home
German
English
Zur mobilen Version von www.oberursel.de
Sie sind hier:   Freizeit   Regionalpark   Zeitenwandel  

"Zeitenwandel" am Lindenbäumchen

Anziehungspunkt für Wanderer und Radfahrer

Das Lindenbäumchen war über Jahrhunderte ein besonderer Ort in Oberursel.

Hier soll ein Ort mit Aufenthaltsqualität entstehen, der Anziehungspunkt für Wanderer und Radfahrer entlang der Regionalparkroute ist und zum Verweilen einlädt. Das Flurstück liegt unmittelbar an der verlängerten Freiligrathstraße unweit der A661.

Gerichtslinde um 1938
Foto: Fröhlich
Gerichtslinde um 1938
Blick auf das Gelände mit den beiden Linden 2014
Foto: Stadt Oberursel (Taunus)
Blick auf das Gelände mit den beiden Linden 2014
Zustand der Linde 2016
Foto: Stadt Oberursel (Taunus)
Zustand der Linde 2016

Der Siegerentwurf

Bild: Winter/Hoerbelt
Beitrag des Künstlerteams Winter/Hoerbelt
Das Lindenbäumchen aus der Ferne

2018 | „Der Baum denkt“: Lesungen an der Mittelstedter Gerichtslinde

Die Frankfurter Autorin Saskia Hennig von Lange liest Episoden ihrer Geschichte aus Sicht der alten Mittelstedter Gerichtslinde.

Die vier Termine für das Jahr 2018 stehen schon fest: sie finden am

  • 14. Januar,
  • 6. Mai,
  • 12. August und am
  • 28. Oktober

jeweils 15:00 Uhr statt und sind kostenfrei.

Kunstwettbewerb

Die Stadt Oberursel (Taunus) hat daher gemeinsam mit der Regionalpark RheinMain Taunushang GmbH und dem Kultur- und Sportförderverein Oberursel e.V. (KSfO) fünf Bildende Künstlerinnen und Künstler zu einem beschränkten Wettbewerb für das Regionalparkprojekt „Zeitenwandel“ eingeladen. Im Rahmen des Wettbewerbs soll ein dauerhaftes Kunstwerk an der mindestens 400 Jahre alten Gerichtslinde im Mittelstedter Feld entstehen, das dann auch den geschichtsträchtigen Hintergrund herausstellt.

Vorgaben für den Wettbewerb

Wesentliche Aufgabe des Wettbewerbs ist es, dass die einzureichenden Entwürfe sich inhaltlich und formal auf den Ort und seine Geschichte beziehen. Dabei geht es weniger um Illustration, sondern vielmehr um eine zeitgenössische künstlerische Interpretation und Umsetzung des Themas. Daher kann der Bezug zum historischen Thema auch in übertragener Form und durchaus humorvoll geschehen.

Die vorgeschlagene künstlerische Arbeit soll sich zudem konkret auf das Flurstück beziehen und die spezifischen Bedingungen des Ortes berücksichtigen. Voraussetzung ist, dass sowohl die alte Gerichtslinde als auch die jüngere, vor etwa 30 Jahren direkt daneben neu gepflanzte Linde, erhalten bleiben. Darüber hinaus sollen die Vorgaben der Landwirtschaft und der Unteren Naturschutzbehörde beachtet werden. Ferner gehören die landschaftliche Gestaltung des Ortes sowie die Schaffung einer Aufenthaltsqualität ebenso zur Aufgabe wie eine Einschätzung der Folgekosten von Kunstwerk und landschaftlicher Gestaltung des Ortes.

Außerdem soll das Kunstwerk gedanklich in das Projekt „Zeitengärten“ der Stadt Oberursel eingebettet werden, das die verschiedenen sichtbaren archäologischen Denkmäler und Relikte vom Mittelalter bis zur Neuzeit an der Regionalparkroute in Oberursel miteinander verbindet. Dieses Projekt will so einen Pfad durch sämtliche historische Epochen ermöglichen.

Die Durchführung des Wettbewerbs und die Auswahl der Künstler wurden durch die Kuratorin Heike Strelow begleitet.

Weitere Projektverantwortliche sind Anja Littig für die Regionalpark RheinMain Taunushang GmbH und Udo Keidel-George für die Stadt Oberursel (Taunus) und den Kultur- und Sportförderverein Oberursel e.V.

Siegerentwurf

Am 7. Dezember 2016 wurde - nach Vorprüfung durch Sachverständige der Unteren Naturschutzbehörde, des Heimat- und Geschichtsvereins und vom  Bau- und Service Oberursel  - der Sieger in einer Jurysitzung gekürt. Jurymitglieder waren Bürgermeister Hans-Georg Brum, Bernd Lienhard vom KSfO, Vertreter der Landwirtschaft, des Regionalparks RheinMain sowie externe Kunstsachverständige.

Das international bekannte Künstlerteam Winter/Hoerbelt, Gewinner des beschränkten Kunstwettbewerbs „Zeitenwandel“, setzt im September 2017 sein künstlerisches Konzept für die jahrhundertealte Gerichtslinde von Mittelstedten um. Unterstützt durch die Metallmanufaktur Velte in Oberursel stellen die Künstler das „stehende Totholz“ des Lindenbäumchens in einen weißen kubischen Rahmen, der die Anmutung einer Vitrine haben wird. Der dreidimensionale Bilderrahmen soll die einst so prächtige Linde wieder in ein proportionales Verhältnis zu ihrer Umgebung stellen und zwar unabhängig von ihrer weiteren gesundheitlichen Entwicklung. Die Vitrine, die entlang der Regionalparkroute von Oberursel über Oberstedten nach Bad Homburg führt, wird dann schon von weitem zu sehen sein und dabei in der von landwirtschaftlichen Flächen geprägten Landschaft auf diesen historischen Ort hinweisen.

Literarischer Teil des Projektes

Auch für den literarischen Teil des Projekts ist es Winter/Hoerbelt gelungen, die Frankfurter Schriftstellerin Saskia Henning von Lange zu gewinnen, Geschichten aus Sicht des Baumes zu schreiben. Die junge Autorin hat mit ihren zwei bisher erschienen Romanen in der Literaturwelt nicht nur eine große Aufmerksamkeit erzielt, sondern auch so renommierte Preise, wie den Rauriser Literaturpreis, den Clemens Brentano-Preis und den Wiesbadener Georg-Konell-Preis erhalten. Mittlerweile hat sie auch mit der Recherche für ihre Geschichte begonnen, die ungefähr zu den Wechseln der Jahreszeiten vier Mal im Jahr am Lindenbäumchen von der Autorin selbst vorgetragen werden sollen. Unter dem Titel „der Baum denkt“ will sie Geschichten aus der langen Lebenszeit des Baumes erzählen. Dieser soll sich an Gerichtsverhandlungen, Liebesschwüre, Kinderspiele oder Missernten erinnern. Dabei greift sie auf reale Hintergründe aus dem kollektiven Gedächtnis zurück oder bezieht sich auf bereits bestehende Naturdichtungen. Ihr Ziel ist es, ein textliches Gewebe aus realen und erfundenen Geschichten und Ereignissen zu erschaffen, das am Ende idealerweise „auch wieder in das orale Gedächtnis des Ortes“ fließen würde.

Dieser Gedanke fügt sich in das Konzept des Künstlerteams Winter/Hoerbelt ein, das mit seinem Projekt vor allem das kollektive und kulturelle Gedächtnis der Region stärken will und damit eine wesentliche Aufgabe von Kunst im öffentlichen Raum aufgreift.

Kunst im öffentlichen Raum

Kunst im öffentlichen Raum

In der Vergangenheit ist es vielerorts gelungen, durch Kunstwerke, Veranstaltungen und Kunstaktionen im Stadtraum, Parks und in der Landschaft nicht nur ein unverwechselbares Erscheinungsbild zu zeichnen, sondern die Menschen für ihren eigenen Lebensraum zu aktivieren. Die besondere Wahrnehmung und Diskussion öffentlicher Kunstprojekte durch eine breite Schicht der Bevölkerung zeigt, dass Kunst diesen öffentlichen Raum in spezifischer Weise präsent machen kann und aktivierend für gesellschaftliche Diskussion wirkt.

Gerade im Kontext des Regionalparks geht es auch um eine Stärkung der Identifikation der Menschen mit einer historisch gewachsenen Landschaft, die heute zunehmend von der Infrastruktur einer Metropolregion geprägt ist. Die bisherigen Projekte im Regionalpark haben definitiv zu einem wachsendem Bewusstsein für Region, deren Landschaft und ihre Geschichte geführt, die erst auf den zweiten Blick für sich einnimmt.

Realisierung und Einweihung am 07.10.2017

Das Künstlerteam Winter/Hoerbelt wird im September vor Ort mit Unterstützung des Metallbaubetriebs Velte aus Oberursel den Bau der Vitrine realisieren.

Die öffentliche Einweihung des Projekts mit der ersten Lesung findet am Samstag, den 07. Oktober 2017 um 15 Uhr vor Ort statt. Alle Interessierten sind herzlich wollkommen!

In diesem Zusammenhang sei schon jetzt darauf hingewiesen, dass sich die Linde mitten im Feld befindet, umgeben von landwirtschaftlichen Flächen. Somit ist klar, dass dieser Attraktionspunkt generell nur über die landwirtschaftlichen Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen ist. Falls Sie mit dem PKW anreisen, so parken Sie unbedingt im Bereich der Freiligrathstraße / Bleibiskopfstraße und schlendern ca. 15 Minuten zum Lindenbäumchen.

Es ist ein wichtiges Anliegen der Landwirte und auch des Regionalparks darauf hinzuweisen, dass die Wege im Feld viele Funktionen haben: sie sind zwar Rad- und Spazierwege, aber eben der einzige Weg für die Landwirte, zu ihrem Hofgut und zur Arbeit auf dem Feld zu kommen. Die Besucher sollten auch respektieren, dass die Felder rund um das Projekt „Zeitenwandel“ von den Landwirten bewirtschaftet werden und dass darauf auch Lebensmittel wachsen.

Die gegenseitige Rücksichtnahme sowohl während einer kleinen Rast der Erholungssuchenden als auch während des Besuchs einer Lesung ist eine wichtige Grundlage für das Gelingen eines solchen Projektes!

"Der Baum denkt" - Geschichten aus der langen Lebenszeit des Baumes

Unter dem Titel „Der Baum denkt“ will die studierte Kunsthistorikerin und Frankfurter Autorin Saskia Hennig von Lange Episoden ihrer Geschichte aus Sicht der alten Mittelstedter Gerichtslinde erzählen.

Seit einiger Zeit hat sie mit der Recherche für ihre Geschichten begonnen. Diese sollen sich an Gerichtsverhandlungen, Liebesschwüre, Kinderspiele oder Missernten erinnern. Dabei greift die Autorin auf reale Hintergründe aus dem kollektiven Gedächtnis zurück oder bezieht sich auf bereits bestehende Naturdichtungen. Ihr Ziel ist es, ein textliches Gewebe aus realen und erfundenen Geschichten und Ereignissen zu erschaffen, das am Ende idealerweise „auch wieder in das orale Gedächtnis des Ortes“ fließt. Wichtig ist es ihr, dass sie dabei auf die vielen Erinnerungen, Anekdoten und Geschichten zurückgreifen kann, die die Menschen in der Region mit dem uralten Lindenbaum verbinden. Wer möchte, kann sie ihr erzählen: die E-Mailadresse Lindenbaum.Oberursel(at)gmx.de wurde speziell dafür eingerichtet.

Auch bei der Einweihung am 7. Oktober 2017 und den folgenden Lesungen können die Oberurseler der Autorin gerne persönlich von ihren Erinnerungen berichten oder diese aufschreiben.

Bürgermeister Hans-Georg Brum: “Ich bin sicher, es gibt viele Orscheler aus mehr als einer Generation, die zu diesem Ort laute und leise, wilde und ruhige Geschichten zu erzählen haben“.

Es würde uns sehr freuen, wenn alle, die die alte Linde schon aus Kinder- und Jugendtagen kennen, Kopien alter Fotos oder Zeichnungen am 7. Oktober mitbringen würden. Wir sind sicher, dass an diesem Tag viele Menschen auch miteinander ins Gespräch kommen.

Am Tag der Einweihung wird ein Gästebuch ausliegen, in dem diese bildlichen Erinnerungen, aber auch persönliche Geschichten zu diesem Ort an der Linde, gesammelt werden.

EHRENAMT

Infos zum Ehrenamt

Kurz gemeldet

„Der Baum denkt“: Lesung an der Mittelstedter Gerichtslinde bei Kunstprojekt-Einweihung am 7. Oktober 2017

22. 09. 2017

7. STADTRADELN in Oberursel: 96.358 km erradelt und 13.683 Kilogramm CO2 gespart!

21. 09. 2017

Terminverschiebung Abfallentsorgung

20. 09. 2017

Veranstaltungen