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Verhaltensregeln in Feld und Wald gelten auch in "Corona-Zeiten"

Verhaltensregeln für Feld und Wald sind auch in „Corona-Zeiten“ gültig – Landwirtschaft bitte nicht behindern

Mensch und Tier freuen sich über den Frühling und über viel Zeit für Spaziergänge an der frischen Luft in Wäldern, Wiesen und Feldern. In der aktuellen Situation nutzen besonders viele Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich draußen zu bewegen. Die Wege in den Feldern und im Wald sind stark frequentiert von Menschen, die sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen – in den meisten Fällen werden dabei auch der aktuell vorgegebene Mindestabstand von 1,5 Metern und die Vorgaben zur Anzahl der Personen (nicht mehr als zwei, mit Ausnahme von Familien, die in einem Haushalt leben) eingehalten.

Einige Ortslandwirte berichten in diesen Tagen, dass vor allem die vielen landwirtschaftlichen Wirt­schaftswege an allen Wochentagen stark genutzt werden – was wiederum bei den Landwirten zu massiven Proble­men bei deren Arbeit führt. Viele dieser Wege sind Hauptwege und unverzichtbar, um auf Äcker und Felder zu kommen.

Die Landwirte müssen im Moment ihre Felder bestellen, damit es im Sommer und Herbst zu einer Ernte mit Grundnahrungsmitteln kommen kann, wie Braugerste, Zuckerrüben, Erbsen, Mais usw., die auch für die Versorgung der Region wichtig und notwendig sind.

Sehr oft wird die Arbeit der Landwirte stark be­hindert durch Spaziergänger, Jogger und Rad­fahrer, die oftmals nicht bereit sind, an den Wegesrand auszuweichen, damit die land­wirtschaftlichen Fahr­zeuge gefahrlos durchkommen.

Die aktiven Landwirte berichten, dass sie häufig angepöbelt werden und sich Beschimpfungen an­hören müssen, weil sie „stören“. Oftmals gibt es kein Verständnis mehr für die zu leistende Arbeit eines Landwirtes.

Kinder spielen Fußball auf Weizen- und Gersten­feldern, weil sie denken, es wäre Grasrasen und die Eltern sitzen in der Nähe und freuen sich, dass sich die Kinder an der frischen Luft austoben können. Dass dabei große Flächen in eingesäten Feldern plattgetrampelt werden, auf denen später nichts mehr wächst,  interessiert leider nicht.

Spaziergänger laufen quer durch das Feld oder über Äcker, da die Erde momentan sehr trocken ist. Streuobstwiesen werden zu Picknickplätzen, der Müll bleibt liegen… Mountainbiker und Quadfahrer betrachten frisch eingesäte Felder als ideale Trainingsflächen zum Kurvenfahren, Hundehalter sind dankbar über jeden Trampelpfad, der durch einen Acker führt, um anderen Hundehaltern nicht zu begegnen und sehr oft haben Hunde freien Lauf, um Hasen und Vögel zu hetzen und zu jagen.  

Die Folge all dieser Aktivitäten für die Landwirte: Ertragseinbußen und viel unnötige und unbezahlte Mehrarbeit!

Erster Stadtrat Christof Fink: „Ich appelliere an alle Oberurselerinnen und Oberurseler sich korrekt zu verhalten, wenn Sie sich bei dem schönen Wetter draußen aufhalten – sowohl was die Abstands­regeln und die Personenzahl angeht, aber vor allem auch bei der Nutzung von Wegen und Flächen. Nur weil ein Grundstück, eine Wiesenfläche oder ein Acker nicht eingezäunt sind, heißt das nicht, dass sie jedem nur Nutzung offen stehen. Bitte gehen Sie rücksichtsvoll miteinander um und behindern Sie durch Ihre Freizeitaktivitäten nicht die wichtige Arbeit unserer Landwirte. Auch die Hundehalter bitte ich eindringlich, landwirtschaftliche Flächen zu respektieren.“

Hundekot auf landwirtschaftlichen Flächen

Ein großes Problem der Landwirte in jedem Frühjahr sind die vielen „Häufchen“ auf Feldern und Wiesen, die zu massiven wirtschaftlichen Schäden führen können, wenn sie im Viehfutter landen. Verursacher dieser Situation sind nicht die Hunde, sondern unvernünftige oder unwissende Hunde­halter.

Der Hundekot macht das aus den Wiesen ge­wonnene Heu für Pferde und Kühe ungenießbar, die Tiere verweigern die Nahrungsaufnahme. Nach­weislich beinhaltet Hundekot Krank­heitserreger, die bereits in kleinsten Spuren auf­genommen, zu Fehl­geburten bei Kühen führen können. Die Verwei­gerung der Nahrungsaufnahme führt aber auch zu einer Minderung des Milch- und Fleischertrages. Dies alles zwingt die Landwirte dazu, zusätzlich teures Zufutter zu kaufen, weil die Heuernte durch den Hundekot verdorben wird.

Aber auch das Niederwild, wie z.B. Feldhasen und Kaninchen, sowie Bodenbrüter wie Feldlerche, Fasan und Rebhuhn, werden durch freilaufende Hunde aufgeschreckt und vom Brutgeschäft abge­halten.

Im Interesse der Oberurseler Landwirtschaft und zum Schutz der landwirtschaftlich erzeugten Nah­rungsmittel hier nochmal alle Verhaltensregeln, die in der Feld­gemarkung zu beachten sind:

  • Betreten Sie keinen Acker, dessen Bestellung vorbereitet oder in Angriff genommen ist.
  • Beachten Sie Betretungsverbote der Grund­stückseigentümer, halten Sie sich von Scho­nungen und Pflanzgärten fern und klettern Sie nicht unbefugt über Weidezäune.
  • Gewähren Sie dem landwirtschaftlichen Verkehr auf den Feldwegen Vorrang.
  • Bitte haben Sie Verständnis, wenn Feldwege durch landwirtschaftlichen Verkehr, z.B. wäh­rend der Saat- oder Ern­tezeit, vorüber­gehend verschmutzt sind.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund von Acker­flächen fernbleibt und dass Wiesenflächen nicht mit Hundekot verunreinigt werden.
  • Entfernen Sie die Hinterlassenschaften Ihres Hundes mit Hilfe von mitgeführten Plastiktüten und entsorgen Sie den verpackten Hundekot in Müllgefäßen.
  • Hinterlassen Sie Plastiktüten oder sonstigen Müll keinesfalls auf Wegen, Feldern, Wiesen, Weiden, im Gebüsch oder sonst in der Feld­gemarkung.
  • Benutzen Sie verbotswidrig keine Feldwege mit Kraftfahrzeugen und beginnen Sie wenn mög­lich bitte Ihren Spazier­gang direkt vor der Haustür oder nutzen Sie das Fahrrad, um weitere Strecken zurückzulegen. Damit ver­meiden Sie, dass Wirtschafts- und Feldwege zugeparkt werden.
  • …wenn dann die Saat auf dem Feld ihre Früchte trägt: ernten Sie bitte ohne Zustimmung der jeweiligen Eigentümer weder Obst noch Feldfrüchte (z.B. Äpfel, Kartoffeln oder Mais).

„Natürlich gibt es auch viele rücksichtsvolle Spazier­gänger und Hundehalter. Die Erfahrung zeigt immer wieder: Vertrauen ist gut, Kontrolle aber besser. Daher wird die Stadtpolizei auch jetzt Kontrollen durchführen und Verstöße ahnden“, so Christof Fink abschließend.

Christof Fink

Erster Stadtrat

 

 

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