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Besuche in Pflegeheimen ab 29.09.

Besuche in Pflegeheimen: Weiterhin mit Hygienekonzept und nur eingeschränkt möglich

„Altenheimbesuche wieder uneingeschränkt erlaubt“ – solche Ankündigungen in den Medien verleiten ggf. Angehörige von Pflegeheim-bewohnerinnen und –bewohnern zu der Annahme, sie könnten ab 29. September 2020 jederzeit wieder zu einem Besuch kommen.

Das Netzwerk Pflege Oberursel weist auf folgendes hin: Trotz der Aufhebung der Besuchsbeschränkungen in Pflegeheimen vom Land Hessen gelten für Besuche in den Einrichtungen weiterhin individuelle Schutzkonzepte und Hygienepläne - Besuche sind nur nach voriger Terminvereinbarung möglich.

Die mit dem zuständigen Gesundheitsamt vereinbarten Hygienekonzepte der Einrichtungen können dabei von Pflegeheim zu Pflegeheim variieren, da sie sich nach Raum- und Personalressourcen richten. Daher stehen für Besuche weiterhin nur bestimmte Zeitfenster nach vorheriger Anmeldung zur Verfügung.

Katrin Fink, Seniorenbeauftragte und Koordinatorin vom Netzwerk Pflege, fasst die ihr zugetragenen Rückmeldungen vom Netzwerk Pflege wie folgt zusammen:

In den Pflegeheimen verfolgen Bewohnerinnen und Bewohner die Corona-Pandemie mit großem Interesse in den Medien und es wird sehr viel darüber gesprochen. Aus der Erfahrung mehrerer Netzwerkmitglieder kann gesagt werden, dass es recht viele Bewohnerinnen und Bewohner gibt, die vollstes Verständnis für die Besuchseinschränkungen haben und die Einrichtungsleitungen sogar unterstützen, weil sie sich dadurch sicher fühlen und das immer wieder zurückmelden. Einige von ihnen haben sogar ihr Unverständnis über die Aufhebung der Besuchseinschränkung geäußert. Weiter kann gesagt werden, dass das Bild, das in der Presse von Heimbewohnerinnen und –bewohnern gezeichnet wird, nicht der Realität entspricht. Es handelt sich hier nicht um eine isolierte Masse von alten, hilflosen und größtenteils dementen Menschen, die jetzt alle depressiv und vereinsamt in ihren Zimmern sitzen, nur weil sie ihre Angehörigen nicht sehen können.  Natürlich vermissen sie ihre Angehörigen, aber sie sind mit den jetzigen Besuchsmöglichkeiten, den Telefonaten und dem Videogespräch ganz zufrieden. Viele von ihnen sind trotz der Tatsache, dass sie in einem Heim leben, selbständige und selbstbewusste Menschen, die sich selbst beschäftigen können, ihre eigene Meinung haben, eigene Entscheidungen treffen und innerhalb der Einrichtung soziale Kontakte haben. Es ist in den Einrichtungen nicht einsam, sondern nach wie vor sehr lebendig trotz aller Einschränkungen. Alle sind dadurch auch ein Stück weit enger zusammengerutscht, das Miteinander ist ein sehr positives und die Unterstützung und das Verständnis vieler Angehöriger ein guter Rückhalt.

Es ist für die Einrichtungsleitungen eine Gratwanderung zwischen Gesundheitsschutz und Ermöglichung der Besuche, die sie nach den jeweiligen vorhandenen Möglichkeiten umzusetzen versuchen. Dies ist keine leichte Aufgabe. Daher der Appell an die Angehörigen: Informieren Sie sich weiterhin vor dem Besuch über die Gegebenheiten in den einzelnen Einrichtungen!

 

Christof Fink

Erster Stadtrat

 

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