Stadtentwicklung

Bezahlbarer Wohnraum

Status Wohnbauinitiative

Gute Fortschritte macht nach Auskunft von Bürger­meister Hans-Georg Brum die Wohnungsbau­initiative der Stadt. Ziel ist es, bis Ende 2021 rund 1000 zusätzliche Wohnungen zu realisieren, um den in Oberursel dringend benötigten Wohnraum zu schaffen – mit einem hohen Anteil an preiswerten Wohnungen.

 

Bürgermeister Hans-Georg Brum: „Mit großer Mehr­heit hat die Stadtverordnetenversammlung den Be­schluss gefasst, für zusätzlichen Wohnraum zu sor­gen. Angesichts der Entwicklung im Wohnungs­markt ist es tatsächlich so, dass dies dringend notwendig ist. Viele Menschen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen können sich gegenwärtig keine Wohnung mehr in Oberursel leisten. Für diese Menschen, aber nicht nur für sie, auch für das Funktionieren und den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft ist es außerordentlich wichtig, dass wir gegensteuern und preiswerten Wohnraum schaffen.“

 

DIE PROJEKTE

Die Stadt hat inzwischen ein aktives Portfolio von 16 Projekten mit insgesamt etwa 800 Wohnungen zusammengestellt. Darin enthalten sind:

 

·         eine ganze Reihe großer Projekte, wie etwa in der Erich-Ollenhauer-Straße oder in der Mutter- Teresa-Straße in Bommersheim mit jeweils über 100 Wohneinheiten

·         ebenso kleinere Projekte u.a. Am Alten Weg in Oberstedten oder am Gattenhöfer Weg im Süden der Stadt mit acht beziehungsweise neun Wohneinheiten.

 

Der Status ist noch unterschiedlich:

 

·         Einige Projekte sind bereits fertig gestellt beziehungsweise befinden sich kurz vor der Fertigstellung. So unter anderem die fünf Mehr­familienhäuser in der Kronberger Straße zuzüg­lich der Einheiten in Mehrfamilienhäusern und 30 Wohneinheiten im Bereich Berliner Straße/ Ecke Freiligrathstraße.

·         Andere Projekte sind gegenwärtig in der Bau­phase, so das Projekt der Alten Leipziger in der Erich-Ollenhauer-Straße und das Projekt Im Setzling auf dem ehemaligen Parkplatz von Braas in direkter Nähe zum Bahnhof. Ein weiteres Projekt mit 19 Wohneinheiten entsteht gerade in der Aumühlenstraße, welches unter anderem auch gemeinschaftliches Wohnen im Alter anbietet.

·         Eine ganze Reihe wichtiger Vorhaben werden gerade auf den Weg gebracht. So das Projekt preiswerter Wohnungen in der Geschwister- Scholl-Straße mit 22 Wohneinheiten, die geplan­te Entwicklung im Gleisdreieck mit 70 bis 80 Wohneinheiten und die in der letzten Stadt­verordnetenversammlung verabschiedete Pla­nung für das Hoch-Tief-Gelände mit 97 Wohn­einheiten.

 

PREISWERTER WOHNRAUM

Nach wie vor ausgesprochen schwer ist es, verbind­liche Vereinbarungen über preisgünstige Mieten durchzusetzen. Das Ziel der Stadt ist es, insgesamt – je nach Gebiet und Rahmenbedingungen – etwa 30% preisgünstigen Wohnraum zu realisieren, d.h. Wohneinheiten mit einer Grund­miete unter zehn Euro. Außerdem einen deutlichen Anteil von 100 bis ein 150 Wohneinheiten mit geförderten Wohnungen, bei diesen liegt die Grundmiete zwischen 6,50 Euro und 8,50 Euro.

 

Gegenwärtig befinden sich in dem Portfolio eine ganze Reihe von Projekten, bei denen keine Verein­barungen über preiswerte Wohnungen getroffen werden konnte. Der Hintergrund liegt darin, dass viele Projekte gegenwärtig in Gebieten entstehen mit alten, bestehenden Bebauungsplänen. Bürger­meister Hans-Georg Brum: „Das bedeutet, die Investoren haben ein nicht verhandelbares Bau­recht. In diesen Fällen hat die Stadt gegenüber dem Investor keine Handhabe, preiswerten Wohn­raum durchzusetzen.“

 

Anders verhält es sich bei Projekten, bei denen das Baurecht erst noch durch die Stadtverordneten­versammlung geschaffen werden muss oder, wenn der Investor die Flächen von der Stadt erwirbt. Hier besteht die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung in einem städtebaulichen Ver­trag festzuschreiben, der preiswerten Wohnraum vorsieht.

Große Projekte mit preiswertem Wohnraum sind:

 

·         das Hochtief-Gelände

·         der Sportplatz Weißkirchen (SEWO)

·         die geplante Bebauung an der Mutter-Teresa- Straße in Bommersheim.

 

Der Anteil preisgünstigen Wohnraums liegt hier zwischen 20 und 35%, je nach den besonderen Rahmenbedingungen des einzelnen Projekts.

 

SCHWERPUNKT INNENSTADT

Die Stadt nutzt bei ihrer Wohnungsbauinitiative in großem Umfang brachliegende Potenziale in der Innenstadt. Bürgermeister Hans-Georg Brum: „Wir wollen nicht zu sehr in die Fläche gehen, sondern Landschaft und Natur erhalten. Es gibt kaum eine Stelle in unserer Stadt, die weiter als 400/ max. 500m von der Feldgemarkung oder dem Wald ent­fernt ist. Dies ist ein besonderes Qualitätsmerkmal unserer Stadt, welches wir erhalten möchten. Innenverdichtung geht vor Außenversiegelung. Oberursel ist eine Stadt im Grünen. Das wollen wir auch für die Zukunft erhalten. Dafür nehmen wir auch den ein oder anderen Konflikt in Kauf.“

 

 

KONFLIKTE

Insbesondere die Nachbarschaft schaut in den verschiedenen Baugebieten sehr kritisch und oft auch ablehnend auf die geplante Bebauung in ihrem Wohnumfeld. Bürgermeister Hans-Georg Brum: „Das ist menschlich und ganz natürlich. Jeder achtet darauf, dass sein Umfeld sich nicht durch bauliche Maßnahmen verschlechtert.“ Deshalb nehmen wir die vorgetragenen Einwände auch sehr ernst, gehen an vielen Stellen nachdrücklich darauf ein und passen die Planung auch an. Die geplante Bebauung soll jeweils so umweltschonend und verträglich wie möglich gestaltet werden und eine hohe Akzeptanz bei den Bürgern finden.“

 

EINWÄNDE WERDEN ERNST GENOMMEN

 

Beispiel:

NACHVERDICHTUNG VONOVIA

Eine große öffentliche Diskussion hat das Projekt im Norden im Bereich des Eisenhammerwegs und der Freier-vom-Stein-Straße ausgelöst. Die Eigentümer­gesellschaft Vonovia plant, Baulücken zur Reali­sierung zusätzlicher Wohnungen zu nutzen. Da­durch fallen viele Parkplätze weg.

·         Die Stadt hat durchgesetzt, dass neben der Schaffung neuer Parkplätze für die neuen Wohnungen auch die                      wegfallenden Parkplätze voll ersetzt werden.

·         Im Zuge der Bebauung werden zusätzliche Treffpunkte und Spielmöglichkeiten im Bereich der Wohnsiedlung                    geschaffen.

 

Beispiel 2:

NEUBEBAUUNG ZWISCHEN DEN GLEISEN

Die ursprünglich von der SEWO angedachte Bebauungsdichte zwischen den Gleisen von 1,8 GFZ hat viel Kritik ausgelöst.

Wie die Geschäftsführerin der SEWO, Kerstin Giger mitteilte, hat die Gesellschaft die Bebauung auf einen Wert von 0,9 GFZ deutlich reduziert, so dass  Freiflächen nicht nur zwischen den Gebäuden ermöglicht werden, sondern auch etwa ein Drittel des langgezogenen Geländes und der Bahn frei hält.

 

DIE SITUATION SPITZT SICH ZU 

Die gegenwärtige Situation auf dem Wohnungs­markt ist nach Auskunft des Leiters der Stadtent­wicklung, Arnold Richter, ausgesprochen schwierig. „Die Mieten sind in den letzten Jahren drastisch angestiegen. Wohnbauland ist sehr knapp. Die Bodenpreise sehr hoch. Zwar sind die Zinsen noch verhältnismäßig niedrig. Aber neben den hohen Kosten für das Bauland sind insbesondere die Baukosten innerhalb der letzten beiden Jahre exorbitant gestiegen. Experten gehen von deutlich über 20% bis 25% aus. Angesichts der im Rhein-Main-Gebiet sehr regen Bautätigkeit wird es zudem immer schwieriger werden, geeignete Firmen im Hoch- und Tiefbau zur Realisierung eines Projektes zu finden.“

 

Auch nimmt die Zahl der von Wohnungsnot und Obdachlosigkeit bedrohten Menschen in der Stadt  stetig zu. Dazu hat die Stadtplanung ein Projekt mit sehr günstigen Mietwohnungen für Einzelpersonen und Familien ins Auge gefasst, die ansonsten in Oberursel keine Chance haben, eine Wohnung zu finden. Dieses Projekt befindet sich noch in den Anfängen. Auf einem 2800 m² großen Gelände im Gebiet zwischen zwischen Alfred-Delp-Straße und An den Drei Hasen sollen etwa 70 Wohneinheiten entstehen.

Hauptsächlich kleinere Wohnungen für ein bis drei Personen sowie einige größere Einheiten für große Familien mit Kindern.

Diese sollen in massiver Form, gleichzeitig preis­günstig in modularer Bauweise, errichtet werden. Es ist geplant, dafür staatliche Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Die Wohnungen sollen nach den Kriterien des sozialen Wohnungsbaus bzw. SGB-II zur Verfügung vergeben werden.

 

Hans-Georg Brum

Bürgermeister


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