Umwelt

Multiresistente Keime

Keimbelastung im Urselbach – Öffentlichkeit wird umfassend informiert

Die Ergebnisse einer von der Stadt Frankfurt in Auftrag gegebenen Untersuchung zur Keimbelas­tung von Oberflächengewässern haben eine bun­desweite Diskussion ausgelöst, die auch in Ober­ursel (Taunus) geführt wird. Insbesondere die möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung werden seitdem intensiv diskutiert.

Erster Stadtrat Christof Fink: „Wir nehmen das Thema multiresistente Keime ernst und beschäf­tigen uns schon damit schon einige Zeit. Unter an­derem hatten wir Anfang März, direkt nach Veröf­fentlichung der Studie, auch über den Gesund­heitsdezernenten der Stadt Frankfurt, Stefan Majer, Kontakt aufgenommen zur stellvertretenden Leiterin des Gesundheitsamtes Frankfurt, Professorin Ursel Heudorf, um weitergehende Informationen zu bekommen.“

Auf Einladung von Ersten Stadtrat Christof Fink fand nun in der letzten Woche ein Informationsgespräch mit Professorin Heudorf im Rathaus statt, bei dem neben mehreren Bediensteten der Stadt sowie des BSO auch Vertreter des Hochtaunuskreises an­wesend waren. Ziel des Termins war es, sich über den aktuellen Stand und die weiteren Schritte zu informieren, auch im Hinblick auf die Information der Öffentlichkeit.

Die Stadt Frankfurt hatte erstmals im vergangenen Jahr ihre Gewässer auch auf multiresistente Erreger (MRE) untersucht. Das Ergebnis: in allen Frank­furter Gewässern wurden MRE gefunden!

Bei den in Proben entdeckten Erregern handelt es sich um Bakterien, die gegen viele Antibiotika wider­standsfähig geworden sind. Sie gelten bei der medi­zinischen Versorgung zunehmend als Problem. Für die Bevölkerung bedeuten die Befunde in den Oberflächengewässern laut der zuständigen Behör­de, dem Frankfurter Gesundheitsamt, keine un­mittelbare Gesundheitsgefährdung. Weiterhin wird jedoch vom Schwimmen in den örtlichen Gewäs­sern abgeraten, dazu zählen neben Main und Nidda auch kleinere Bäche und Weiher. Außerdem wird gute Hygiene wie Händewaschen nach dem Kontakt mit Gewässern und Schlamm empfohlen.

MRE entstehen im menschlichen Darm durch den vielfachen Einsatz von Antibiotika in der Medizin. Die Erreger gelangen dann über die menschlichen Ausscheidungen und Kläranlagen in die Gewässer.

Im Rahmen der Untersuchungen in Frankfurt wurden auch Proben aus dem Urselbach in Oberursel ausgewertet, die an drei Stellen ent­nommen worden waren: im Vorfeld des Klärwerks, unmittelbar nach dem Klärwerk und im Abstand von einem Kilometer nach dem Klärwerk.

In allen Proben konnten Belastungen unterschied­licher Herkunft und Konzentration festgestellt werden, die aber – wie auch in Frankfurt selbst – nach Aussagen der Fachleute nicht unmittelbar zu einer Gefährdung der Gesundheit führen, wenn die allgemein üblichen, hygienischen Vorsichts­maß­nahmen beachtet werden.

Zu diesen Vorsichtsmaßnahmen gehört z.B. das Händewaschen nach einem Wasserkontakt – ent­sprechende Hinweise hatte Dr. Dr. Birgit Lindenthal, Ärztliche Leiterin des Fachbereichs Gesundheits­dienste, Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Hochtaunuskreis, und ebenfalls Gesprächsteil­nehmerin, bereits Anfang 2018 gegeben, als die Untersuchungsergebnisse erstmals bekannt wur­den.

Die Stadt Oberursel (Taunus) wird zu diesem kom­plexen Thema sowohl die politischen Vertreter als auch die Öffentlichkeit umfassend informieren. Professorin Heudorf wurde daher gebeten, die Inhalte der Studie – mit Blick auf Oberursel – möglichst in der kommenden Sitzung des Bau- und Umweltausschusses zu präsentieren und gemein­sam mit Dr. Dr. Lindenthal Fragen der Bürgerinnen und Bürger und der Ausschussmitglieder zu beant­worten.

„Gleichzeitig haben wir mit Frau Dr. Dr. Lindenthal vereinbart,  ein Merkblatt zu erarbeiten für Kinderbe­treuungseinrichtungen, Schulen und Kleingarten­besitzer, aber natürlich auch für die interessierte Öffentlichkeit. Das Merkblatt soll Sicherheit geben beim Um­gang mit der Thematik“, so Erster Stadtrat Christof Fink: „Aufbauend auf den jetzt vorliegenden Unter­suchungsergebnissen gilt es gleichzeitig, auf Bun­des- und Landesebene das weitere Vorgehen zu koordinieren und die Kommunen damit nicht allein zu lassen. Die Stadt Oberursel wird daher über den Hessischen Städtetag und direkt bei dem zustän­digen Landesministerium auf ein koordi­niertes Vor­gehen gegen die weitere Verbreitung von MRE hinwirken. Eine wichtige Vorsorgemaßnahme ist es aber vor allem, Antibiotika – bei Mensch und Tier – wirklich nur dann einzusetzen, wenn es wirklich notwendig ist. Hier kann jeder Einzelne mitwirken.“

Die Ergebnisse der Frankfurter Studie sowie die Empfehlungen des Hochtaunuskreises sind auf den Homepages der Stadt Oberursel (Taunus) und der Stadt Frankfurt abrufbar:

 

Christof Fink

Erster Stadtrat

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