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Einheimische Wildsträucher

... nicht nur in der Natur - auch im Garten !

In einigen unserer Hausgärten stimmt etwas nicht mehr.

Unter dem Motto "Hier herrscht Ordnung" wurden die Gärten angelegt und gestaltet - totgestaltet! Der Rasen darf höchstens noch 1 cm hoch werden. Bäume oder Sträucher, möglichst in blaugrün gehalten, sowie Thuja- oder Zypressenarten in allen Formen und Farben. Das war es schon. Pflegeleicht - bis auf das Rasenmähen alle drei Tage. Hier lebt nichts mehr. Kein Lebensraum für Wildblumen oder Kleintiere und die Vogelwelt.

Es ist schwierig, diesem Modetrend auszuweichen. Wenn wir uns in einigen Baumschulen und Großmärkten umschauen finden wir ein recht einseitiges Angebot. Oder sehen wir uns z.B. ein Werbeprospekt zum eigenen Haus im Grünen an: auch hier werden sogenannte pflegeleichte mehr blaue als grüne Gewächse angepriesen. Nur ja kein Laubholz.

Erfreulicherweise denken jedoch viele um. Einheimische Gehölzarten werden wieder mehr und mehr gepflanzt. Hie und da wird in einer Ecke auch einmal der Rasen nicht gestutzt. Wildkräuter und Blumen können sich wieder ansiedeln - zum Nutzen vieler Kleintiere, die auf diese angewiesen sind. Denken wir beispielsweise an die Schmetterlinge - sie haben in einem der totgepflegten Gärten keine Chance mehr.

Wir möchten dazu anregen, auch einheimischen Sträuchern im Garten einen Platz zu geben. In Kurzform sollen einige dieser Sträucher und ihre Bedeutung für Kleintiere dargestellt werden.

Empfehlenswerte Straucharten

  • Hasel
    Die Blätter sind Nahrung für den Haselblattroller und die Raupe des Birkenzipfelfalters. Die jungen Triebe ernähren die Larven des Schwarzen Haselbocks. Die Früchte werden sehr gern von Kleiber, Eichelhäher, Specht, Eichhörnchen, Siebenschläfer und Haselmaus gefressen.
  • Pfaffenhütchen
    Die nektarreichen Scheibenblüten werden von Schwebfliegen, Sandbienen, Honigbienen und Blaubockkäfer besucht, die gelben Samen von Vögeln, vor allem Rotkehlchen, gefressen. Die Früchte sind giftig.
  • Sanddorn
    Eine beliebte Futterpflanze für Hühnervögel wie Fasan und Rebhuhn. Die sehr vitaminreichen Früchte sind essbar und bieten im Herbst ein herrliches Bild.
  • Roter Hartriegel
    Die Blätter sind Nahrung für die Raupen des Brombeerzipfelfalters und des Faulbaumbläulings, die nektarreichen Scheibenblüten werden speziell von kleinen Fliegenarten besucht, die Früchte, für Menschen ungenießbar, besonders von Seidenschwänzen und Drosseln gefressen.
  • Kornelkirsche
    Blätter und Triebe werden gerne von verschiedenen Wildarten (Feldhase und Reh) angenommen, die nektar- und pollenreichen Scheibenblüten sind neben der Salweide erste Bienennahrung, die essbaren Kirschen werden von Kernbeißer, Dompfaff, Haselmaus oder Siebenschläfer gefressen.
  • Faulbaum
    Die Blätter sind Nahrung für die Raupen des Faulbaumbläulings und des Zitronenfalters. Die nektarreiche Scheinblüte ist eine gute Bienenweide, ernährt außerdem Kleinfliegen und Falter. Die für Menschen giftigen Früchte sind eine beliebte Herbstnahrung für verschiedenste Vogelarten. Der Faulbaum liebt feuchten und sauren Boden.
  • Weißdorn
    Die Blätter sind Raupennahrung für Segelfalter, Baumweißling, Trauer- und Grünwidderchen. Die weißlichen Blüten sind Nahrungsquelle für Blumenfliegen, Wild- und Sandbienen, sowie für Schmetterlinge. Die essbaren roten Früchte werden gern von Mäusen, Hasen und Vögeln gefressen. Der Weißdorn gedeiht auch auf schlechten Böden und ist ein gutes Vogelschutzgehölz.
  • Schwarzdorn (Schlehe)
    Auch hier dienen die Blätter als Raupennahrung für Segelfalter, Baumweißling und Schlehenzipfelfalter. Die offenen Scheibenblüten bieten reichliche Nektarnahrung für Zierbock, Kaisergoldfliege und Tanzfliege. Die eßbaren Steinfrüchte, die gern von Vögeln und Feldhasen gefressen werden, haben einen herb zusammenziehenden Geschmack und sind nach dem ersten Frost mild süß.
  • Heckenkirsche
    Die Raupe des kleinen Eisvogels nimmt die Blätter gern als Nahrung. Die nektarreichen Lippenblüten verbreiten ihren Duft besonders in den Abendstunden. Daher besuchen auch gerne Nachtschmetterlinge die Blüten, besonders auch der seltene Taubenschwärmer. Kernbeißer, Wacholderdrossel und Dompfaff nehmen im Herbst gern die scharlachroten, glasartig glänzenden, für Menschen giftigen Beeren.
  • Kreuzdorn
    Die Blätter des Kreuzdorns sind Nahrung für die Raupen von Faulbaumbläulingen und Zitronenfaltern. Viele Fliegen- und Falterarten besuchen die unscheinbaren gelblichgrünen Scheibenblüten. Besonders von Drosseln werden die blauschwarz glänzenden Steinfrüchte gefressen. Die Früchte haben einen strengen Geruch und sind für uns giftig.
  • Holzapfel und Holzbirne
    Die Blätter dienen als Nahrung für die Raupen von Abendpfauenauge und Großem Fuchs sowie für den Gartenlaubkäfer. Schwebfliegen, Sandbienen und Steinhummeln schätzen die Blüten. Igel, Hase und Siebenschläfer verzehren die Äpfel.
  • Eibe
    Eine schatten- und feuchtigkeitsliebende Nadelholzart. Sie dient als Schutzgehölz und als Nistplatz für einige Freibrüter. Die Früchte werden gerne von Vögeln und Eichhörnchen gefressen. Der rote Samenmantel ist süß-säuerlich und essbar, die erbsengroßen dunkelbraunen nussartigen Samen sind hingegen giftig.
  • Buchsbaum
    Besonders kurzrüsselige Blumen- und Schwebfliegen besuchen die Blüten wegen des Nektars. Mauer- und Honigbienen sammeln vorzugsweise Pollen. Der Strauch ist ideal als Deckung, Schutz und Brutgehölz für einige Vogelarten. Die Früchte sind giftig.
  • Liguster
    Die Blätter sind Raupennahrung für den Ligusterschwärmer, Wildbienen besuchen die nektarreichen Trichterblüten, und Mönchsgrasmücke, Dompfaff und Grünfink mögen die giftigen schwarzen Steinfrüchte gern. Außerdem dient der Strauch als Deckung und Nistplatz.

Über diese Auswahl hinaus sollte man  Salweide, Brombeere, Himbeere, Hagebutte, Hainbuche, Berberitze, Gagelstrauch, Trauben- und Schwarzen Holunder  sowie den  Wolligen  und  Gemeinen Schneeball  nicht vergessen.

Will man besonders viele Schmetterlingsarten beobachten, pflanze man ein oder zwei Sträucher des  Sommerflieders (Buddleja davidii).  Dieser Zierstrauch blüht in Rispen sehr reichhaltig von Juli bis September in lila, rosa, blau oder purpur.

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