den 1970er-Jahren „Be­schützende Werkstatt“ beschreibt anschaulich, dass zum Wohl der schwer-, schwerst- und mehrfach behinderten Menschen vor allem die pädagogische Betreuung und Beschäftigungstherapie im Vorder­grund standen. Heute werden Menschen mit Handi­cap nicht mehr als „Randgruppe“, sondern als ein Teil der Gesellschaft wahrgenommen. Daher sind derartige Einrichtungen wie die Oberurseler Werk-stätten mit ihren Arbeitsbereichen „Produktion“ und „Dienstleistungen“ ein Partner der Wirtschaft. Seit 2001 ist es gesetzlich verankertes Ziel, Menschen mit Behinderung so zu fördern, dass sie möglichst auf dem „ersten Arbeitsmarkt“ eingesetzt werden können.

Am 11. Dezember 1971 fand die Verschwisterung der damals noch selbständigen Gemeinden Stier­stadt (seit 1972 Ortsteil von Oberursel) und der niederländischen Gemeinde Ursem (seit 1979 Orts­teil von Wester-Koggenland, seit 2007 Koggenland) statt. Der Städtepartnerschaftsfeier in Stierstadt am 11./ 12. Dezember 1971 folgte am 13. Mai 1972 die Feier in Ursem. Am 12. Dezember 1971 wurde im Rahmen des Stierstadter Festes der Grundstein für das neue Feuerwehr-Gerätehaus gelegt. Von Anfang an wurde die Städtepartnerschaft gefördert durch den „Hollandausschuss“, der allerdings nicht Mitglied im 1991 als Partnerschaftskomitee gegrün­deten „Verein zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften“ (VFOS) ist.

Für Ergänzungen zu den Jubiläumsdaten sind Archivarin Andrea Bott und Archivmitarbeiterin Linda Rischar dankbar.

Öffnungszeiten Stadtarchiv

Das Stadtarchiv, Schulstr. 32, ist zurzeit wegen der Pandemie nur nach Voranmeldung geöffnet:

montags: 08:00 - 12:00 und 14:00 - 17:30 Uhr

mittwochs: 08:00 - 12:00 und 13:00 - 16:00 Uhr

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Hans-Georg Brum

Bürgermeister