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Rathausgebäude wird schrittweise saniert

Schrittweise Sanierung des Rathausgebäudes   

Die Entscheidung für den Verbleib des Rathauses im bestehenden Gebäude ist nach langen und intensiven Diskussionen in der letzten Stadtverordnetenversammlung am 2. Juli 2020 gefallen. Ein Konzept für die Erneuerung des Rathausgebäudes in mehreren Schritten zu erstellen, war dann auch der Auftrag der Stadtverordnetenversammlung an die Stadtverwaltung – und das soll so schnell wie möglich geschehen, denn der Sanierungsdruck gibt den Zeitplan vor.

Bürgermeister Hans-Georg Brum: „Damit ist die Richtung von der Politik klar vorgegeben. Keine An­mietung von Flächen im Gewerbegebiet. Und auch kein Neubau an anderer Stelle. Das Rathaus verbleibt an seinem angestammten Platz in der Oberurseler Innenstadt und es wird schrittweise saniert, modernisiert und umgestaltet.“ 

Konzentration auf das Rathaus

Dabei konzentrieren sich die Planungen zunächst auf die Erneuerung des Rathauses, d.h. der notwendigen Flächen für die Stadtverwaltung, nicht auf die sogenannten Umgriffsflächen an der Oberhöchstadter Straße, der Korfstraße und am Rathausplatz.

Lange Zeit war die Diskussion zum Rathausprojekt durch die Gestaltung und Nutzung der Umgriffsflächen bestimmt. Hier gab es unterschiedliche Vorstellungen über die Verwertung des Parkplatzes an der Oberhöchstadter Straße, die mögliche Ansiedelung der Stadtbücherei, die Nutzung des Nebenbaus am Urselbach, die Gestaltung der Freiflächen, insbesondere auch des Rathausplatzes. Bürgermeister Hans-Georg Brum: „Das dafür erstellte architektonische Gestaltungskonzept des Büros BLFP Frielinghaus Architekten kann als Grundlage für die politischen Entscheidungen zur Neugestaltung dienen, die dann aber erst in der nächsten Legislaturperiode mit neuem Stadtparlament und neuem Bürgermeister/ neuer Bürgermeisterin getroffen werden. Dem wollen und können wir jetzt nicht vorgreifen.“  

Deshalb jetzt die Konzentration auf das Rathaus: Das Rathaus ist Mitte der siebziger Jahre gebaut worden und inzwischen deutlich in die Jahre gekommen. Investitionen, insbesondere in die Haustechnik, sind überfällig. Die energetischen und raumklimatischen Bedingungen müssen deutlich verbessert werden. Gleichzeitig geht es darum, die Arbeitsplätze auf die Anforderungen der insbesondere in den letzten Jahren stark veränderten Arbeitsprozesse der Verwaltung auszurichten.    

Vier-Phasen Konzept

In ihrer Sitzung im Juli wurde der Stadtverordnetenversammlung bereits eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung in vier Bauphasen vorgestellt. Dieses Vier-Phasen-Modell wurde jetzt noch einmal auf seine Realisierbarkeit, Praktikabilität und Finanzierbarkeit hin geprüft und in einigen Punkten angepasst.

Die vier Bauphasen bauen aufeinander auf. Sie bilden jeweils ein in sich abgeschlossenes Aufgabenpaket mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Sie sind aufeinander abgestimmt und können unabhängig voneinander ausgeführt werden.

Die Schwerpunkte in den vier Bauphasen sind:

1.   Bauphase: Heizung, Elektrik, Raumklima

2.   Bauphase: Energieeffizienz/ Versorgungstechnik

3.   Bauphase: Umgestaltung Erdgeschoss/ Bürgerbüro

4.   Bauphase: Modernes Raumkonzept für die Obergeschosse.

Angesichts knapper Kassen und enorm gewachsener finanziellen Risiken aufgrund der Corona-Krise wurde diese Vorgehensweise gewählt. Die schrittweise Umsetzung bietet ein hohes Maß an Flexibilität und insbesondere den großen Vorteil, dass die Umsetzung der verschiedenen Phasen zeitlich an die finanziellen Rahmenbedingungen der Stadt angepasst werden kann, dadurch dass Punkte vorgezogen oder auch geschoben werden können. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, Inhalte der Bauphasen neu zu überdenken und ggf. auf neu festgestellte Bedarfe anzupassen.

Die erste Phase

Das für den sicheren und geordneten Betriebsablauf und gute Arbeitsbedingungen im Rathaus Wichtigste wurde an den Anfang gestellt. Die erste Phase beinhaltet eine neue Heizung, den Ersatz der Elektroanlage, die Anschaffung neuer Aufzüge und die Anschaffung neuer Fenster, verbunden mit außenliegendem Sonnenschutz.

1. Neue Heizung

Die Heizungsanlage hat ihre technische Lebensdauer erreicht und entspricht nicht mehr den heutigen energetischen Standards. Derzeit ist der Haupt­kessel defekt. Aktuell kann mit dem Ersatzkessel der Zeitraum bis zur Ersatzbeschaffung überbrückt werden. Die Ersatzbeschaffung des Hauptkessels ist in die Wege geleitet. Dies steht im Kontext mit dem Einbau eines Blockheizkraftwerks, welche auch andere Gebäude in der Umgebung wie die Stadthalle mit Wärme versorgen soll. Es wird beabsichtigt, dies auf Grundlage eines Wärme-Contractings gemeinsam mit den Stadtwerken zu realisieren.

2. Elektrik

Die Elektroanlage und Aufzüge sind Baujahr 1976 und haben ihre technische Lebensdauer bereits überschritten. Die Funktionstüchtigkeit ist längst nicht mehr sichergestellt. Bereits in den zurückliegenden Jahren kam es immer wieder zu Leistungsstörungen. Sie sind mit erheblichen Betriebsrisiken verbunden und können jederzeit ausfallen. Um die Funktionsfähigkeit des Gebäudes auch in naher Zukunft sicher zu stellen, sind die Erneuerung der Elektroinstallationen und der Austausch der Aufzüge  zwingend erforderlich.

3. Austausch der Fenster und Sonnenschutz

Die Fenster sind technisch und energetisch am Ende ihrer Lebensdauer. Das Kippen ist aus Sicherheitsgründen seit Jahren nicht mehr möglich. Es kann in der Regel pro Raum nur noch ein Fenster geöffnet werden. Die Folgen sind eine schlechte Belüftung der Büros und schlechte Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Ohne neue Fenster mit einem außenliegenden Sonnenschutz ist es nicht möglich, dauerhaft verträgliche Temperaturen sicherzustellen, die den arbeitsrechtlichen Vorschriften entsprechen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist diese aktuelle Situation eine große gesundheitliche Belastung.

Kosten

Die Sanierungskosten in Bauphase 1 in Höhe von ca. 2,5 Millionen Euro werden im Haushaltsplan 2021 bzw. Wirtschaftsplan 2021 angemeldet.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass für die Investitionen in Technik und Energieeffizienz in den ersten beiden Phasen zwar hohen Kosten anfallen, diese aber später im Betrieb zu deutlichen Einsparungen im Verbrauch führen, was die Investitionskosten zu erheblichem Teil ausgleicht. Für die energetische Sanierung werden darüber hinaus entsprechende Fördermittel beim Land beantragt.

Zeitplan

Mit Bauphase 1 kann nach Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung am 3. September 2020 begonnen werden.

Der nachfolgende Zeitplan gibt einen Überblick über zu erledigenden Arbeitsschritte in Bauphase 1:

September/ Oktober 2020: Vorbereitung der Ausschreibung für die Beauftragung der Planung für die Leistungsphasen (LP) 1-8 für Bauphase 1

Oktober – Dezember 2020: Europaweite Ausschreibung der Planung für die Leistungsphasen (LP) 1-8 für Bauphase 1

Januar – März 2021: Ausführung der Planung für die Leistungsphasen (LP) 1-8 für Bauphase 1

Nach Genehmigung des Haushalts 2021 (voraussichtlich April 2021): Ausschreibung der einzelnen Baumaßnahmen

Mitte 2021: Baubeginn

Die weiteren Bauphasen

Angedacht für die Realisierung des Gesamtprojekts ist ein Zeitrahmen von fünf bis sechs Jahren.

Phase 2:  Die zweite Phase knüpft unmittelbar an die erste an. Hier sind insbesondere eine neue Fassade sowie die energetische Sanierung des Daches vorgesehen, welche die Energieeffizienz deutlich verbessern werden. Ebenso werden die Erneuerungen in der in verschiedenen Bereichen der Versorgungstechnik fortgesetzt.

Phase 3: In der dritten Phase ist der Umbau des Erdgeschoss vorgesehen. Die Abteilung Einwohnerservice soll in ein Bürgerbüro umgewandelt werden, das bürgerfreundlich mit umfassendem Leistungsangebot im Erdgeschoss untergebracht werden soll. Damit werden die Wege für die Besuche des Rathauses verkürzt und gleichzeitig die Arbeitsprozesse und Abläufe vereinfacht.

Phase 4: In der vierten Phase sollen die notwendigen baulichen Anpassungen in den Obergeschossen des Rathauses erfolgen und das entwickelte Raumkonzept umgesetzt werden. Ziel ist es, den spezifischen Büroraumbedarf pro Mitarbeiter von derzeit ca. 16 m² auf ca. 13 m² pro Person zu reduzieren. Die Flächeneinsparung sollen dazu genutzt werden, die Möglichkeiten für Projektarbeit, Digitalisierung, Bürgerbeteiligung, Kommunikation zu verbessern und freiwerdende Räumlichkeiten verwenden zu können.

Hans-Georg Brum

Bürgermeister

 

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