Stadtplanung

Wohnungsbauinitiative: Mutter-Teresa-Straße

Wohnungsbauinitiative: Einleitung Bebauungsplanverfahren Nr. 254 „Mutter-Teresa-Straße“ steht bevor

In der letzten Sitzung der Stadtverordnetenver­sammlung in diesem Jahr am 13. Dezember steht auch der Bebauungsplan Nr. 254 „Mutter-Teresa-Straße“ auf der Tagesordnung. Hier entscheiden die Parlamentarier über die Einleitung des Bebauungs­planverfahrens – vorbehaltlich der Zustimmung des Bau- und Umweltausschusses in seiner morgigen Sitzung.

Bürgermeister Hans-Georg Brum: „Auch dieses Projekt zählt zur Wohnungsbauinitiative der Stadt. Ziel ist es, bis Ende 2021 rund 1000 zusätzliche Wohnungen, davon insbesondere einen hohen Anteil mit preisgünstigen Mieten zu realisieren, um den in Oberursel dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.“

Planungsanlass und Ausgangslage

Aufgrund der Notwendigkeit von Wohnraum mit bezahlbarem Mietpreisniveau in Oberursel (Taunus) soll eine Fläche in Bommersheim, die seit Jahr­zehnten als Gemeinbedarfsfläche festgesetzt ist, zu einem allgemeinen Wohngebiet umgewidmet wer­den. Auf dieser Fläche im Winkel zwischen der Bommersheimer Straße und der Wallstraße ist die Realisierung eines Wohnbauprojektes mit Mehr­familienhäusern beabsichtigt und mehrere Einfami­lienhäuser (Doppelhäuser). Das etwa 1,8 Hektar große Plangebiet befindet sich im Eigentum von neun Grundstückseigentümer/innen, darunter auch die Stadt Oberursel (Taunus).

Bestehendes Planungsrecht

Das Gebiet ist seit 1970 durch den Bebauungsplan Nr. 3 „Lange Straße/ Wallstraße/ Bommersheimer Straße/ An der Friedenslinde“ überplant. Der Be­bauungsplan in dem hier betroffenen, südwestlichen Planabschnitt wurde zuletzt 1991 geändert. Etwa ein Hektar des Gebietes südlich der Wallstraße ist als Gemeinbedarfsfläche (Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke) mit der Möglichkeit zur Bebauung mit drei Vollge­schossen ausgewiesen. Für die übrigen, bisher ebenfalls nicht bebauten Flächen hinter der Bommersheimer Straße, ist ein Allgemeines Wohn­gebiet mit zwei Vollgeschossen, GRZ 0,4 und GFZ 0,8 festgesetzt. Erschlossen wird das Gebiet durch die geplante Mutter-Teresa-Straße, die an die Bommersheimer Straße und die Wallstraße anbin­det.

Zur Reali­sie­rung des Bebauungsplanes hatte die Stadtverord­netenversammlung 1996 die Bauland­umlegung „Hinterm Wall“ angeordnet; der Magistrat beschloss 1997 die Einleitung des Umlegungs­verfahrens, das aber zum Erliegen kam, nachdem vor allem das Projekt eines Seniorenpflegeheimes für 100 Bewohner und 34 Seniorenwohnungen aus verschiedenen Gründen nicht umgesetzt werden konnte.

Für die jetzt vorgesehene Errichtung von Wohnge­bäuden mit dem Angebot von u.a. preisgebundenen Wohnungen ist eine Änderung des Bebauungs­planes erforderlich. Aus verfahrenstechnischen Gründen soll für das angesprochene Teilgebiet ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden, der die alten Planinhalte ablöst.

Planungsziele

Im Plangebiet sollen im Rahmen eines Wohnbau­projektes östlich der künftigen Mutter-Teresa-Straße Mietwohnungen und Eigentumswohnungen in an­sprechender Bauweise errichtet werden. Außerdem sind im südwestlichen Randbereich zweigeschos­sige Einzel- und Doppelhäuser vorgesehen, die Zuteilung erfolgt hier an die Eigentümer im Rahmen der Umlegung. Zwei weitere, dreigeschossige Mehrfamiliengebäude könnten auf dem Baufeld westlich der Mutter-Teresa-Straße entstehen.

Darstellung des Wohnbauprojektes

Für das Projekt liegt eine erste, noch nicht endgül­tige städtebauliche Konzeption vor. Danach ist eine strukturell gemischte Wohnbebauung, bestehend aus preisgünstigem Wohnen (Anteil 30%) und frei­finanzierten Mietwohnungen sowie Eigentumswoh­nungen vorgesehen. Die Bebauung würde östlich der Mutter-Teresa-Straße in Mehrfamilienhäusern, dreigeschossig plus Staffelgeschoss, erfolgen. Die Gebäude sollen sich um einen zentralen, öffent­lichen Quartiersplatz gruppieren mit Wohnweg in Form einer Erschließungsschleife, die an die Mutter-Teresa-Straße anbindet. Der Quartiersplatz bietet sich an als Kinderspielplatz und/ oder für den urbanen Gartenbau (Urban Gardening). Die Er­schließung soll über die Mutter-Teresa-Straße erfolgen.

Die Pkw-Stellplätze für die frei finanzierten Mietwohnungen und die Eigentumswohnungen sind in einer zentralen Tiefgarage mit max. 103 Pkw-Stellplätzen unter dem Quartiersplatz vorgesehen. Den preisgebundenen Wohnungen stehen 33 ober­irdische Pkw-Stellplätze vor den Gebäuden an der Mutter-Teresa-Straße zur Verfügung. Am Quartiers­platz können zusätzlich bis zu 18 öffentliche Pkw-Stellplätze angeordnet werden. Der Standort ist gut an den ÖPNV (Stadtbus, U-Bahn) angebunden.

Mit den Beteiligten sind im Rahmen der Umlegung städtebauliche Verträge abzuschließen, in denen u.a. die umlegungsbedingten Abschöpfungen, die Zuteilung der Baugrundstücke und Erschließungs­flächen, die anteilige Festlegung der Verfahrens- und Erschließungskosten sowie die Investition in zusätzliche Kita-Plätze geregelt werden.

Nach derzeitigem Stand ist für den preisge­bundenen Wohnraum von einer Kaltmiete in Höhe von 9,95 EUR/m² auszugehen. Eine Förderung durch staatliche Programme ist noch zu prüfen. Das Zahlenwerk wird derzeit neu berechnet, so dass noch Anpassungen möglich sind.

Auf der Westseite der Mutter-Teresa-Straße – nach Abzug der Flächen für Eigenheimgrundstücke (An­spruch der Privateigentümer) – könnten auf städti­schen Flächen weitere Wohnungen entstehen. Hier wären z.B. Sozialwohnungen über den I. Förderweg durch Wohnbaugenossenschaften oder die SEWO mit Belegungsrechten für die Stadt denkbar. Dies muss im weiteren Verfahren noch geprüft und konkretisiert werden.

Weitere Vorgehensweise

Sollte die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens beschlossen werden, könnte die frühzeitige Öffent­lichkeitsbeteiligung sowie die Unterrichtung der Be­hörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange im ersten Quartal 2019 erfolgen. Gleichzeitig würde dann das Umlegungsverfahren weiter geführt wer­den. Außerdem wären die städtebaulichen Verträge mit den beteiligten Eigentümern vorzubereiten.

Nach der Vorlage eines Bebauungsplanentwurfes zur weiteren Beschlussfassung in den Gremien und der Offenlage des konkretisierten Bebauungsplan­entwurfes wäre es das Ziel, den Bebauungsplan 2019 zum Satzungsbeschluss zu führen, um an­schließend die Umlegung und die städtebaulichen Verträge abschließen zu können.

Hans-Georg Brum

Bürgermeister

 

 

 

 

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