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Bebauungsplanverfahren für Gefahrenabwehrzentrum

Wichtiger Schritt zur Realisierung des Gefahrenabwehrzentrums am neuen Standort Lahnstraße

Das bestehende Feuerwehrgebäude der Wehr „Oberursel Mitte“ an der Marxstraße mit Baujahr 1977 ist stark sanierungsbedürftig: die Räumlich­keiten entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an den Arbeitsschutz und an die Leistungen, die ein Feuerwehrgerätehaus erfüllen muss. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte sind zum Teil erheblichen zusätzlichen Risiken während des Einsatzdienstes ausgesetzt. Hinzu kommt, dass Einsatzmaterial und Fahrzeuge aus Platzmangel nicht mehr sachgerecht in bestehenden Hallen gelagert werden können und aktuell zum Teil ungeschützt auf der Fläche nördlich des DRK-Geländes abgestellt werden.

Deshalb hat die Stadtverordnetenversammlung be­reits am 30.03.2017 beschlossen, den Standort an die Lahnstraße in den Bereich der bestehenden Kleingärten zu verlagern und somit ein neues Gefahrenabwehrzentrum für Oberursel zu schaffen. Stadtkämmerer und Feuerwehrdezernent Thorsten Schorr blickt zurück: „Es war nicht einfach, einen Standort zu finden, der den umfangreichen Kriterien des Gefahrenabwehrzentrums wie Einhaltung von Hilfsfristen, Größe der Fläche und Erreichbarkeit für die Einsatzkräfte genügt. Mit dem damaligen Grundsatzbeschluss wurde der Grundstein gelegt, die Konkretisierung der Planungen aufzunehmen.“ Seit dem Grundsatzbeschluss wur­den zahlreiche Abstimmungsgesprä­che geführt: Die Feuerwehr hat ihr Raumprogramm zusammenge­stellt und mit einem Fachplanungsbüro abgestimmt. Dieses Büro hat dann das Raum­programm in verschiedenen Funktionsgebäuden auf dem Gelän­de umgesetzt und wieder mit der Feuerwehr und dem BSO als Bauherrn rückge­koppelt. Schorr ergänzt: „Das war eine große Herausforderung, denn es steht ja nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung.“

Auf dieser Grundlage wurden die Zufahrtmög­lichkeiten für die Einsatzkräfte und die Ausfahrt­möglichkeiten für die Rettungsfahrzeuge auf die Lahnstraße bzw. Dornbachstraße geprüft. Die mög­lichen Auswirkungen auf den fließenden Verkehr bei ausrückenden Einsatzfahrzeugen, z.B. in Form eines Rückstaus auf die A 661, hatte eine Verkehrs-untersuchung und erheblichen Abstimmungsbedarf mit Hessen Mobil als Straßenbaulastträger nach sich gezogen.

 

Flächen- und Erschließungskonzept des Gefahrenabwehrzentrum (GAZ)

Vorgesehen sind vier Baukörper mit verschiedenen Nutzungen. Drei Baukörper sind zweigeschossig: Dies sind die Fahrzeughalle und die Halle für die Abrollbehälter sowie ein Gebäude, in dem Werk­stätten, Betriebswohnungen und ein Ausbildungs­bereich für den Atemschutz untergebracht sind. In einem dreigeschossigen Baukörper sind die Räume für die Einsatzabwicklung, Verwaltung, Ausbildung, Aufenthaltsräume sowie Lager vorgesehen.

In Bezug auf die Erschließung gibt es drei Aspekte:

  • Erschließung GAZ für Einsatzfahrzeuge:

Die Ausfahrt und Rückkehr der Einsatzfahr­zeuge muss direkt über die Lahnstraße erfolgen. Hessen Mobil steht dieser Lösung positiv ge­genüber.

  • Erschließung GAZ für Einsatzkräfte:

Um die Einsatzfristen zu gewährleisten und Gefahrensituationen zwischen ausrückenden Einsatzfahrzeugen und einrückenden Einsatz­kräften zu vermeiden, muss die Zufahrt für die Einsatzkräfte über den Bereich der Dornbach­straße erfolgen. Diese Erschließung erfüllt drei Funktionen: Störungsfreie Zufahrt für einrücken­de Einsatzkräfte, Ausfahrt für Einsatzkräfte nach dem Einsatz, Notausfahrt für Einsatzfahrzeuge zum Einsatz.

  • Erschließung GAZ für Besucherinnen und Be­sucher:

Besucherinnen und Besucher des Gefahrenab­wehrzentrums (z.B. zum vorbeugenden Brand­schutz) fahren das Gelände über die Mainstraße an. Diese Zufahrt vorbei am Dampfbahnclub ist im gültigen Bebauungsplan Nr. 244 als Ver­kehrsfläche besonderer Zweckbestimmung, Ver­kehrsmischfläche, mit einer Breite von 5m festgesetzt.

Durch die geplante Erschließungssituation über die Dornbachstraße sind auch Flächen betroffen, die sich nicht in städtischem Eigentum befinden und im gültigen Bebauungsplan Nr. 22 als Baufläche festgesetzt, aber noch nicht bebaut sind. Auch hier haben Abstimmungsgespräche mit dem Grund­stückseigentümer stattgefunden.

 

Bebauungsplanverfahren zur Schaffung von Planungsrecht für GAZ und Erschließung

„Nach den umfangreichen Vorarbeiten können wir nun einen Schritt weitergehen und das Bebauungs­planverfahren einleiten, um Planungsrecht für das Gefahrenabwehrzentrum und die Erschließung zu schaffen. Die Einleitung des Bebauungsplans
Nr. 255 liegt dem Bau- und Umweltausschuss in seiner heutigen Sitzung zum Beschluss vor“, so Bürgermeister Hans-Georg Brum.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes umfasst eine Größe von ca. 2,9 ha und überlagert zwei gültige Bebauungspläne. Die 2,9 ha teilen sich wie folgt in unterschiedliche Nutzungsbereiche auf:

Der Bereich des geplanten Gefahrenabwehr­zentrums umfasst ca. 1,3 ha und überlagert die Bebauungspläne Nr. 181 und Nr. 22, die jeweils Kleingärten bzw. einen Fuß- und Radweg fest­setzen. Mit den betroffenen Kleingärtnern und dem Kleingartenverein wurde bereits gesprochen. Im Vorentwurf des Bebauungsplans Nr. 255 ist eine Fläche vorzusehen, die die Durchgängigkeit des Fuß- und Radwegs sowohl von Nordwesten (entlang der Hans-Thoma-Schule) als auch von Nordosten über die Bundesautobahn A661 kom­mend auch zukünftig gewährleistet.

Die bereits oben benannte Erschließungsfläche für die Einsatzkräfte über die Dornbachstraße umfasst ca. 900 m². Der Bereich für diese vorgesehene Erschließung ist im heutigen Bebauungsplan Nr. 22 zum größten Teil bereits als Verkehrsfläche festgesetzt.

Durch den Eingriff der Erschließungsfläche in das im Bebauungsplan Nr. 22 festgesetzte „Besondere Wohngebiet“ wird in diesem Bereich eine Anpas­sung vorgenommen. Dies gilt sowohl für den unbebauten Bereich an der Ecke Dornbachstraße/ Lahnstraße mit einer viergeschossigen Bebauung mit Staffelgeschoss als auch für den Bereich mit dem bereits vorhandenen achtgeschossigen Wohn­gebäude. Ziel ist es, die vorhandenen Baurechte zu sichern und den Eigentümern Planungssicherheit zu bieten. Die Größe des Baugebietes „Besonderes Wohngebiet“ im neuen Bebauungsplan Nr. 255 soll insgesamt ca. 7.000 m² umfassen.

Zwischen der Erschließungsfläche und der Ver­kehrsfläche der Lahnstraße ist eine Grünfläche vorgesehen (ca. 600 m²).

Die bereits in den o.g. Bebauungsplänen fest­gesetzten Verkehrsflächen der Lahnstraße und der Dornbachstraße bleiben im Bebauungsplan Nr. 255 flächengleich erhalten. Es soll aber eine Berei­nigung von Festsetzungen geben, die so nicht mehr realisierbar sein werden. Auch die Festsetzung der Überbauung des Eingangsbereichs der Dornbach­straße mit fünf Geschossen als Torgebäude soll aufgegeben werden. Die Straßenverkehrsflächen der Lahnstraße/ Dornbachstraße umfassen ca. 7.000 m².

„Es werden nun weitere Gutachten wie ein Lärm­gutachten und auch naturschutzfachliche Untersu­chungen erarbeitet und in das Bebauungsplan­verfahren eingearbeitet“, erläutert Stadtkämmerer Thorsten Schorr, der zugleich auch Projektverant­wortlich ist.

Hans-Georg Brum                  Thorsten Schorr

Bürgermeister                         Stadtkämmerer/ Feuerwehrdezernent

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