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Zwischen den Seiten von "Unter deutschen Betten" steckten die 10.500 Euro

Zwischen den Seiten von „Unter deutschen Betten“ steckten die 10.500 Euro – Betrag geht an Förderverein

Die Überraschung war groß, als ehrenamtliche Helferinnen des Fördervereins „Freunde der Stadt­bücherei Oberursel e.V.“ im Februar einen Geld­betrag in Höhe von 10.500 Euro in einem gespen­deten Buch entdeckten. Die ehrlichen Finderinnen übergaben das Geld an das städtische Fundbüro, daraufhin wurde eine Pressemitteilung versendet und in sämtlichen Medien – sogar Deutschlandweit – über den außergewöhnlichen Geldfund berichtet, um die Eigen­tümerin oder den Eigentümer zu fin­den.

Die gesetzlich festgelegte, sechsmonatige Aufbe­wahrungsfrist ist nun vor kurzem abgelaufen, nie­mand konnte bis dahin die erforderlichen Angaben machen, die nötig gewesen wären, um das Geld dem rechtmäßigen Eigentümer zuzuordnen. Zahl­reiche Bürgerinnen und Bürger hatten sich beim städtischen Fundbüro oder der Stadtbücherei ge­meldet, die in der in Frage kommenden Zeit Bücher­spenden, vor allem aus Nachlässen oder Haushalts­auflösungen, für den Förderverein abgegeben hatten. Aber niemand konnte die passenden An­gaben wie den Abgabetag, die ungefähre Uhrzeit, den Geldbetrag und Buchtitel nennen.

Der Magistrat der Stadt Oberursel (Taunus) hat jetzt beschlossen, dass der Verein „Freunde der Stadt­bücherei Oberursel e.V.“ den kompletten Fundbe­trag erhält, zweckgebunden zur Verwendung für die Stadtbücherei.

Nach § 978 Absatz 1 BGB werden Funde in einer öffentlichen Behörde oder Verkehrsanstalt nach Ab­lauf der Aufbewahrungspflicht Eigentum der Behör­de. Da der Fundort die Stadtbücherei war, hätte die Stadt Oberursel eigentlich den Eigentumsanspruch am Fund, der Verein wiederum hätte nur einen Anspruch auf den halben Finderlohn, was in diesem Fall 325,- Euro gewesen wären.

Erster Stadtrat Christof Fink: „Der Verein ‚Freunde der Stadtbücherei e.V.‘ leistet hervorragende Arbeit und unterstützt unsere Stadtbücherei bei vielen Projekten. Daher hat der Magistrat entschieden, dem Förderverein die komplette Fundsumme in Höhe von 10.500 Euro zu überlassen, was mich sehr freut! Der Verein hat durch den Ausfall der Bücherflohmärkte aufgrund der Corona-Pandemie einen erheblichen Einnahmerückgang zu verbu­chen, durch die Fundsumme können wir dazu bei­tragen, dies ein wenig auszugleichen.“

Der Geldbetrag war übrigens ver­steckt zwischen den Seiten des Buches „Unter deutschen Betten. Eine polni­sche Putzfrau packt aus“, von Justyna Polanska.

Christof Fink

Erster Stadtrat

Auf dem Foto (v.l.n.r.): Erster Stadtrat Christof Fink, Edith Schäfer vom Vorstand des Fördervereins "Freunde der Stadtbücherei Oberursel e.V." und Claudia Hannes (Leiterin der Stadtbücherei)

 

 

 

 

 

 

 

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