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Jubiläumsdaten 2012

125 Jahre "Johannisstift" - und weitere Jubiläen im Jahr 2013

Traditionell gibt das Stadtarchiv am Jahresende eine Vorschau auf die Jubiläen des kommenden Jahres. Wegen der Fülle der Daten ist Archivarin Andrea Bott "nur" einigen herausragenden, runden Jubiläen nachgegangen.
 

  • Der Reigen der Jubiläen im Jahresverlauf wird eröffnet vom Alfred-Delp-Haus, das vor 25 Jahren, am 2. Februar 1988, eingeweiht wurde. 1979 gründete sich der Verein „Wohnhilfswerk für behinderte Menschen e. V.“ mit dem Ziel, ein Wohnhaus für geistig Behinderte zu errichten, welchem der Verein 1980-1983 ein gutes Stück näher kam: der Diözesancaritasverband Limburg übernahm die Trägerschaft und die Stadt Oberursel stellte ein Grundstück zur Verfügung. 1985 war Baubeginn, bis 1988 konnten die Häuser 2-5 mit Gemeinschaftshaus fertig gestellt werden. Am 8. September 2006 folgte die Einweihung des „neuen“ erweiterten Alfred-Delp-Hauses einschließlich einer Tagesförderstätte und mitsamt dem Ralph Dickopf-Platz im Innenhof. 2009 übernahm das St. Vincenzstift Rüdesheim die Trägerschaft. Heutzutage werden neben der Betreuung im Alfred-Delp-Haus auch externes, Betreutes Wohnen sowie ambulante Bildungsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene mit geistiger Beeinträchtigung angeboten.
     
  • Das Gebäude des Gymnasiums Oberursel in der Liebfrauenstraße ist der nächste „Jubilar“. Am 25. Februar 1913 wurde der Neubau der „Realschule i[n] E[ntwicklung]“ feierlich eingeweiht. Anwesend bei der Feier waren u. a. seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich der Niederlande, Regierungspräsident Dr. von Meister, Landrat Ritter von Marx und der Architekt der Schule, Franz Thyriot aus Frankfurt. Franz Thyriot, geb. 6.5.1869 in Hanau, gest. 21.4.1934 in Frankfurt, lebte seit 1908 in Frankfurt. Beispiele seiner Tätigkeit in der Zeit vor dem Oberurseler Schulbau-Architektenwettbewerb 1911 sind: die 1899-1901 erbaute Großherzogliche Augustinerschule in Friedberg und die 1905 errichtete Beucke-Realschule in Berlin.
     
  • Vor 125 Jahren, „auf Ansuchen“ des Oberurseler Pfarrers Gerhard Huyeng, erhielt die Oberin des Mutterhauses der Barmherzigen Schwestern von der Göttlichen Vorsehung in Finthen/Mainz am 24. Mai 1888 die ministerielle Genehmigung für eine Niederlassung in Oberursel „ … behufs Ausübung der Krankenpflege … und Pflege und Unterweisung von Kindern, welche sich noch nicht im schulpflichtigen Alter befinden, in der daselbst neu zu errichtenden Kleinkinder-Bewahranstalt …“. Die Idee des Prälaten Dr. Johannes Janssen von 1890 zur Erweiterung des Tätigkeitsfeldes der Schwestern durch Errichtung eines Kinderasyls wurde erst 1893 wegen einiger Notfälle (Unterbringung von Waisen) verwirklicht. An den Initiator des Waisenhaus-Projektes erinnert der Name „Johannisstift“.
     
  • Am 15. Juni 1963, also vor 50 Jahren, wurde die Kirche St. Crutzen geweiht. Schon ab 10. März waren dort erste Gottesdienste gefeiert worden. In seinem Beitrag zur Chronik der Pfarrei St. Crutzen schildert Pfarrer Theodor Heinz anschaulich, wie die Kirchenverhältnisse bei seinem Dienstantritt in Weißkirchen 1952 waren: „Nächst der Turmkapelle des Frankfurter Domes war es wohl der kleinste Gottesdienstraum, in dem er zu wirken hatte. …“ Nach dem vergeblichen Bemühen, das kleine Gotteshaus zu erweitern, fasste man 1959 den Entschluss, ein neues Kirchenzentrum zu schaffen. Die eindrucksvolle Architektur der Kirche findet sich als Wappenbild auf dem ehemaligen Gemeindewappen wieder. Das Wappen wurde am 31.3.1965 verliehen.
     
  • Am 27. Juli 1913 wurde der Grundstein der Evangelischen Kirche an der Oberhöchstadter Straße gelegt. Noch bei ihrer Einweihung am 28. Juni 1914 führte die Kirche keinen speziellen Namen. Sie wurde 1914 als Neue Evangelische Kirche bezeichnet. Seit 1964 heißt sie „Christuskirche“. Die Architekten dieser im Jugendstil erbauten Kirche waren die Karlsruher Curjel und Moser. Das 1888 gegründete Architekturbüro entwarf mehrere Kirchen und Wohnhäuser in Karlsruhe, sowie u.a. den Badischen Bahnhof in Basel. Zur Grundsteinlegung der Evangelischen Kirche kam Robert Curjel persönlich nach Oberursel.
     
  • Vor 75 Jahren, am 3. September 1938, wurde die Gausiedlerschule in Oberursel/Oberstedten zum Reichssiedlungshof erklärt. Dieser Teil der Stadt Oberursel ist in jüngster Zeit besonders bekannt geworden durch den „Erinnerungsort der Zeitgeschichte - das Gelände Camp King“ von Manfred Kopp und durch die Ausweisung des ehemaligen Camp King als Wohngebiet. Durch die Forschungen von Manfred Kopp, publiziert im Jahrbuch Hochtaunuskreis 2008 unter dem Titel: „Wiedervorzulegen nach dem Kriege - Vom ‚Haus am Wald‘ zum Siedlungshof (1933-1942)“, ist die Entstehungsgeschichte des ehemaligen Reichssiedlungshofs und seine Fortentwicklung in das Bewusstsein der Oberurseler Bevölkerung gerückt worden. Regelmäßig werden Führungen durch das Gelände angeboten (Informationen unter www.campking.org).

Gedenktage 2013

Das Stadtarchiv erinnert an einige für Oberursel bedeutende Persönlichkeiten:

Der bereits erwähnte Landrat (1892-1904) und Regierungspräsident (1905-1919) Dr. Wilhelm von Meister wurde vor 150 Jahren, am 3. Februar 1863 in Frankfurt am Main geboren. Für seine Verdienste um die Stadt Oberursel erhielt er 1916 das Ehrenbürgerrecht. Er verstarb am 14. Februar 1935 in Genf.

Hermann Ortloff wurde vor 125 Jahren am 27. Februar 1888 in Ostheim/Rh. geboren. Er war von 1955 bis zu seinem Tod am 28.12.1958 Stadtverordnetenvorsteher. An ihn erinnert die ab 1958 von der OWG errichtete und von ihrem Vorstandsdirektor initiierte Hermann-Ortloff-Siedlung im Gebiet "Hopfengarten/Goldacker" in Bommersheim.

Am 8. Mai 1938 (vor 75 Jahren) verstarb der Lehrer Josef Koulen. Er wurde am 22.7.1858 in Kirschhofen geboren. 1901-1910 übernahm er das Rektorat der hiesigen Vereinigten Volks- und Realschule, gleichzeitig war er bis 1911 Rektor der städtischen Höheren Mädchenschule und somit Leiter des städtischen Schulwesens. Anschließend war er bis 1923 Direktor des Lyzeums. Er war zudem Gründungsmitglied des Oberurseler Vaterländischen Frauenvereins vom Deutschen Roten Kreuz und wirkte auch als Dichter.

Karl Horn, der auch für unsere Nachbarstadt bedeutende Bürgermeister von Oberursel (1927 -1933) und Oberbürgermeister von Bad Homburg (1948 - 1962), wurde am 3. Juni 1888 in Nieder-Olm im Kreis Mainz geboren (vor 125 Jahren). Er musste sein Amt in Oberursel aus politischen Gründen räumen.

Vor 25 Jahren, am 16. Juni 1988, verstarb der hier wohnhafte Verleger Dr. Waldemar Kramer in Sobernheim. Geboren wurde Waldemar Kramer am 9. März 1909 in Frankfurt am Main. Seiner Geburtsstadt Frankfurt blieb er bis zu seinem Tode verbunden, zumal dort sein Verlag in Frankfurt ansässig war. Der Schwerpunkt seiner Verlagstätigkeit lag bei der Heimat- und heimatgeschichtlichen Literatur.

Peter Isidor Stillger, geb. 18.11.1896 in Nieder-Brechen, verstarb am 25. Juni 1988 (vor 25 Jahren) in Oberursel. Von 1936 bis 1962 leitete Peter Isidor Stillger die Schule in Stierstadt. Er war es auch, der bei Vereinsjubiläen usw. die Festschrift verfasste. Der Hauptlehrer hatte 1962 das Ehrenbürgerrecht der damals selbständigen Gemeinde Stierstadt erhalten.

Der Bildhauer und Graphiker Paul Dick verstarb vor 25 Jahren in Oberursel, am 25. Juli 1988. Er wurde am 20. April 1901 in Oberursel geboren. 1936 war er Oberurseler Karnevalsprinz und schuf von 1928 bis 1986 die Wappen der Karnevalsprinzen. Paul Dick wurde vor allem durch seine Federzeichnungen mit Oberurseler Motiven sowie durch seine Holz- und Metallplastiken bekannt. So war er beteiligt an der Schaffung des Marktplatzbrunnens. 1971 erhielt er die Ehrenmedaille der Stadt Oberursel.

Vereinsjubiläen

Einige Vereine können auf ihr 25jähriges Jubiläum zurückblicken, so z. B.:

  • Familientreff e.V.
  • Verein der Förderer und Freunde der Feldbergschule in Oberursel e.V.
  • Guttempler-Gemeinschaft „Weißkirchen“
  • Musikschule Oberursel e.V.
  • Freie evangelische Gemeinde Oberursel.
     
     
  • Haben Sie Anregungen oder Fragen? Die Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs freuen sich auf Ihren Besuch, Telefonanruf oder Briefkontakt.

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