stadtentwicklung

Bebauungsplanverfahren Nr. 249 "Aussiedlung Kelterei"

Bebauungsplan Nr. 249 „Aussiedlung Kelterei“ – Sachstand und weitere Vorgehensweise

Im Dezember 2017 hat die Stadtverordnetenver­sammlung die Einleitung des Verfahrens zur Auf­stellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 249 „Aussiedlung Kelterei“ beschlossen. Nach der Konkretisierung des Planungskonzeptes wurde der Bebauungsplanvorentwurf von der Stadtverord­netenversammlung am 21.06.18 beschlossen.

Ziel des Verfahrens ist es, für den Bereich des derzeitig landwirtschaftlich genutzten Geländes an der verlängerten Freiligrathstraße die planungs­rechtlichen Voraussetzungen für die Ansiedlung eines landwirtschaftlichen Betriebes mit Kelterei, Wohnhaus und Gastronomie zu schaffen.

Im Rahmen eines Bürgerdialogs am 05.09.18 wurde ein erster Entwurf vorgestellt. Dieser ist insbe­sondere in folgenden Punkten auf Kritik gestoßen:

1.     die Größe des Projekts

2.     die Verkehrsbelastungen und die damit verbun­denen Probleme

3.     die Rücksichtnahme auf/ Sicherstellung der  Nutzungen in der Nachbarschaft

4.     die Verträglichkeit für Natur und Landschaft.

Aufgrund der zahlreichen Anregungen aus der Öffentlichkeit wird der Entwurf gegenwärtig an verschiedenen Stellen überarbeitet:

1.       Größe des Projektes

Das Konzept der Gastronomie wird angepasst und die Sitzplätze werden erheblich reduziert.

Waren ursprünglich 120 Sitzplätze im Innenbereich der Gastronomie geplant sowie weitere 120 im Außenbereich, so reduzieren sich die Zahlen deut­lich:

  • Innenraum auf 80 Sitzplätze (vergleichbar Gaststätte „Marktweib“)
  • Terrasse auf 85 Sitzplätze.

Der ursprünglich mit 60 Sitzplätzen geplante Schulungsraum wird ebenfalls reduziert, und zwar von 60 auf 25 Sitzplätze.

2.       Verkehrliche Belastungen

Mit der Verkleinerung der Gastronomie wird auch der verkehrliche Druck deutlich gemindert. Davon ausgehend wird die Verkehrsuntersuchung ent­sprechend überarbeitet.

Das erklärte Ziel ist, dass ein möglichst großer Anteil der Gäste der Gastronomie zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen, und nicht mit dem Auto bis auf das Keltereigelände vorfahren. Dies soll den Gästen möglichst attraktiv gemacht werden.

Die verlängerte Freiligrathstraße soll in einen ver­kehrsberuhigten Bereich bzw. in eine „Fahrrad­straße“ umgewandelt werden. Autofahrer und Radfahrer sind im Bereich der Zufahrt zur Kelterei gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Geplant sind u.a.

  • ausreichend Fahrradparkplätze
  • eine E-Bike-Auflade-Station
  • starke Ausrichtungen des Angebots an den Bedarfen von Fußgängern und Radfahrern
  • entsprechende Info-Materialien
  • direkter Anschluss an den Regionalparkweg.

Die Fahrflächen sind so zu gestalten, dass zwei Autos trotz der engen Straße gut aneinander vor­beikommen. Dies soll durch kurze Haltebuchten geschehen, wie andernorts an vielen Stellen bereits praktiziert. Damit wird das Tempo auf der kurzen Strecke deutlich reduziert.

Bei Veranstaltungen mit größeren Gesellschaften sollen die Besucher auf Parkplätze angrenzend an das Drei-Hasen-Gebiet verwiesen werden, von dort aus sind es einige Hundert Meter Fußweg bis zur Kelterei.

3.       Verträgliche Lösungen für die Nachbar­schaft

Die vorhandenen und geplanten Nutzungen in der Nachbarschaft sollen durch die Kelterei nicht beeinträchtigt werden.

Hauptbetroffen sind insbesondere die Garten- besitzer der in der Nähe befindlichen Grundstücke.

  • Stellplätze und -anlagen werden angepasst, damit die Besucher von Gastronomie und  Kelterei nicht die Parkplätze der Kleingärtner zustellen.
  • In unmittelbarer Nähe zum Keltereigrundstück soll neben dem vorgesehenen Parkplatz ein zweiter Parkplatz eingerichtet werden, der insbesondere auch von den benachbarten Klein­gärtnern und als Überlauf für die Gastronomie genutzt werden kann.

Neben dem Verkehr spielte auch die mögliche Geruchsbeeinträchtigung durch einen geplanten und beantragten Schweinemastbetrieb in direkter Nachbarschaft zur geplanten Gastronomie eine Rolle.

Entsprechend musste die Geruchsprognose aus dem Mai 2018 überarbeitet werden. Hier war im Vorfeld eine intensive Abstimmung mit der zu­ständigen Unteren Immissionsschutzbehörde erfor­derlich, um die Verträglichkeit beider Nutzungen zu klären.

Weiteres Vorgehen – Zeitschiene

Aktuell ist der Bebauungsplanentwurf mit allen Änderungen und erforderlichen Gutachten (Verkehr, Geruch, Artenschutz, Umweltbericht, Lärm) in Vorbereitung.

  • Die Offenlage ist nach den Herbstferien ab Ende Oktober für vier Wochen geplant.
  • In der ersten Woche der Offenlage findet ein erneuter Bürgerdialog statt, bei dem die neuen Planungen vorgestellt werden.  
  • Die Bürgerinnen und Bürger haben dann Gelegenheit, ihre Stellungnahmen in Form von Bedenken und Anregungen zu den vorgelegten Planungen abgegeben.   

Hans-Georg Brum

Bürgermeister

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