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Was wird aus dem Lindenbäumchen? 

Was wird aus dem Lindenbäumchen?

Es hat sich schon herumgesprochen im Stadtgebiet: Die alte Gerichtslinde ist umgefallen!

Bei einem Ortstermin gestern mit Sachverständigen wurde schnell klar, was die meisten Oberurseler schon vermutet haben: Die alte Gerichtslinde ist umgefallen, weil ihr Stamm innen durch Pilzbefall und Trockenheit sehr angegriffen ist. Dass sie Richtung Taunus gefallen ist liegt daran, dass die auf dieser Seite noch vorhandenen Äste innen noch nicht „hohl“ sind, sondern aus festem Holz bestehen und die Linde hier schon seit Jahren immer noch austrieb. Das hat zu einem statischen Ungleich­gewicht geführt und das Lindenbäumchen hat sozu­sagen sein Gleichgewicht verloren – höchstwahr­scheinlich verstärkt durch eine starke Windböe. Dass es sehr ungewöhnlich ist, dass die Linde einfach umgefallen ist, darüber waren sich Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde und der einge­schaltete Baumgutachter einig – denn solche alten Bäume, auch mit unterschiedlichen Lasten, sind keine Seltenheit.

Einige Passanten vor Ort formulieren deutlich, dass die Linde vorerst – oder gar nicht – entfernt werden sollte. Für viele war der einst so mächtige Baum ein jahrzehntelanger Begleiter, der nicht von heute auf morgen verschwinden soll: „Ich möchte mich doch verabschieden“, sagte eine Frau, die hier täglich mit ihrem Hund vorbeikommt. Auch die Künstler Winter/ Hoerbelt und die Autorin der Geschichte „Der Baum denkt“ Saskia Hennig von Lange, die sich vor Ort schon einen Eindruck von der Situation verschafft haben, sind der Meinung, dass in den nächsten Monaten in Ruhe über die Zukunft der alten Linde entschieden werden soll.

Für den Kultur- und Sportförderverein Oberursel e.V. (KSfO) und die Regionalpark Taunushang GmbH, die im Jahr 2017 das Kunstprojekt initiierten, ist es wichtig, eine gemeinsame Lösung aller Betei­ligten zu finden: Das Naturdenkmal Lindenbaum weist auf einen historischen Ort mit vielen Geschichten hin und hat sich in den letzten Jahr­zehnten stark verändert – auch dass der Baum jetzt nicht mehr senkrecht steht, sondern liegt, ist Teil seiner Geschichte und ein Merkmal stetiger Veränderungen der Natur. Wichtig ist aber, dass dieser besondere Ort auch in Zukunft in Erinnerung bleibt. Deshalb soll auch aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde und des Baumgutachters die Linde zunächst in ihrer derzeitigen Lage stabilisiert werden. Es ist vorgesehen, dass die Äste, auf die sich der Baum derzeit auf den Boden „stützt“, so weit gekürzt werden, dass der Stamm auf der Strebe der Vitrine zu liegen kommt. Auch dieser geringfügige „Rückschnitt“ soll in Absprache ge­schehen und das abgeschnittene Holz der Linde soll auf jeden Fall gesichert werden. Für was und in welcher Form, das wird ebenfalls noch abgestimmt.

Wichtig ist weiterhin, dass der Lindenbaum auch in seinem jetzigen Zustand formal immer noch ein Naturdenkmal ist und niemand „einfach so“ Äste entfernen darf. Aus Sicherheitsgründen gilt, dass auf das Lindenbäumchen nicht hinaufgeklettert und auch nicht unter die Äste oder den Stamm gekrochen werden darf!

Die nächste Lesung am 18. August 2019 findet auf jeden Fall statt. Sie war schon im Vorfeld als eine besondere geplant mit einem Picknick und zusätzlicher musikalischer Untermalung, bereits ab 14.00 Uhr. Jetzt ist die Veranstaltung erst recht besonders: mit einer veränderten Perspektive der Zuhörer auf die Linde und auch der Linde auf ihre Umgebung.

Unter http://www.saskiahennigvonlange.de/lindenbaeumchen/ können übrigens Auszüge aus den bisherigen Episoden von „Der Baum denkt“ nachgelesen werden.

Hans-Georg Brum

Bürgermeister

 

 

 

 

 

 

 

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