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Wespen und Hornissen - was brummt denn da?

Die Lebensweise

Unsere einheimischen Hornissen- und Wespenstaaten leben nur eine Vegetationsperiode. Die Königinnen gründen im Frühjahr ein Nest und ziehen einige Arbeiterinnen groß. Diese übernehmen dann den weiteren Aufbau des Nestes, die Futterbeschaffung sowie die Pflege der Brut. Die Königin hat nur noch die Aufgabe, Eier zu legen und so den Fortbestand des Volkes zu sichern.
Etwa in der Mitte des Sommers werden große Zellen angelegt, in denen die Geschlechtstiere heranwachsen. Diese verlassen nach ihrer Geschlechtsreife das Nest und gehen auf Hochzeitsflug. Die Männchen sterben nach der Paarung, während die begatteten Weibchen ("Jungköniginnen") im Erdreich oder morschem Holz überwintern.

Im nächsten Frühjahr gründen diese Tiere dann ein neues Volk. Die übrigen Arbeiterinnen des Staates haben, nachdem die geschlechtsreifen Tiere ausgeflogen sind, ihr Soll erfüllt und sterben ab. Zurück bleibt ein kunstvoll gebautes Nest, das nicht wieder bezogen wird. Aus einem Gemisch von zerkautem Holz und Speichel (Papier), werden sechseckige Waben geformt, die horizontal, in einem definierten Abstand, übereinander aufgehängt werden. Um die Waben bauen die Tiere eine mehrschichtige Hülle, die der Temperaturregulierung dient.
Zur Versorgung ihrer Larven benötigen die Wespen eiweißreiche Nahrung, die hauptsächlich aus Pflanzen fressenden oder an ihnen saugenden Insekten (z.B. Raupen und Blattläuse) besteht. Die erwachsenen Tiere selbst ernähren sich von zuckerhaltiger Nahrung, in der Hauptsache Pflanzensäfte und Früchte. In einigen Fällen erfolgt bei einer Nektaraufnahme auch eine Bestäubung von Blüten.

In einer Kolonie füttern sich die erwachsenen Tiere und die Larven gegenseitig. Die Fleischnahrung (Protein) die eine Larve bekommt, baut sie normalerweise in ihrem Körper zu körpereigenem Eiweiß um. Bei Nahrungsmangel im Volk (z.B.: während einer Schlechtwetterperiode) dient die Larve als lebender Nahrungsspeicher.

Im Gegensatz zu den erwachsenen Wespen können sie nämlich Eiweiß in kohlehydratreiche Stoffe umwandeln. Wenn sie von den Arbeiterinnen angebettelt werden, scheiden sie eine zuckerhaltige Lösung in Form von glasklaren Tröpfchen aus. Diese werden dann von den Arbeiterinnen als energiereiche Kost aufgenommen. Dadurch ist zwar das Wachstum der Larven für diese Zeit gestoppt, aber das Nest als ganzes bleibt durch diesen gegenseitigen Futteraustausch erhalten. Wenn am Ende des Sommers dieser Nahrungskreislauf zusammenbricht (alle Larven sind geschlüpft) suchen die Tiere andere Nahrungsquellen. Pflaumenkuchen, Limonade und andere zuckerhaltige Lebensmittel werden dann zur Hauptspeise.

In dieser Zeit hat die Kolonie ihre gesamte Entwicklung abgeschlossen und stirbt nach und nach ab. Lediglich die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe sind bis in den Spätsommer aktiv.

Weitere Informationen finden Sie auch in der  Informationsschrift über Wespen  des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, Bieneninstitut, Erlenstrasse 9, D 35274 Kirchhain

Soziale Faltenwespen (Hymenoptera Vespidae)

in der Bundesrepublik Deutschland

Unterfamilie Vespinae

Volksstärke / AktivitätHöhlennister
ober- / unterirdisch
Freinister
Gattung Vespa
Vespa crabro
Hornisse
100 - 500
ca. Mitte V - Ende X
ja
o + u
selten
Gattung Dolichovespula
"Langkopfwespen"D. media
Mittlere Wespe
100 - 200
Ende IV - Mitte IX

ja
D. norwegica
Norweg. Wespe
100 - 200
Ende IV - Ende VIII

ja
D. Saxonia
Sächsische Wespe
100 - 200
Ende IV - Ende VIII
ja
o
ja
D. sylvestris
Waldwespe
100 - 200
Ende IV - Ende VIII
ja
o + u
ja
Gattung Paravespula
"Rundkopfwespen"
P.rufa
Rote Wespe
100 - 200
Ende IV - Ende VIII
ja
u

P. germanica
Deutsche Wespe
1000 - 7000
Anf. V - Ende X
ja
o + u

P. vulgaris
Gemeine Wespe
1000 - 5000
Anf. V - Ende X
ja
o + u

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