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Im ehemaligen Alberti-Gebäude in der Strackgasse soll das „Kommunikationszentrum Altstadt“ entstehen

„Kommunikationszentrum Altstadt“ soll im ehemaligen Alberti-Gebäude in der Strackgasse entstehen

Gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde Sankt Ursula, dem Internationalen Verein Windrose e.V. 1976 und dem Kultur- und Sportförderverein Oberursel e.V (KSfO) will die Stadt Oberursel in den früheren Räumlichkeiten der Firma Alberti in der Strackgasse ein integratives „Kommunikations­zentrum Altstadt“ für soziale, integrative und kulturelle Zwecke einrichten.

Der Magistrat hat hierfür in seiner Sitzung am 27. Juli 2020 bereits grünes Licht gegeben, vorbe­haltlich der Zustimmung des Sozial-, Bildungs- und Kulturausschusses, der am Dienstag, 18. August 2020 tagt, könnten die Stadtverordneten hierüber am 3. September 2020 abstimmen.

Bürgermeister Hans-Georg Brum: „Es ist dies ein sehr wichtiges und in jeder Hinsicht interessantes Projekt, um die gesellschaftliche Kommunikation und Integration durch soziale und kulturelle Ange­bote zu fördern.“

Die Räume

Die Firma Alberti hat Anfang des Jahres ihr Laden­geschäft ins Gewerbegebiet „Obere Riedwiese“ verlagert. Für die neue Nutzung soll das Haus in der Strackgasse 6 jetzt umgebaut werden. Das Kommunikationszentrum soll im Parterre eine Teilfläche von rund 280m² erhalten mit:

  • einem offenen Treffpunkt mit festen Öffnungs­zeiten in der Woche und am Wochenende, der unter dem Namen „Kulturcafé Windrose“ vom Verein Windrose e.V. betrieben wird
  • sowie Räumlichkeiten für soziale, integrative und kulturelle Aktivitäten, wie z.B. Kultur­veranstaltungen, Seniorentreffen, Integrations­kurse, Bildungsangebote etc..

Ein weiterer Teil der früheren Ladenfläche wird als Ladenlokal vom „Eine-Welt-Verein“ für den Fair-Trade-Laden angemietet, was für zusätzliche Syner­gien sorgt. „Die Räume im Erdgeschoss eignen sich aufgrund ihrer Größe, guten Erreichbarkeit und zentralen Lage sehr gut für das geplante Kommunikationszentrum“, so Bürgermeister Hans-Georg Brum.

Geplant ist eine flexible Nutzung der Fläche, die in drei Teile unterteilt werden kann: Ein Gastraum mit dazugehöriger Küche und Nebenräumen sowie zwei abtrennbare Räume (ca. 70 und 40 m²). Beide Räume können gemeinsam mit dem Gastraum wie auch separiert für kleinere und mittelgroße Gruppen genutzt werden.

Der Oberurseler Architekt Robin Weber begleitet das Projekt bereits von Beginn an. Als langjähriger Bewohner der Oberurseler Altstadt hat er eine moderne, funktionale und der Umgebung ent­sprechende Planung für das Gebäude erarbeitet, in der seine große Erfahrung in der Sanierung und Modernisierung von Altstadtgebäuden zu erkennen ist.

Attraktives Ensemble in zentraler Lage

Es entsteht in unmittelbarer Nähe des Rathauses und der Stadthalle ein sehr attraktives, räumliches Ensemble, das den zentralen Brückenkopf zwischen Vorstadt, Rathaus und Stadthalle auf der einen und der historischen Altstadt auf der anderen Seite bildet.

Dieses Ensemble beinhaltet:

  • das Alte Hospital als Zentrum der Senioren­arbeit in Oberursel
  • die historische Hospitalkirche
  • den dazwischenliegenden Hospitalplatz mit dem Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus und
  • das Haus Alberti mit offenem Treffpunkt und vielfältigen Angeboten.

Das Kulturcafé der Windrose profitiert vom Hospital­platz: Die Fläche im Freien eignet sich in histo­rischer und ruhiger Umgebung gut für ein „Sommer­café“ im Freien. Die Seniorenarbeit profitiert von den Flächen im Haus Alberti, die bei Bedarf gebucht werden können.

Die Träger des Projekts

Die vier Träger haben sich zusammengetan, weil sie ähnliche Ziele verfolgen und dafür zentral gelegene, attraktive Räume in der Innenstadt ge­sucht haben. Ziel ist es, einen innerstädtischen Treffpunkt zu schaffen zur Förderung der Kultur, der Kommunikation, Integration, Weltoffenheit, Toleranz und ökologischen Nachhaltigkeit. Da sich große Investitionen für jeden einzelnen nicht lohnen und finanziell auch nicht darstellbar wären, präferieren sie ein gemeinschaftliches Projekt mit einem gemeinsamen Trägerverein, das durch die starke Auslastung der neuen Flächen auch wirtschaftlich für alle sehr effizient betrieben werden kann.

Der Internationale Verein Windrose 1976 e.V. ist ein sozialer und kultureller Verein, der sich aktiv für die Integration von ausländischen Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere auch Flüchtlingen, in die Stadtgesellschaft einsetzt. Er benötigt neue Räume für einen integrativen Treffpunkt in der Innenstadt. Die alten, vom BSO zur Verfügung gestellten Räume in der Neutorallee sind in einem sehr schlechten Zustand. Der BSO plant den Abriss und einen Verkauf des Grundstücks. Die neuen Räume im Kommunikationszentrum Altstadt bieten dem Verein Windrose sehr viel mehr und bessere Möglichkeiten als die alten am jetzigen Standort.

Die katholische Kichengemeinde Sankt Ursula beabsichtigt, die Raumkapazitäten im Pfarrer-Hart­mann-Haus an der Altkönigstraße zur Erweiterung ihrer dortigen Kindertagesstätte und zur Schaffung neuer, zusätzlicher Kitaplätze zu nutzen. Dafür benötigt sie für ihre Gemeindeaktivitäten einen großen Gesellschaftsraum und ist daher sehr an der Mitwirkung im offenen Treffpunkt des „Kulturcafés Windrose“ interessiert.

Die Stadt Oberursel (Taunus) betreibt im benach-barten „Alten Hospital“ einen städtischen Senioren­treff. Die Stadt hat größtes Interesse daran, in unmittelbarer Nähe zum „Alten Hospital“ einen großen Versammlungsraum für Treffen und Veran­staltungen nutzen zu können. Hinzu kommt seitens der Stadt das Interesse an Räumen für die Kultur- und Bildungsarbeit, für Vereine sowie für das Netzwerk Bürgerengagement (NBO). Für das NBO ergibt sich im geplanten Kommunikationszentrum eine hervorragende Anknüpfung verschiedenster, ehrenamtlicher Aktivitäten des Netzwerkes und der Akquise neuer, ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer.

Der KSfO ist sehr interessiert an einer Mitwirkung, weil die Räume für Konzerte, Ausstellungen, Lesungen etc. begrenzt sind und das Anmieten von Veranstaltungsräumlichkeiten die Kosten, die der KSfO in den jeweiligen Finanzierungsanträgen der verschiedenen Veranstalter zu tragen hat, erhöht.

„Durch das neue Kommunikationszentrum Altstadt entsteht ein identifizierbarer Ort für das lebendige Kulturleben in der Innenstadt. Dieser ergänzt das kulturelle Angebot in der Stadthalle in hervor­ragender Art und Weise“, so Bürgermeister Hans-Georg Brum

Effiziente Lösung

Jede der vier Trägerorganisationen benötigt die Räume nicht vollumfänglich für sich selbst, sondern nur zeitweise. Die vier Träger erhalten Nutzungs­rechte für die einzelnen Räume. Die Zeiten ergänzen sich gut über den gesamten Tag (z.B. Bildungs- und Kursangebote/ Seniorenarbeit/ Inte­grationsaktivitäten – vormittags und nachmittags; Kulturveranstaltungen – abends), die Angebote er­gänzen sich ebenfalls. Geplant ist eine abgestimmte Nutzung und Zeitaufteilung, was effizient und wirtschaftlich ist.

Finanzielle Vorteile für die Stadt Oberursel

Besonders die Stadt Oberursel profitiert auch finanziell von einer solchen Zusammenarbeit:

  • Das von der Windrose genutzte Gebäude muss nicht saniert bzw. neu gebaut werden. Stattdessen kann die Stadt das Grundstück mit rund 360m² verkaufen, was ihr erhebliche Einnahmen bringt.
  • Der ursprünglich geplante Umbau des Alten Hospitals ist nicht mehr erforderlich. Dieser  hätte über zwei Millionen Euro gekostet, die so zum größten Teil eingespart werden können. Versammlungsstätten-Richtlinie, Barrierefreiheit, Brandschutzauflagen etc. werden im Haus Alberti realisiert, zusätzlich bietet das Alte Hospital mehr Raum für kleinteiligere Nutzungen durch Vereine.
  • Die Kirchengemeinde Sankt Ursula kann ihre Räume im Pfarrer-Hartmann-Haus für den Aus­bau einer Kita freigeben. Damit erübrigt sich ein Neubau an anderer Stelle, der wesentlich teurer wäre und es können die Angebote im U-3 und Hortbereich an zentraler Stelle ausgeweitet und erhebliche Synergien geschaffen werden.

Der Trägerverein

Es wird ein Trägerverein gegründet, dem die Stadt Oberursel, der Verein Windrose e.V., die Katho­lische Kirchengemeinde St. Ursula und der KSfO als institutionelle Träger angehören. Hinzu kommen können private und juristische Personen, die das Projekt „Kommunikationszentrum Altstadt“ fördern möchten.

Die vier institutionellen Träger verpflichten sich, mit einem jährlichen Zuschuss den Trägerverein zu unterstützen, damit dieser die räumlichen Voraus­setzungen, d.h. die monatliche Miete und die Nebenkosten für das Kommunikationszentrum, er­bringen kann.

Mitglied im Trägerverein kann jede/r werden, die/der Ziele des Vereins unterstützt. Als Mitglieder in juristischer Person kommen u.a. Stiftungen, Firmen, öffentliche Einrichtungen in Frage, die das Projekt durch Mittelzuwendung unterstützen möchten. Ebenfalls sollten kulturelle und soziale Institutionen und Vereine, die Interesse an einer Nutzung der Räume haben, dem Trägerverein beitreten.

Mietvertrag

Die Räume müssen neu gestaltet und eingerichtet werden, um den aktuellen Anforderungen zu entsprechen. Soweit es sich dabei um Maßnahmen für Dach und Fach handelt, werden diese durch den Eigentümer veranlasst und getragen. Die Kosten für die Einrichtung und Ausstattung, Technik, Möblie­rung etc. übernehmen die Nutzerinnen und Nutzer.

Die beteiligten Mietparteien und die Vermieter haben vor diesem Hintergrund beide das Interesse an einem langfristigen Mietvertrag, da sie vorab durch hohe Vorleistungen für die Räumlichkeiten sorgen müssen. Der Trägerverein mietet die Gesamtfläche von ca. 280 m² im Haus Alberti für einen Zeitraum von 20 Jahren mit Ver­längerungsoption an.

Hans-Georg Brum

Bürgermeister

 

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