auf spurensuche im stadtarchiv

Runde Jubiläen im Jahr 2020 - Teil II

Aus dem Stadtarchiv: Runde Jubiläen im Jahr 2020 – Teil II

Das Stadtarchiv hat sich wieder mal auf Spuren­suche begeben und ist fündig geworden! In der alljährlichen Vorschau auf die besonderen Jubiläen im kommenden Jahr hat Stadtarchivarin Andrea Bott wegen der Fülle an Daten nur die heraus­ragenden „runden Jubiläen“ ausgewählt für ihre vierteilige Vorschau. Heute geht es weiter mit Teil 2, Ausgaben 3 und 4 folgen in den nächsten Tagen.

Für den zweiten Teil der „runden“ Jubiläumsdaten des Jahres 2020 überspringt das Stadtarchiv einige Jahrhunderte.

Das Jahr 1920 stand noch unter den Folgen des Ersten Weltkriegs. Der Versailler Friedensvertrag vom 28. Juni 1919 wurde am 10. Januar 1920 ratifiziert. Die nach der Revolution von 1918 ge­gründete „Weimarer Republik“ scheiterte auch an den Folgen dieses Vertrags. Zudem bildete die Demarkationslinie zwischen dem seit Dezember 1918 (bis 1930) französisch bzw. englisch besetzten Umland (z.B.: Stierstadt und Weißkirchen) und dem „neutralen“ Oberursel ein Hemmnis im Personen- und Warenverkehr.

Der Oberurseler Verwaltungsbericht für das Jahr 1920 beschreibt unter anderem, dass das Bau­gewerbe infolge allgemeiner Preissteigerungen dar­niederlag. Dennoch gelang es der Stadt Oberursel zur Linderung der Wohnungsnot, sieben Siedlungs­häuser zu errichten, und zwar Hohemarkstr. 24, 26, 28, 30 und Philipp-Reis-Str. 1 sowie Siemensstr. 1 und 3. Baubeginn war am 15. Februar 1920, im September 1920 folgte der Bezug der 16 Woh­nungen gegenüber der Motorenfabrik. Sie wurden in den 1970er Jahren niedergelegt.

Ebenfalls vor 100 Jahren, am 16. August 1920, kaufte die Stadt Oberursel die alte evangelische Kirche in der Schulstraße und nutzte sie nach Umbau vorübergehend als „Stadthalle“. In dieser Zeit wurde auch das Kirchtürmchen abgebrochen. Die altkatholische Gemeinde, die ihre Gottesdienste seit 1910 in der Kirche abhielt, nutzte das Gebäude weiterhin (bis um 1950/1957). Ab 1931 befand sich im Obergeschoß das „Jugendheim“ (sozusagen ein Jugendzentrum); einige Jugendgruppen verblieben dort auch nach der Einweihung von „Speakers Corner“ in der Henchenstr. (1969) bzw. im Haus der Jugend (1973) in der Hohemarkstr. Nach einem Brand 1980 wurde das Gebäude Schulstr. 25 renoviert und 1983 in Ferdinand-Balzer-Haus um­benannt. Es wird für kulturelle Zwecke genutzt.

Können Sie Ergänzungen für das Jahr 1920 bei­steuern? Dann melden Sie sich bitte bei  Archivarin Andrea Bott und der Archivmitarbeiterin Linda Rischar.


Öffnungszeiten Stadtarchiv

montags: 08:00 - 12:00 und 14:00 - 17:30 Uhr

mittwochs: 08:00 - 12:00 und 13:00 - 16:00 Uhr

und nach Vereinbarung

Schulstr. 32

Tel.: 06171 581481

E-Mail: stadtarchiv@oberursel.de.

 

Hans-Georg Brum

Bürgermeister

 

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