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Nicht alle Insekten sind Schädlinge

Nicht alle Insekten sind als Schädlinge anzusehen. Es gibt eine ganze Reihe von Vertilgern dieser Schädlinge, besonders in der Vogelwelt, aber auch bei Insekten selbst. Ihnen sollte man Brut- und Nistmöglichkeiten anbieten. In alten Obstbäumen gibt es Höhlen, die z.B. der Steinkauz als Nist- oder Schlafplatz benutzt. Neben größeren Insekten besteht seine Hauptnahrung aus Mäusen. Eifrige Insektenvertilger sind der Gartenrotschwanz und auch einige Spechtarten.

Bei den Insekten sind es viele Hautflügler wie Schlupfwespen, Florfliegen, Schwebfliegen, Wespen und Hornissen, aber auch Käferarten wie Marienkäfer, Goldschmied und Puppenräuber, die uns gegen sogenannte Schädlinge helfen.

Wenn wir diesen Tieren mit zusätzlichen Nistmöglichkeiten, mit Bruthölzern oder Stein- und Holzhaufen helfen, dann betreiben wir biologische Schädlingsbekämpfung und verhindern, dass Gifte in der Natur ausgebracht werden.

Wespen und Hornissen - was brummt denn da?

Die Lebensweise

Die Lebensweise

Unsere einheimischen Hornissen- und Wespenstaaten leben nur eine Vegetationsperiode. Die Königinnen gründen im Frühjahr ein Nest und ziehen einige Arbeiterinnen groß. Diese übernehmen dann den weiteren Aufbau des Nestes, die Futterbeschaffung sowie die Pflege der Brut. Die Königin hat nur noch die Aufgabe, Eier zu legen und so den Fortbestand des Volkes zu sichern.
Etwa in der Mitte des Sommers werden große Zellen angelegt, in denen die Geschlechtstiere heranwachsen. Diese verlassen nach ihrer Geschlechtsreife das Nest und gehen auf Hochzeitsflug. Die Männchen sterben nach der Paarung, während die begatteten Weibchen ("Jungköniginnen") im Erdreich oder morschem Holz überwintern.

Im nächsten Frühjahr gründen diese Tiere dann ein neues Volk. Die übrigen Arbeiterinnen des Staates haben, nachdem die geschlechtsreifen Tiere ausgeflogen sind, ihr Soll erfüllt und sterben ab. Zurück bleibt ein kunstvoll gebautes Nest, das nicht wieder bezogen wird. Aus einem Gemisch von zerkautem Holz und Speichel (Papier), werden sechseckige Waben geformt, die horizontal, in einem definierten Abstand, übereinander aufgehängt werden. Um die Waben bauen die Tiere eine mehrschichtige Hülle, die der Temperaturregulierung dient.
Zur Versorgung ihrer Larven benötigen die Wespen eiweißreiche Nahrung, die hauptsächlich aus Pflanzen fressenden oder an ihnen saugenden Insekten (z.B. Raupen und Blattläuse) besteht. Die erwachsenen Tiere selbst ernähren sich von zuckerhaltiger Nahrung, in der Hauptsache Pflanzensäfte und Früchte. In einigen Fällen erfolgt bei einer Nektaraufnahme auch eine Bestäubung von Blüten.

In einer Kolonie füttern sich die erwachsenen Tiere und die Larven gegenseitig. Die Fleischnahrung (Protein) die eine Larve bekommt, baut sie normalerweise in ihrem Körper zu körpereigenem Eiweiß um. Bei Nahrungsmangel im Volk (z.B.: während einer Schlechtwetterperiode) dient die Larve als lebender Nahrungsspeicher.

Im Gegensatz zu den erwachsenen Wespen können sie nämlich Eiweiß in kohlehydratreiche Stoffe umwandeln. Wenn sie von den Arbeiterinnen angebettelt werden, scheiden sie eine zuckerhaltige Lösung in Form von glasklaren Tröpfchen aus. Diese werden dann von den Arbeiterinnen als energiereiche Kost aufgenommen. Dadurch ist zwar das Wachstum der Larven für diese Zeit gestoppt, aber das Nest als ganzes bleibt durch diesen gegenseitigen Futteraustausch erhalten. Wenn am Ende des Sommers dieser Nahrungskreislauf zusammenbricht (alle Larven sind geschlüpft) suchen die Tiere andere Nahrungsquellen. Pflaumenkuchen, Limonade und andere zuckerhaltige Lebensmittel werden dann zur Hauptspeise.

In dieser Zeit hat die Kolonie ihre gesamte Entwicklung abgeschlossen und stirbt nach und nach ab. Lediglich die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe sind bis in den Spätsommer aktiv.

Weitere Informationen finden Sie auch in der  Informationsschrift über Wespen  des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, Bieneninstitut, Erlenstrasse 9, D 35274 Kirchhain

Soziale Faltenwespen (Hymenoptera Vespidae)

Soziale Faltenwespen (Hymenoptera Vespidae)

in der Bundesrepublik Deutschland

Unterfamilie Vespinae

Volksstärke / AktivitätHöhlennister
ober- / unterirdisch
Freinister
Gattung Vespa
Vespa crabro
Hornisse
100 - 500
ca. Mitte V - Ende X
ja
o + u
selten
Gattung Dolichovespula
"Langkopfwespen"D. media
Mittlere Wespe
100 - 200
Ende IV - Mitte IX

ja
D. norwegica
Norweg. Wespe
100 - 200
Ende IV - Ende VIII

ja
D. Saxonia
Sächsische Wespe
100 - 200
Ende IV - Ende VIII
ja
o
ja
D. sylvestris
Waldwespe
100 - 200
Ende IV - Ende VIII
ja
o + u
ja
Gattung Paravespula
"Rundkopfwespen"
P.rufa
Rote Wespe
100 - 200
Ende IV - Ende VIII
ja
u

P. germanica
Deutsche Wespe
1000 - 7000
Anf. V - Ende X
ja
o + u

P. vulgaris
Gemeine Wespe
1000 - 5000
Anf. V - Ende X
ja
o + u

Autsch - sind Wespenstiche gefährlich?

Hornissen und Wespen besitzen einen Wehrstachel, der nur dann eingesetzt wird, wenn es zu Störungen im Nestbereich kommt.
Alle Verteidigungsaktionen dienen ausschließlich dem Schutz der Brut. Normalerweise stechen die Tiere nicht unmotiviert. Ihr ganzes Interesse gilt der Aufzucht der Nachkommen, für die ihnen nur vier bis fünf Monate verbleiben.
Jeder unmotivierte Angriff würde unnötig viel Energie verbrauchen. Doch damit müssen diese Tiere sehr haushalten, da jedes einzelne Individuum nur eine Lebenserwartung von sechs bis acht Wochen hat. Die Stiche sind nicht gefährlicher als die von Bienen.

Der Aberglaube, dass sieben Hornissenstiche ein Pferd und drei einen Menschen töten könnten, ist wissenschaftlich widerlegt.
Sogar kleinere Tiere, wie z.B. Mäuse, können mehrere Stiche unbeschadet überstehen.
Dem Menschen werden selbst mehrere Stiche in den Kopf oder andere schmerzempfindliche Körperteile nicht gefährlich.
Lediglich bei Personen die stark allergisch auf Wespen- oder Hornissengift reagieren, kann es zu Atem- und Kreislaufbeschwerden kommen. Bei diesen Reaktionen, die ca. zehn bis fünfzehn Minuten nach dem Stich auftreten, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Derartige Allergien sind jedoch äußerst selten.
Oft wird schon die Schmerzreaktion und das Anschwellen der betreffenden Stelle als Allergie missdeutet.
Kühle Umschläge und eine Salbe gegen Insektenstiche schaffen Linderung.

Mit Wespen leben - einige Tipps:

  • Wespen und Hornissen leben nur eine Saison. Nach dem Absterben der Kolonie kann das leere Nest entfernt werden.
  • Alte Nester werden nicht wieder bezogen.
  • Vermeiden Sie Erschütterungen des Nestes.
  • Halten Sie die Flugbahn frei. Änderungen der Einflugrichtung mit Hilfe von Fliegendraht.
  • Stochern Sie nicht mit einem Stock im Nest herum.
  • Versuchen Sie nicht das Nest abzuflämmen (Lebensgefahr!)
  • Decken Sie Obst, Kuchen und andere Speisen ab.
  • Lehren Sie die Kinder auf Tiere zu achten - wie auf Autos und fremde Hunde.
  • Verschließen Sie Hohlräume an Ihrem Haus rechtzeitig.
  • Sie können Fenster mit Fliegendraht sichern, falls die Tiere in der Nähe des Hauses nisten.
      

Bedenken Sie:
Alle wildlebenden Tierarten stehen unter dem Schutz des Naturschutzrechtes.

  

Noch Fragen? - Umweltberatung: Tel. 06171 502-306

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