stadtentwicklung

"Wilma Wohnen Süd" erhält den Zuschlag für Bebauung

Vergabeverfahren Gleisdreieck abgeschlossen – Wilma Wohnen Süd soll den Zuschlag erhalten

Konzept von Mitbewerber Semodu aus­drücklich gewürdigt

In der Sitzung des Bau- und Umweltausschuss (BUA) am 20. März 2019 hatte die Konzeptvergabe und der Grundstücksverkauf für das sogenannte „Gleisdreieck“, Nassauer Straße 1 am Bahnhof Oberursel, auf der Tagesordnung gestanden. Auf­grund der Rüge eines Bewerbers war der Punkt kurzfristig von der Tagesordnung genommen worden, um Zeit zu erhalten und das Vergabe­ver­fahren rechtlich prüfen zu lassen. Aber auch, um in bilateralen Gesprächen mit dem Bewerber das ge­wählte Verfahren transparent darstellen zu können.

Dies ist zwischenzeitlich geschehen. Fest steht nun, dass aufgrund der vorliegenden Ergebnisse und der geführten Gespräche das Verfahren zur Konzept­vergabe und zum Grundstücksgeschäft weiter­ge­führt werden kann. Die Stadtverordenten­versam­mlung hat in ihrer gestrigen Sitzung dem Zuschlag für die Grund­stücksvergabe an Wilma Wohnen Süd zugestimmt.

Die Entscheidung zwischen den einzelnen Bewer­bern und ihren Entwürfen fiel nicht leicht. Gerade der Entwurf von Semodu, der von der fachlichen Seite sehr gut beurteilt worden war, wurde intensiv, aber auch kontrovers diskutiert. Insbesondere die von Semodu perfektionierte modulare Bauweise ist beachtenswert, vor allem in Hinblick auf kurze Bauzeiten und der damit verbundenen deutlich geringeren Beeinträchtigung der Nachbarschaft in der Bauphase.

Arnold Richter, Leiter des Geschäftsbereichs Stadt­entwicklung: „Semodu hat ein frisches, junges und innovatives Konzept gezeigt. Die Entscheidung für Wilma Wohnen Süd ist aus meiner Sicht für dieses Baugrundstück zwar nachvollziehbar, ich denke aber auch, dass die zukunftsweisende, modulare Bauweise gerade im innerstädtischen Raum mehr und mehr Beachtung finden muss. Gerade im Hinblick auf die innovative Bauweise von Semodu bin ich mir sicher, dass die Kontakte zwischen der Stadt und der Firma Semodu in Zukunft nicht abreißen werden.“

Die Entscheidung

Dass letztendlich der Bau- und Umweltausschuss und die Stadtverordnetenversammlung dem Entwurf von Wilma Wohnen Süd den Vorzug gegeben haben, ist gut begründbar. Das städtebauliche Konzept ist ausge­sprochen interessant mit seinen quer zu den Gleisen angeordneten Baukörpern und den dazwi­schen liegenden Freiflächen. Die Archi­tektur fügt sich stimmig in die städte­bauliche Situation ein und setzt herausragende städte­bauliche Akzente.

Eine zurückhaltende Flächennutzung (GFZ) und damit eine städtebauliche Leichtigkeit und Offenheit sprechen ebenfalls für den Entwurf. Das Nutzungs­konzept ist zielgruppenorientiert und die erhöhten Hofebenen sorgen für qualitätsvolle Aufenthalts­bereiche im Freien und sehr gute Wohnqualitäten in den darüber liegenden Wohngeschossen.

Auf der Grundlage dieser finalen Beurteilung haben die Stadtverordneten nun dem Entwurf des Inves­tors „Wilma Wohnen Süd“ den Zuschlag gegeben. Mit diesem Investor sollen Stadt und SEWO dann in weiterführende Verhandlungen treten, um die erforderlichen Verträge auszuarbeiten und damit die Grundlage für einen Verkauf der Flächen zu schaffen

Hintergrundinformation zum Grundstücks­geschäft und zum Verfahrensablauf

Das Entwicklungsgrundstück „Gleisdreieck/ Nassau­er Str. 1“ umfasst ca. 5900 m2. Die Grundstücks­fläche splittet sich auf in einen Eigentumsanteil der SEWO mit ca. 5.120 m2 und in eine städtische Parzelle mit ca. 780 m2. Beide Grundstücke sind von Bahnbetriebszwecken freigestellt und können frei veräußert werden.

Ziel ist es, das Grundstück zu veräußern und durch die Bebauung mit einem Wohn- und Geschäfts­komplex städtebaulich aufzuwerten.

Vorgeschichte

Die Reaktivierung dieser früheren Bahnflächen ist von besonderer städtebaulicher Bedeutung für die gesamte Entwicklung des Bahnhofsbereichs. Stadt Oberursel und SEWO verfolgen dabei das gemein­same Ziel, die heute z.T. brachliegenden, ehemali­gen Bahnflächen unter Berücksichtigung städte­baulicher, verkehrlicher und wirtschaftlicher Anfor­derungen neu zu ordnen und in einen gesamt­städtischen Kontext einzugliedern.

Das Grundstück liegt in exponierter Lage im Bereich des westlichen Bahnhofsareals. Aus diesem Grund ist es der Stadt wichtig, dieses nicht meistbietend an einen Investor zu verkaufen, sondern mit einer Konzeptvergabe sicherzustellen, dass hier eine architektonisch und städtebaulich gute Bebauung entstehen wird.

Mit dem Einleitungsbeschluss zum Bebauungs­planverfahren Nr. 252 „Nassauer Straße 1“ in 2018 wurde von der Stadtverordnetenversammlung be­reits die Entwicklung der Fläche „Gleisdreieck“ begonnen. Anschließend haben SEWO und Stadt Oberursel für das Entwicklungsgrundstück die ange­sprochene Konzeptausschreibung und Vergabe durchgeführt. Konzeptvergabe bedeutet, dass nicht der Grundstückspreis bei der Vergabe entscheidend ist – dieser wird im Vorfeld gutachterlich festgelegt –sondern das Bebauungs- und Nutzungskonzept.

Konzeptvergabe

Unter dieser Vorgabe wurde die Konzeptvergabe in einem zweistufigen Verfahren durchgeführt.

Im Rahmen des Teilnahmewettbewerbs in der Stufe 1 waren 14 Teilnahmeanträge eingegangen. Nach Prüfung und Bewertung der Eignungskriterien hatte ein Auswahlgremium, bestehend aus Mitar­beitern der Stadtverwaltung und der SEWO, unter Leitung von Bürgermeister Hans-Georg Brum und der Geschäftsführerin der SEWO, Kerstin Giger, zehn Teilnehmer ausgewählt und zur zweiten Stufe des Verfahrens zugelassen.

Von den zehn zugelassenen Teilnehmern haben im Rahmen der Konzeptvergabe (Stufe 2) noch acht Teilnehmer ihre Bewerbungen abgegeben.

Im Rahmen einer weiteren, fachlichen Vorprüfung wurden aus den acht Bewerbern die fünf besten Konzepte ausgewählt. Die fünf Investoren und deren Architekten hatten dann in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 6. November 2018 Gelegenheit, ihre Planungen vorzustellen und Fragen der Ausschussmitglieder zu beantworten.

Die verbliebenen fünf Investoren und deren Kon­zepte waren nach Meinung der Vorprüfer alle zur Umsetzung am Standort geeignet. Damit sind die Stadtverordneten, wie auch in der Ausschreibung klar dargestellt, frei in ihrer abschließenden Entscheidung zur Vergabe des Grundstücks.

Hans-Georg Brum

Bürgermeister

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