Kelterei Steden

Auslagerung Kelterei Steden am Marktplatz an verlängerte Freiligrathstraße

Seit Generationen befindet sich der landwirtschaft­liche Hof und Betrieb der Familie Steden mitten in der Oberurseler Altstadt am Marktplatz. Anfang der 1980er Jahre wurde er vom Schwerpunkt Ackerbau zum Schwerpunkt Apfelwein- und Apfelsaftproduk­tion umstrukturiert. Seitdem werden in der Lohn­kelterei in der Altstadt Äpfel gewaschen, sortiert, gemahlen, ausgepresst und zu Apfelwein und Apfel­saft verarbeitet. Seit dieser Zeit wird hier in den Sommermonaten auch eine beliebte Straußwirt­schaft betrieben.

Mittlerweile haben die geänderten technischen Anforderungen an Ernte und Verwertung der Äpfel dazu geführt, dass durch die enge Lage im Bereich der Altstadt der Verwertungsprozess nur noch mit großem Aufwand durchgeführt werden kann.

Insbesondere die Verkehrssituation hat sich in den letzten Jahren zunehmend als schwierig erwiesen. Die Anfahrbarkeit der Kelterei in der Altstadt am historischen Marktplatz ist nur unter erschwerten Bedingungen im fließenden Verkehr möglich. Eine Situation, die besonders zu Zeiten der Apfelernte dauerhaft nur schwer akzeptiert werden kann.

Bürgermeister Hans-Georg Brum: "Die Probleme am Marktplatz bewegen uns und die Familie Steden schon längere Zeit. Aus diesem Grund haben wir es sehr begrüßt, dass die Familie Steden mit dem Vorschlag auf uns zugekommen ist, zur dauerhaften Sicherung des Keltereibetriebes den Innenstadt-Standort an die bestehende Obstwiese in eine Ortsrandlage an der verlängerten Freiligrathstraße zu verlagern.“

Ziel des Gesamtkonzeptes der Auslagerung ist es, den geschlossenen Kreislauf des Apfels vom Anbau über die Ernte bis zur Vermarktung an einer Stelle zu zeigen. Aus diesem Grund ist neben der Kelterei auch ein ganzjährig geöffneter Gutsausschank vorgesehen, ebenso eine zweckgebundene Wohn­nutzung.

Betrieben werden die Kelterei und der Gutsaus­schank von den beiden Söhnen der Familie, Florian und Valentin Steden. Beide sind überzeugt, dass mit dem Gutsausschank und dem Gesamtkonzept ein Attraktionspunkt für die Naherholung geschaffen und auf die Bedeutung der Kulturlandschaft im verdichteten RheinMain-Gebiet eindrucksvoll hin­gewiesen werden kann. Eine barrierefreie Zugäng­lichkeit sowie ausreichende Pkw- und vor allem Fahrradabstellplätze werden bei den Planungen berücksichtigt. Die Regionalparkroute zwischen Oberursel, Oberstedten und Bad Homburg erhält einen weiteren Attraktionspunkt. So kann die Ko­operation zwischen Landwirtschaft und Regional­park, die in Oberursel schon mehrfach praktiziert wurde, weiter vertieft und den Erholungs­suchenden die Bedeutung der Landwirtschaft nähergebracht werden.

Bebauungsplanverfahren: Daten und Fakten

Um das Vorhaben planungsrechtlich sicher durch­führen zu können, hat die Familie Steden bei der Stadt einen Antrag auf Aufstellung eines vorhaben­bezogenen Bebauungsplans nach § 12 BauGB gestellt. Gegenstand des vorhabenbezogenen Be­bauungsplans nach § 12 BauGB („Vorhaben- und Erschließungsplan“) ist die unmittelbare, objektbe­zogene Planung und Durchführung eines konkreten Bauvorhabens durch einen Vorhabenträger in enger Kooperation mit der Gemeinde.

Planungsziele des Verfahrens sind die baupla­nungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Kelterei mit Wohnhaus und Gastronomie zu schaffen. Mit der Gastronomie soll auch das nahtouristische Angebot in Verbindung mit dem Hinweis auf die Kulturlandschaft Obstbau und Streuobstwiesen und die Vermarktung eigener Produkte aufgebaut wer­den.

Planungsinhalte

Der Geltungsbereich umfasst eine Größe von ca. 2,5 Hektar. Die Festsetzungen des Bebauungsplans werden in Abstimmung mit dem landwirtschaftlichen Betrieb und dem begleitenden Planungsbüro im weiteren Verlauf des Verfahrens zu konkretisieren sein.

Erschließung

Die Erschließung ist über die verlängerte Freiligrath­straße vorgesehen. Das Befahren dieses Straßen­abschnittes mit PKW ist auch heute für die Garten­besitzer bis zum Beginn der Obstwiese erlaubt. Ab diesem Bereich Richtung Brücke über die A 661 gilt die Beschilderung „landwirtschaftlicher Verkehr“ frei.

Die Parkplätze für die Gastronomie sollen direkt hinter den nahegelegenen Gärten in einem Teil der jetzigen Obstwiese angeordnet werden. Die Wege­parzelle der verlängerten Freiligrathstraße von der Ortsrandlage bis zu den vorgesehenen Stellplätzen hat eine Breite von ca. 9,50 m und ist damit für die Erschließung ausreichend.

Speziell in den Sommermonaten erfährt der Bereich durch die anliegenden Kleingärten einen gewissen Nutzungsdruck. Im Rahmen des Verfahrens muss sichergestellt werden, dass auch bei zu erwarten­dem erhöhten Fußgänger-, Radverkehrs- und PKW-Aufkommen der Begegnungsverkehr aller Verkehrs­teilnehmer in allen Monaten möglich ist.

Der Bürgermeister abschließend: „Die verkehrlichen Anforderungen werden sich lösen lassen. Ich empfehle, beim zukünftigen Besuch des Guts­ausschanks auf das Auto zu verzichten und dann entspannt den Äppler zu genießen.“

 

Hans-Georg Brum

Bürgermeister

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