Handlungskonzept

OBERURSEL IM DIALOG: Auf dem Weg zu einem „Integrierten Handlungskonzept“ für die Innenstadt“

Zum Austausch über die Zukunft von Oberursels Stadtmitte wurde Anfang September im Rahmen des Projekts „Oberursel im Dialog“ geladen. Viele haben sich daran ganz aktiv beteiligt. Die Rückmeldungen sind nun ausgewertet. Der Dialog geht auf vielen Ebenen weiter …

„Oberursel im Dialog“ war der diesjährige Beitrag zu der landesweiten Initiative „AB IN DIE MITTE“, bei dem die Stadt im April als einer der Preisträger ausgezeichnet wurde. Ziel des jährlich stattfindenden Wettbewerbs ist es, die Attraktivität und Lebendigkeit der vom Rückzug vieler Einzelhändler betroffenen Innenstädte zu fördern. Im Rahmen der Projektwoche wurden die von der Stadtplanung erarbeiteten Ideen zur weiteren Entwicklung vorge¬stellt und mit den Bürgern diskutiert. Gleichzeitig wurden die Bürger eingeladen, sich mit eigenen Ideen aktiv an der Gestaltung ihrer Innenstadt zu beteiligen.

DAS FEEDBACK

Viele Oberurseler/Innen haben sich ganz aktiv an „Oberursel im Dialog“ beteiligt. Auch wenn die Meinungen zu einzelnen Punkten naturgemäß auseinandergehen und sich manches von dem, was vorgeschlagen ist, nicht realisieren lässt – die große Beteiligung der Bürger zeigt, dass das Bestreben der Stadt, die Zusammenhänge und Entwicklungen deutlich zu machen, honoriert wird.

Die Ergebnisse liegen vor und sind dokumentiert. Die Rückmeldungen wurden von dem Projektteam der Stadt unter Leitung von Ulrike Böhme, der Lei-terin der Wirtschaftsförderung, und den jeweiligen Fachabteilungen ausgewertet. Der Dialog soll im kommenden Jahr zu den verschiedenen Themen weitergeführt werden.

Bürgermeister Hans-Georg Brum: „‘Oberursel im Dialog‘ im September war ein inspirierender Austausch über die Zukunft von Oberursels Stadtmitte. Viele konstruktive Anregungen sind eingegangen und viele Potentiale in der Bevölkerung wach gerufen worden – mit zum Teil begeisterten Aktiven, die sich auch in Zukunft aktiv einbringen und beteiligen wollen. Das Projektteam unter der Leitung von Ulrike Böhme hat hier eine hervorragende Arbeit geleistet. Das ist eine gute Basis, auf der wir für die Zukunft aufbauen können.“

POSITIVE BILANZ

Die Stadt zieht eine positive Bilanz sowohl

  • hinsichtlich der gewählten Aktivitätsformen und des sachlichen und konstruktiven Klimas in der Diskussion
  • wie auch bei den hier erzielten inhaltlichen Ergebnissen in der Bürgerbeteiligung.


Für die weitere Entwicklung der Innenstadt sind die Erkenntnisse von großem Wert und sollen in die weitere Arbeit eingebracht werden.

NEUE AKTIVITÄTSFORMEN

„Die Bürger/Innen schätzen an Oberursel die überschaubare Größe, das Persönliche und die lebendige Atmosphäre insgesamt“, so Ulrike Böhme. „Hier fällt es leicht, Verbindungen zu schaffen. So wurden auch die vielseitigen Gesprächsangebote der Projektwoche zum Teil richtig begeistert aufgenommen und weiter getragen.“

Viele Teilnehmer waren sehr beeindruckt von den neuen Beteiligungsmöglichkeiten und Formen bürgerschaftlichen Engagements. Und sie wünschen sich das auch für die Zukunft. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass verschiedene Veranstaltungsformate künftig – ggf. in anderen Zusammenhängen – in der Stadt genutzt werden.

Dabei sind die Bedenken von Anwohnern zu berücksichtigen, die dargestellt haben, dass es bereits jetzt schon viele Veranstaltungen in der Altstadt/Innenstadt gibt, die mit Absperrungen und Lärm verbunden sind. Bürgermeister Hans-Georg Brum: „Diese Bedenken nehmen wir sehr ernst. Sie sind uns eine klare Maßgabe bei der angestrebten Belebung unserer Altstadt. Die Aktivitäten müssen verträglich sein und dürfen die Anwohner nicht über Gebühr belasten.“ 

  • Anwohner besprechen heute schon den optimalen Termin für den gemeinsamen Flohmarkt im nächsten Jahr.
  • Auch die große Ma(h)lzeit wünschen sich viele in den kommenden Jahren.
  • Die spielerischen Elemente „Sofa-Talk“ – in Verbindung mit einem Videobeitrag – und „Oberurselcraft“ sind sehr gut angekommen und werden aktuell unter anderem auch am Gymnasium beim Dialog mit dem Kultusminister am Sonntag, 9.11.2017, eingesetzt.
  • Die Lego-Baustelle im Rathaus war ein echter Publikumsmagnet. Diese kann bei anderen Projekten für ähnliche Formen zur Einbindung von Kindern und Jugendlichen – der ganzen Familie – Pate stehen. 
  • Händler und Investoren verlinken den Imagefilm „Kaufkraft trifft Leidenschaft“. Der Dialog kann hier auch effizient digital weiter geführt werden.
  • Die Projektseite im Internet wird als Offizielle Dialogseite für die Oberurseler Geschäftswelt von www.oberursel.de weitergeführt. Geplant ist, diese auch als leichtgängige Plattform zur Kommunikation städtischer Projekte zu nutzen.
  • Auch in den sozialen Medien wurde der Dialog aufgegriffen. So reagierte etwa im Oberurseler Forum auf Facebook ein bekannter Blogger mit der Serie „schöne Plätze …“.
  • Auch der Künstlermarkt in der Strackgasse zieht weiter Kreise. So besprechen kreativ Schaffende Möglichkeiten für den nächsten Pop Up Store oder eines festen „Artists in Residence“-Projektes.


Kurz: Es besteht von vielen Seiten – Anwohner, Schulen, Kirchen, Vereine, Künstler, Markttreibende, öffentlichen Einrichtungen, Firmen, Gastronomie – ein großes Interesse an einer stärkeren Vernetzung. Und die Vernetzung zeigt erhebliche, noch offene Potentiale für den Dialog mit allen Zielgruppen.

INHALTLICHE ERGEBNISSE

Der große Plan „Oberursel City 2030“ im Rathaussaal zu den einzelnen Arealen der Innenstadt, die verschiedenen Broschüren zu geplanten baulichen Projekten und die verschiedenen Stadtführungen zeigten den Bürgern, wie sich die Stadtplanung unter ihrem Leiter Arnold Richter die weitere Entwicklung der Innenstadt vorstellt. Die Befragung der Bürger/Innen in Verbindung mit diversen Diskussionsveranstaltungen zeigen die Vorstellungen aus der Bürgerschaft, die keineswegs homogen sind. Diese Form und Intensität der Bürgerbeteiligung war neu und wurde von den Beteiligten sehr positiv aufgenommen.

Nach Auswertung der Rückmeldungen lässt sich sagen: Am meisten bewegen die Oberurseler/Innen die Fragen:

  • des Verkehrs
  • des Einzelhandels
  • der städtebaulichen Entwicklung
  • die Schaffung von Wohnungen
  • und von attraktiven Freiflächen

in der Innenstadt.

Die Fachabteilungen der Stadt und des BSO prüfen gegenwärtig die sehr konstruktiven Anmerkungen aus den über 200 Eingaben zur Ausstellung und den Rundgängen „Oberursel City 2030“. Die Anmerkungen sind im Originalton in einer tabellarischen Auflistung im Internet dargestellt.

Wie geht es jetzt nach „Oberursel im Dialog“ konkret weiter?

NACH DEM DIALOG IST VOR DEM DIALOG

Die Anregungen fließen in das „Integrierte Handlungskonzept“ ein. Dieses wird nun sukzessive ausgearbeitet. Dabei geht es nicht um ein abstraktes Konzept, sondern um konkrete Vorschläge für einen abgestimmten und zu koordinierenden Maßnahmenplan, dessen Ausgestaltung jetzt vorbereitet wird.

Eine Bewerbung für die Programme der Städtebauförderung ist für das Frühjahr 2018 vorgesehen. Es folgen in den nächsten Monaten interne und externe Fachdialoge, u.a. zum Schwerpunkt „Areale“. Der in der Ausstellung Oberursel City 2030 veröffentlichte Zeitplan hat weiterhin Gültigkeit. Nun gilt es, die angedachten Projekte im Einzelnen fachlich weiter zu entwickeln und einen realistischen Finanzierungsplan aufzustellen. Durchaus eine anspruchsvolle Aufgabe angesichts der unterschiedlichen Vorstellungen und der angespannten Haushaltslage.

Bürgermeister Brum: „Das Projekt „Ab in die Mitte“ hat neue Maßstäbe gesetzt im Rahmen der aktiven Beteiligung der Bürgerschaft bei kommunalen Projekten – sowohl im Entscheidungsprozess wie auch bei der Planung und Umsetzung. Wir haben aufgezeigt, dass man die Beteiligung in interessanter Form durchführen kann und werden diese Möglichkeiten in Zukunft verstärkt einsetzen und aktiv zum Dialog einladen.“


Hans-Georg Brum
Bürgermeister

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.